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Ökumenisches Heiligenlexikon

Brictius von Tours

auch: Brectus, Briccius, Brictio, Criccius

Gedenktag katholisch: 13. November
Übertragung der Gebeine: 7. April

Name bedeutet: nach einem normannischen Adelsgeschlecht (keltisch - latein.)

Bischof von Tours
* in Frankreich
† um 444 in Tours in Frankreich


Brictius war ein Schüler des Martin von Tours und wurde Priester. Weil er als weltlicher KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. die monastische Lebensweise nicht recht beachtete, gab es Konflikte und Spannungen mit Martin und dessen anderen Schülern, über die Sulpicius Severus berichtete. Dennoch wurde Britius um 397 Martins Nachfolger als Bischof. Er baute seinem Lehrer und Vorgänger zu Ehren die erste Kirche in Tours.

Die kritische Haltung des pragmatischen Brictius gegenüber dem nach Mönchsregeln lebenden Martin und seinen Schülern wird in den Legenden teils als Hochmut oder Neid, teils als verständnisloser Vorwurf gegenüber Martins übergroßer Demut ausgelegt: Es verdross ihn, dass der Bischof so stetiglich zum Himmel aufsah und er sagte einem suchenden Bittsteller: So du einen siehst, der gen Himmel gafft, das ist er. Sterbend prophezeite Martin ihm, dass er trotz seiner Schlechtigkeit Bischof werde, aber viele Widerwärtigkeiten erdulden müsse.

Statue, um 1515, im Badischen Landesmuseum in Karlsruhe
Statue, um 1515, im Badischen Landesmuseum in Karlsruhe

Auch als Bischof - so die Legenden - war Brictius nicht vor einem sündigen Leben gefeit. Des öfteren wurde er angeklagt, aber alle Anklagen wurden 398 auf der SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Turin abgewiessen. Brictius bemühte sich demnach 30 Jahre um ein Leben im Gebet; da traf ihn die Verleumdung, Vater des Kindes zu sein, das seine Wäscherin geboren hatte. Er beschwörte in Gegenwart der Verleumder das Kind in Christi Namen, es antwortete, er sei nicht der Vater. Brictius lehnte weitere Befragung ab, wurde aber der Zauberei angeklagt und forderte ein weiteres Gottesurteil heraus: er trug glühende Kohlen in seinem Mantelzipfel zum Grabe Martins, das Gewand blieb unversehrt. Dennoch seiner Würde enthoben, wandte Brictius sich an den Papst in Rom und blieb büßend sieben Jahre dort. Die an seiner Statt eingesetzten Bischöfe starben nacheinander, den letzten - dessen Tod man ihm bei der Heimkehr mitteilte - trug man, als Brictius zum einen Stadttor einzog, zum anderen hinaus. Nach sieben Jahren wurde er also wieder in das Bischofsamt eingesetzt. Dann entschlief er seliglich.

Bischof == Perpetuus förderte die Verehrung von Martin und als Kontrastbild die von Brictius, sie verbreitete sich rasch in Frankreich, Südwestdeutschland und bis nach Oxford. Gregor von Tours ließ Brictius' Gebeine 580 nach Clermont - dem heutigen Clermont-Ferrand überführen, heute liegen sie in der Kirche S. Michele in Pavia. Rund 160 Kirchen haben heute Brictius zum Patron, v. a. in Belgien, Deutschland und Frankreich. In Österreich wird er besonders verehrt in der Pfarrkirche in Radfeld bei Rattenberg in Tirol.

Attribute: Wickelkind im Arm, glühende Kohlen im Mantelzipfel, drei Ähren
Patron der Richter; der Kinder, Studenten und unschuldig Verleumdeten; gegen Leibweh und Unterleibskrankheiten

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Martyrologium Romanum Flori-Legium





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 10.08.2016
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 2. Herder, Freiburg im Breisgau 1994
• Ekkart Sauser. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. XIV, Herzberg 1998