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Ökumenisches Heiligenlexikon

Alois Andritzki

Gedenktag katholisch: 3. Februar
nicht gebotener Gedenktag im Erzbistum München-Freising: 12. Juni

Name bedeutet: der ganz Weise (althochdt.)

Priester, Märtyrer
* 2. Juli 1914 in Radibor in Sachsen
3. Februar 1943 in Dachau in Bayern


Alois Andritzki, Sohn des Lehrerehepaars Magdalena und Johann Andritzki, studierte wie seine drei Brüder Theologie. Während seines Studiums in Paderborn war er Redakteur der sorbischen Studentenzeitschrift Serbski student, im Anschluss an sein Studium 1938 ein Jahr Alumnus des Priesterseminars des Bistums Meißen in Schmochtitz bei Bautzen, dann als KaplanEin Kaplan (von lateinisch capellanus, „der einer Hofkapelle zugeordnete Kleriker”) ist im deutschen Sprachraum ein römisch-katholischer Priester in den ersten Jahren nach seiner Weihe, der in der Regel noch einem erfahrenen Pfarrer unterstellt ist. In manchen Bistümern wird er Vikar genannt - dies ist die Bezeichnung des kanonischen Kirchenrechts von 1983 - in anderen Kooperator. in Dresden tätig.

Am 21. Janur 1941 wurde Alois Andritzki festgenommen wegen heimtückischer Angriffe auf Staat und Partei und in Dresden eingesperrt. Nach der Entlassung aus der Untersuchungshaft im August wurde er sofort wieder verhaftet und im Oktober ins Konzentrationslager Dachau abtransportiert. Mit anderen inhaftierten Priestern bildete er dort einen Studienkreis zur Lektüre der Bibel. Als 1942 Typhus im Lager Dachau ausbrach, erkrankte an Weihnachten auch Alois; erst am 19. Januar 1943 meldete er sich im Krankenrevier. Am 3. Februar 1943 wurde er durch eine Giftspritze ermordet.

Die Beisetzung der Urne mit den sterblichen Resten von Alois Andritzki erfolgte im April 1943 auf dem alten katholischen Friedhof in Dresden. 2011 wurden die Urnen mit der Asche von Alois Andritzki, Bernhard Wensch und Alois Scholze in die Märtyrer-Kapelle der Dresdner Hofkirche überführt.

Kanonisation: Der Seligsprechungsprozess wurde 1998 eingeleitet. Am Pfingstfest, dem 12. Juni 2011, wurde Alois Andritzki in Dresden seliggesprochen.

Worte des Seligen

In seinem Brief vom 3. März 1941 aus dem Untersuchungsgefängnis Dresden sieht Andritzki den vor ihm liegenden Weg als Weg zur Heiligkeit. Er schreibt:
Der Herr sei mit Euch! Er segne Euch und auch mich Geringen beim Streben nach der Heiligkeit. Heiligkeit ist ja die Übereinstimmung des Menschen in allem Denken und Tun mit Gott, dem allein Heiligen. Heiligkeit bedeutet die ganze Hingabe unseres Willens an den Willen Gottes. Wir wissen, dass dies leichter gesagt wird als getan. Solange der eigene menschliche Wille vorherrscht, spürt man gar nicht die Schwierigkeiten. Aber da, wo der eigene Wille ausgeschaltet wird und man in Lagen und Umstände hineingeführt wird, die einem persönlich gar nicht erwünscht sind, da beginnt erst eigentlich so recht die Einfügung des eigenen Willens an einen Höheren. Ach, man kann gar nicht alles so aussprechen, was man in Gedanken erwägt. Aber bloße Einordnung, vielleicht noch mit Widerwillen erfüllt, ist nicht Heiligkeit. Zur Heiligkeit gehört der eigene freie und bejahende Wille, der dem Willen des Höheren zugetan ist, und das vor allem dann, wenn auch damit Leid und Entsagung verbunden ist. Nun, mir ist ja hier Gelegenheit geboten, diesen Weg der Heiligkeit zu gehen. Ich will ihn gehen so froh und freudig, als es mir nur möglich ist, denn es gilt ja, mit Gott eins zu werden. Dieses Ziel hilft mir auch über alle menschlichen Schwächen, Wehmut – und ich brauch mich nicht zu schämen zu bekennen – über manche Augenblicke, da mir die Tränen über die Wangen rollen. Es gibt schon Stunden der tiefsten Verlassenheit, aber das muss ja sein, damit umso größer die Liebe und Freude Gottes in mir Raum gewinnen kann. Unerlässlich bei diesem Streben ist das Gebet – und ich danke Euch dafür mit meinem Gebet. Nichts Schöneres gibt es, als hineinzuwachsen in die Gleichförmigkeit mit dem Willen Gottes, darin uns Freude und Seligkeit gegeben ist.

In seinem Brief aus diesem Gefängnis vom 30. März 1941 sieht er sich in der Rolle des Simon von Cyrene:
Passionszeit! Christus ruft uns auf, ihm zu folgen. … Nicht mehr Knechte nenne ich euch, sondern Freunde! Dem Freunde gebührt es aber, mit dem Freund Freud und Leid zu teilen. Christus trägt das Kreuz für die Kirche, da können wir als seine Freunde nicht müßig zusehen – sondern mittragen. Simon von Cyrene durfte damals wirklich handgreiflich das Kreuz dem Herrn tragen helfen, ihm wurde es ungefragt aufgebürdet – da half kein Sträuben – und er trug es! Nun, mir ist es ähnlich ergangen. Die Natur, der Freiheitsdrang will [sich] aufbäumen, aber schon lastet die Schwere des Kreuzes auf der Schulter. So will ich es tragen, da ich doch sehe, dass ich nur Freundschaftsdienst erfüllen darf. So wird es mir leichter, ja man wird froh. Man trägt es ja nicht allein – Christus trägt es ja mit. Da braucht man nicht zu verzagen. Ich habe Mut, es zu tragen bis auf Golgotha – alles mit Christus auskosten. Dann aber wird desto größer der Friede die Unruhe des Herzens beseligen, und das Kreuz wird einen zur Herrlichkeit der Auferstehung führen. So erweist sich die Bejahung des Willens Gottes als das Beste; gerade das Schlimmste, was die Welt fürchtet – das Leid, das Kreuz führt zur ewigen Herrlichkeit.

Auch in folgendem Brief aus dem Gefängnis vom 27. Juli 1941 sieht er seinen Weg als Weg Gottes: Hochwürden, lieber Herr Propst und all Ihr Lieben! Nun bin ich hierin der mir wohlbekannten Anstalt. Es wird einem immer wieder ganz eigen zumute, wenn man des Weges inne wird, auf dem man schreitet. Wir wissen ja: nichts geschieht von ungefähr …. Gott führt uns überall daher …! Und es ist nicht immer ein gerader und bequemer Weg! Doch jeder Weg führt zum guten Ziele, wenn man der Führung Gottes vertraut und nicht aufhört, Ihn zu bitten, (die) Kraft und Gnade zu geben, immer seinem göttlichen Willen gemäß zu denken, reden und zu tun. Und so sollen diese Wochen hier mir Gelegenheit bieten, nach dem Geiste Gottes mich zu bewegen und als ein wahres Kind Gottes mich zu bewähren. Im Hinblick auf die ungewöhnliche Lage - eben da es ein Gefängnis ist - soll es auch eine Zeit der Abtötung und Buße sein. Ich will alles gerne tun und alles aufopfern vor allem für unsere leidenden Mitbrüder. Mit Gedanken bin ich ja immer dabei, mit Euch alle Sorgen - auch Freuden zu teilen. Die Gewissheit, die uns aus Römer 8, 12 - 17 klingt - wenn wir uns abtöten, werden wir leben - wenn wir mitleiden, werden wir mit verherrlicht werden, die lässt uns alles überwinden und immer wieder kindlich rufen: Abba, lieber Vater! Dank sei darum Gott!

Quellen: Benno Schäffel (Hg.): Alojs Andritzki. Ein Lebensbild, Leibzig 2010
Alojs Andritzki: Briefe. Ratibor 2011
Alojs Andritzki: https://www.bistum-dresden-meissen.de/upload/pastoral/pdfs/Jugendab

Zitate von von Alojs Andritzki:

Der Herr sei mit Euch! Seine Wege sind immer von seiner göttlichen Vorsehung uns Menschen so vorgeschriebenen, dass wir auf ihnen zu Ihm, dem ewigen und allerhabenen Herrn Himmels und der Erde gelangen können, ja müssen. Darum können wir nichts anderes als immer und überall, in jeder Lebenslage, Ihm Dank sagen, Ihm, dem dreieinigen Gott. (Brief aus dem KZ Dachau vom 18. Oktober 1941)

Wenn wir aber jetzt nicht gerade als Sämann wirken können, so wollen wir wenigstens das Samenkorn sein, um zur Zeit der Ernte vielfältige Frucht zu bringen. So sind wir allzeit an jedem Ort fähig, dem Herrn und seiner Kirche zu dienen. (Brief vom 8. Februar 1942)

Es sinnt sein Herz von Geschlecht zu Geschlecht, dem Tode ihre Seelen zu entreißen und sie in Hungersnot zu nähren. Dieser Gedanke erfüllt uns mit großer Hoffnung. Mag es auch noch so schwere Zeiten geben, nie sind wir verlassen. Wir sollen uns jetzt läutern, besonders jetzt bemühen, unser Herz Seinem Herzen gleich zu bilden - auch wir sollen im Gedanken der Generationen denken und leben und opfern: das Samenkorn, das stirbt, bringt neues Leben. Mit dem Worte Pauli: täglich lasst uns der Welt absterben wird ernst gemacht. Darum wissen wir auch, dass daraus neues Leben erblüht. So können wir mit innerer Ruhe die künftigen Tage erwarten. So ist uns das Herz Jesu, in dem die Glut der Liebe zu uns nie erlischt, wahrlich eine Stätte der Ruhe, aber auch uns Büssenden die rettende Zuflucht. Darum lasst uns nicht aufhören, dem dreieinigen Gott Dank zu sagen: Alleluja. (Brief vom 14. Juni 1942)

Das Herz wird mir nicht schwer, der Mut wird mir nicht sinken, weiß ich mich doch ganz in der Hand Gottes! Und solange ich immer noch einige Minuten Gelegenheit habe, die Heilige Schrift aus dem Messbuch oder Brevier betend zu betrachten, fühle ich mich geborgen und bin glücklich. (Brief vom 28. Juni 1942)

Quellen: Benno Schäffel (Hg.): Alojs Andritzki. Ein Lebensbild, Leibzig 2010
Alojs Andritzki: Briefe. Ratibor 2011
Alojs Andritzki: https://www.bistum-dresden-meissen.de/upload/pastoral/pdfs/Jugendab

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

  Weitere Informationen und die Anklageschrift von 1941 gibt es auf der Homepage über Alois Andritzki.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 03.10.2019

Quellen:
• Chronik für Windows 5.11 - http://www.chronik.ch
• http://www.bautz.de/bbkl/a/andritzki_a.shtml

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.