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Ökumenisches Heiligenlexikon

Aloisius von Gonzaga

italienischer Name: Luigi
französischer Name: Louis


Jugendbild
Jugendbild

Aloisius, Erbprinz des Markgrafen in Castiglione delle Stiviere, Ferrante de Gonzaga, wurde als erstes von acht Kindern durch seine Mutter Marta fromm erzogen. Als er vier Jahre alt war, wurde er von seinem Vater ins Militär eingeführt. Ab seinem zehnten Lebensjahr war er Page am florentinischen Hof der Medici in Brescia, im selben Jahr gelobt er Maria ewige Keuschheit.

Nordfront des Königspalastes in Madrid
Nordfront des Königspalastes in Madrid

1581 kam er zusammen mit zweien seiner Brüder und Maria, der Witwe von Kaiser Maximilian II., an den Hof von König Philipp II. in Madrid. Er lernte dabei nicht nur die führenden Leute seiner Zeit kennen, sondern auch die Sittenlosigkeit, Brutalität und Frivolität der führenden Schicht. Unter dem Einfluss seines Verwandten, des Kardinals Carlo Borromäus, von dem er 1580 auch die Erstkommunion erhielt, trat er am Tag der Himmelfahrt Mariä 1583 in Madrid in den Jesuitenorden ein - auf die Zustimmung des Vaters musst er längere Zeit warten, weil der in diesem Orden keine Chance sah, dass sein Sohn zu Kardinalsehren kommen könne. 1585 trat er seine Erbschaftsansprüche an seinen jüngeren Bruder ab.

Santuario San Luigi neben dem  Jesuitenkolleg in Castiglione delle Stiviere, beide 1608 bis 1625 errichtet, unter dem Altarbild Aloisius' Reliquien
Santuario San Luigi neben dem Jesuitenkolleg in Castiglione delle Stiviere, beide 1608 bis 1625 errichtet, unter dem Altarbild Aloisius' Reliquien

In Rom begann Aloisius 1585 sein Noviziat bei den Jesuiten, 1587 legte er im Jesuitenkolleg seine Gelübde ab. Robert Bellarmin, der eine Zeitlang sein Seelenführer war, vermerkte seine Bußstrenge, seine Frömmigkeit und seine große Begabung v. a. in praktischen Fragen. Auch ohne Rechtstitel blieb Aloisius der bestimmende Mann in seiner Familie, dessen Autorität trotz seiner Jugend respektiert wurde, nachdem der Vater 1586 gestorben war. Aloisius' Noviziat wurde durch schwere familiäre Streitigkeiten und territoriale Machtkämpfe belastet; 1589 vermittelte er im Erbrechtsstreit zwischen seinem Bruder Rodolfo und seinem Vetter Vincenzo, dem Herzog von Mantua, die sich um den Besitz in Solferino zankten. In seinem Orden widmete er sich theologischen Studien, vor allem aber der Krankenpflege. In zahlreichen Briefen betrieb er Seelsorge an Jugendlichen und er setzte sich dafür ein, dass auch Arme ein würdiges Begräbnis erhalten konnten.

Aloisius starb nach drei Monaten Leiden während einer Pestepidemie, bei der er sich bei der Pflege von Kranken die tödliche Ansteckung holte. Er hinterließ Briefe und Schriften, die besonders für die Bildung der Jugend beispielgebend waren. Die Volksfrömmigkeit zeichnete über ihn das Bild eines keuschen Unschuldsengels, der sich nicht einmal getraut habe, seine Mutter anzuschauen und Frauen nur mit niedergeschlagenen Augen begegnet sei.

Aloisius von Gonzaga bringt einen Kranken ins Hospital. Briefmarke der italienischen Post zum 400. Geburtstag 1968, nach einer Skulptur von Pierre Legros am Ospedale di S. Spirito in Rom
Aloisius von Gonzaga bringt einen Kranken ins Hospital. Briefmarke der italienischen Post zum 400. Geburtstag 1968, nach einer Skulptur von Pierre Legros am Ospedale di S. Spirito in Rom

Aloisius' Grab ist in der Kirche S. Ignazio in Rom, seine Schädelreliquie wird im Santuario San Luigi in Castiglione delle Stiviere verwahrt.

Kanonisation: Schon am 26. September 1605 wurde Aloisius von Papst Paul V. selig-, am 31. Dezember 1726 von Papst Benedikt XIII. zusammen mit Stanislaus Kostka heiliggesprochen; 1729 ernannte derselbe Papst ihn zum Patron der (studierenden) Jugend ; 1926 bestätigte Papst Pius XI. ihn als Patron der ganzen christlichen Jugend und der Studenten, 1991 schlug Papst Johannes Paul II. ihn als Patron gegen AIDS vor.
Attribute: Kruzifix, Lilienzweig, abgelegte Krone, Geißel, Jesuskind auf dem Arm, Rosenkranz, Totenkopf
Patron von Mantua; der Jugend und der Studenten; bei Berufswahl; gegen Augenleiden, Pest und AIDS

Andachtsbild
Andachtsbild

Catholic Encyclopedia

Der Königspalast in Madrid ist täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr, von April bis Oktober bis 20 Uhr zur Besichtigung geöffnet, der Eintritt beträgt 10 €, von Juni bis Oktpober 11 €. (2016)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 13.03.2017

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Erhard Gorys: Lexikon der Heiligen. dtv, München 1997
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Friedrich-Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990
• Johannes Reiber, E-Mail vom 27. April 2007
• Giobanni Arledler: San Luigi Gonzaga, Editrice Velar, Gorle 2012
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 1. Herder, Freiburg im Breisgau 1993

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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