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Ökumenisches Heiligenlexikon

Arbogast von Straßburg

Geburtsname: Arascach

Gedenktag katholisch: 21. Juli
Diözesankalender Freiburg im Breisgau und Straßburg

Name bedeutet: der fremde Erbe (althochdt.)

Einsiedler, Glaubensbote im Elsass, Bischof von Straßburg
* in Irland (oder in Aquitanien [?] in Frankreich)
† 618 (?) in Straßburg in Frankreich


Elsässischen Werkstatt von 1418: Arbogast zieht in Straßburg ein. Aus der „Elsässischen Legenda Aurea”, Straßburg, 1419, heute in der Universitätsbibliothek in Heidelberg
Elsässische Werkstatt von 1418: Arbogast zieht in Straßburg ein. Aus der Elsässischen Legenda Aurea, Straßburg, 1419, heute in der Universität in Heidelberg

Arbogast, in Irland als Arascach geboren, nach anderer Überlieferung aus Südfrankreich stammend, wurde wohl um 550 von Merowingerkönig Theudebald als Missionar ins Elsass gesandt.

Arbogast ließ sich der Legende nach im Wald von Hagenau - dem heutigen Haguenau - nieder und holte demnach eines Tages den von einem Eber getöteten Sohn von König Dagobert II. ins Leben zurück; darauf habe Dagobert II., der in Irland ausgebildet worden war, Arbogast zum Bischof von Straßburg ernannt *. Nach anderer Version soll der Sohn von Dagobert II. selbst die Stadt Rouffach dem Bischof von Straßburg als Besitz übergeben haben, nachdem ihn dieser vom Tode wiedererweckt hatte.

Ältere Legenden lassen Arbogast trockenen Fußes über einen Fluss schreiten, Kranke heilen, Dämonen vertreiben und Streitigkeiten schlichten. Er ließ sich demnach unter einem Galgen begraben, um einen unschuldig Hingerichteten zu ehren.

Als Bischof von Straßburg verbreitete er das Christentum wieder in der Stadt und erbaute die Marienkapelle. Er übernahm teilweise die aufgegebenen römischen Institutionen; so lieferte die einst für das Militär produzierende Ziegelei nun an den Bischof; dass die Stadt, die einen großen Teil ihrer Bewohner einbüßte, nicht aufgelassen wurde, ist wohl diesem Bemühen zu verdanken. Er gründete der Überlieferung nach das Kloster Surburg - das heutige Surbourg - sowie das später nach ihm benannte Stift in Straßburg; beide gehen wohl tatsächlich nicht auf ihn zurück. Er gilt als der Hauptbegründer des Christentums im Elsass, schon zu Lebzeiten hoch verehrt.

Manche Quellen geben als Todesdatum das Jahr 678 an, dem widersprechen die archäologischen Funde. Arbogast wurde in der alten römischen Nekropole vor der Stadt bestattet an der Stelle der heutigen Kapelle St-Michel.

Mitte des 10. Jahrhunderts wurde Arbogasts Lebensgeschichte verfasst, kurz danach wurden seine Reliquien ins Kloster Surburg und sein Kloster in Straßburg übertragen.

Arbogast-Kirche bei Götzis
Arbogast-Kirche bei Götzis

Weiteren Legenden zufolge soll Arbogast zuerst am Ort der heutigen Arbogast-Kapelle bei Götzis in Vorarlberg in Österreich als Einsiedler gelebt haben; dort wird er in der 1473 erstmals erwähnten Wallfahrtskapelle St. Arbogast verehrt.

Patron von Rufach/Rouffach im Elsass, Muttenz und Oberwinterthur - heute Stadtteil von Winterthur - in der Schweiz; gegen Fußleiden, Müdigkeit und Niedergeschlagenheit; des Bistums Straßburg

* Tatsächlich wurde Dagobert II. 652 geboren, als Arbogast wohl längst tot war. Auch die Korrektur dieser Legende zu Dagobert I. hilft nicht wirklich, er war damals deutlich zu jung; immerhin wurde der tatsächlich in Irland ausgebildet und galt lange Zeit als le bon roi, der gute König und Vorbild eines Herrschers; zudem hatte er einen Sohn Sigibert (III.). Bleiben Chlothar II., regierender König der Franken von 597 bis 629, oder vielleicht Sigibert I., König von Austrasien in den Jahren 561 - 575.

Die Arbogast-Legende in der Überlieferung der Brüder Grimm

Die Legende in Bildern an der Arbogast-Kirche bei Götzis


Bilder aus der Arbogast-Kirche in Oberwinterthur


Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia




Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 31.08.2015
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://www.newadvent.org/cathen/01686a.htm
• http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.a/a690883.htm
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
• Friedrich Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990
• Walter Drack, Karl Keller, Albert Knoepfli: Die reformierte Kirche St. Arbogast in Oberwinterthur. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 1984
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 1. Herder, Freiburg im Breisgau 1993