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Ökumenisches Heiligenlexikon

Achilleus


Der Legende nach war Achilleus - zusammen mit Nereus - Eunuch und Kammerherr der Flavia Domitilla, der Nichte des Kaisers Domitian. Beide wurden von dieser zum Glauben bekehrt, deshalb zunächst auf die Insel Ponza verbannt und dann in Terracina enthauptet.

Realistischer ist, was Papst Damasus I. in seiner Grabinschrift beschrieb: Demnach waren Nereus und Achilleus Soldaten, die zunächst treu dienten, dann zum Christentum bekehrt wurden und deshalb desertierten und daraufhin das Martyrium erlitten. Als Zeitpunkt des Martyriums wird hierfür 258 unter Kaiser Valerian oder 304 unter Kaiser Diokletian vermutet.

Das Grab von Nereus und Achilleus soll sich in der Domitilla-Katakombe eine halbe Meile vom Zentrum Roms, nahe dem Grab der Petronilla befunden haben. Dort wurde - wohl noch vor 450 - eine Kapelle zu ihren Ehren errichte, die unter Papst Damasus zu einer dreischiffigen, halb unterirdischen Basilika erweitert wurde; die heutige Basilika – die einzige unterirdische Basilika in einer Katakombe – ist eine Rekonstruktion aus dem 19. Jahrhundert. Dort ist der Märtyrertod von Acilleus, wie er da genannt wird, auf einer Säule dargestellt, die wohl ursprünglich über dem Märtyrergrab stand.

Das Martyrologium des Hieronymus kennt ihre Verehrung im 5. Jahrhundert. Frühmittelalterliche Führer zu den Märtyrergräbern und der Liber PontificalisDer Liber Pontificalis (lateinisch: „Buch der Päpste”) ist das um 530 enstandene Buch mit der Sammlung von Biographien der Päpste von Petrus bis Felix IV. Später gab es weitere Ergänzungen verzeichnen den Ort der Verehrung. Papst Sixtus V. übertrug die Reliquien um 1587 in die dem Soldatenmärtyrer Hadrianus geweihte Kirche S. Adriano im Forum Romanum. Von dort ließ Kardinal Baronius diese kurz darauf in seine Titelkirche, die heutige Kirche SS. Nereo e Achilleo, verlegen.

Catholic Encyclopedia





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 27.07.2016
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• http://www.newadvent.org/cathen/10751a.htm
• http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Gazetteer/Places/Europe/Italy/Lazio/Roma/Rome/_Texts/Lanciani/LANPAC/7*.html
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 7., Herder, Freiburg im Breisgau 1998