Ökumenisches Heiligenlexikon

Augustinus Gemelli

Taufname: Eduard
italienische Namen: Edoardo / Agostino

Gedenktag katholisch: 15. Juli

Name bedeutet: der Erhabene (latein.)

Ordensmann, Priester
* 18. Januar 1878 in Mailand in Italien
15. Juli 1959 daselbst


Eduard Gemelli, Sohn einer wohlhabende Familie, studierte in Pavia, wo er im Ghislieri-Colleg wohnte, an der Universität Medizin und schloss als Doktor ab. In dieser Zeit schloss er sich den Sozialisten an. Dann leistet er seinen Militärdienst in Mailand im Krankenhaus Sant'Ambrogio, wo er aus Enttäuschung über die Sozialisten zum Katholizismus zurückfand. 1903 trat er in Rezzato bei Brescia im Kloster San Pietro in Colle den Franziskaner-Minoriten bei mit dem Ordensnamen Augustinus. 1908 wurde er zum Priester geweiht. 1909 gründete er eine philosophische Zeitschrift und 1914 die Kulturzeitschrift Vita e Pensiero, Leben und Gedanken. 1909 bis 1912 kämpfte er auf der Grundlage seiner medizinischen Kenntnisse dafür, die wunderbare Natur vieler Heilungen, die am Sanktuarium in Lourdes stattfanden, wissenschaftlich zu untermauern; dafür verfasste er auch das Buch Der Kampf gegen Lourdes. Im 1. Weltkrieg leitete er ein psychophysiologisches Labor beim Oberkommando der Armee, wo er die Psychologie der Soldaten und insbesondere der Flieger studierte. 1919 gründete er zusammen mit Armida Barelli, die er schon länger als geistlicher Berater begleitete, den weiblichen Zweig der Missionare des Königtums (unseres Herrn Jesus Christus) als Institut geweihter Laien. Ab 1921 war er maßgeblich beteiligt an der Gründung der Katholischen Universität vom Heiligen Herzen in Mailand, die schon 1924 ihren Betrieb aufnehmen konnte und der er dann als Rektor vorstand. 1928 gründete er zusammen mit mit Georg La Pira den männlichen Zweig der Missionare des Königtums Christi. 1937 wurde er Präsident der im Vatikan in Rom angesiedelten Päpstliche Akademie der Wissenschaften; dieses Amt hatte er bis zu seinem Tod inne.

Zwischen Herbst 1938 und 1939 versuchte Augustinus Gemelli, die Kirche dazu zu bringen, die antisemitische Politik und Rassengesetze der Faschisten zu akzeptieren, und rechtfertigte in seiner Zeitschrift Vita e Pensiero die antisemitische Politik. Nach dem Krieg wurde Gemelli zum Mitglied des höheren Rates für öffentliche Bildung ernannt und widmete sich der Entwicklung der Katholischen Universität vom Heiligen Herzen, zu deren Rektor er 1953 auf Lebenszeit vom Staatspräsidenten ernannt wurde. 1958 konnte in Rom das dann nach ihm benannte Universitätskrankenhaus Gemelli-Kliniken gegründet werden.

1920 begutachtete Augustinus Gemelli die Stigmata von Pater Pio da Pietrelcina und äußerte in einem Brief an das Heilige Offizium, Pio sei ein Mann von lobenswertem Leben, aber kein Mystiker, und schlug Untersuchungen durch ein Expertenteam aus Theologen, Medizinern und Psychologen vor. 1926 schrieb Gemelli in einem neuen Brief an das Heilige Offizium, Pio sei ein ignoranter Psychopath, der sich der Selbstverstümmelung und künstlich herbeigeführte Stigmata hingab, um die Leichtgläubigkeit der Menschen auszunutzen.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 11.06.2022

Quellen:
• https://it.wikipedia.org/wiki/Agostino_Gemelli - abgerufen am 11.06.2022

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.


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