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Ökumenisches Heiligenlexikon

Bruno I. von Köln

auch: Brun
auch: von Sachsen
Beiname: der Große

Gedenktag katholisch: 11. Oktober
gebotener Gedenktag im Bistum Köln
in Köln: auch 12. Oktober

Gedenktag evangelisch: 10. Oktober

Name bedeutet: der Braune, der Bär (althochdt.)

Erzbischof von Köln, Erzkanzler des Deutschen Reiches
* im Mai 925 in Deutschland
† 11. Oktober 965 in Reims in Frankreich


Bruno war der jüngste Sohn von König Heinrich I. und seiner Frau Mathilde, Bruder des späteren Kaisers Otto I. und von Geburt an für den geistlichen Stand bestimmt. Seine Ausbildung erhielt er ab 929 in der Domschule von Utrecht, er galt als einer der Gebildetsten des Reiches. Den gerade 14-jährigen holte Bruder Otto zurück an den Hof und machte ihn 940 im Alter von 15 Jahren zum Kanzler des Reiches. 950 wurde Bruno zum Priester geweiht; von 951 bis zu seinem Tod wirkte er auch als Erzkapellan. Der von tiefer Frömmigkeit erfüllte Bruno verbesserte die Ausbildung der Hofgeistlichen, führte die Hofschule zu neuer Blüte und setzte sich ein für die Ausbreitung der Reformen von GorzeDie Reformen von Gorze gingen im 10. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Gorze in Lothringen. Sie standen im Gegensatz zur den Reformen von Cluny; ihr Ziel war ein Mönchtum unter weltlicher Herrschaft, befreit von der Einflussnahme des Papstes. Die Reformen von Gorze kamen v. a. in Lothringen zum Tragen; entsprechende Reformen in Deutschland gingen aus vom reformierten Kloster St. Maximin in Trier., so nachweislich in der großen Abtei Lorsch, deren Leitung er selbst übernahm. 951 begleitete Bruno seinen Bruder Otto nach Italien und stand diesem auch beim Aufstand seines Sohnes Liudolf von Schwaben und seines Schwiegersohnes Konrad von Lothringen treu zur Seite.

953 wurde Bruno auf Wunsch von Otto I. zum Erzbischof von Köln gewählt; schon kurz zuvor hatte Otto ihn zum Herzog von Lothringen ernannt, was als Auftrag zur Sicherung der Herrschaft in Lothringen und auch zu militärischen Eingriffen im westfränkischen Reich zu verstehen war. Mit seiner Doppelstellung als Erzbischof und als Reichsfürst vertrat Bruno die Interessen seines königlichen Bruders. Auf der SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Aachen 953 band er den KlerusEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. eng an das Königtum und leitete damit die Neuorganisation der Reichskirche ein. Sein Mittel dazu war, dass er die Leitung der Domschule selbst in die Hand nahm, hier aus dem ganzen Reichsgebiet begabte Schüler um sich scharte und mit ihnen dann die wichtigsten Bischofsstühle besetzte, damit sie in seinem Sinne wirkten. Bruno war der erste Kölner Erzbischof, der weltliche und geistliche Gewalt gleichermaßen in Händen hielt; bis zur Säkularisation durch Napoleon 1801 blieben die Erzbischöfe von Köln auch weltliche Regenten. Otto I. wollte das Königtum gegenüber den Interessen der einzelnen Stammesfürsten absichern. Dabei spielte die Kirche eine entscheidende Rolle: frei von partikularen und regionalen, nicht zuletzt auch von familiären Interessen sollten die Bischofe zu Säulen des Reiches werden.

961 salbte Bruno seinen Neffen Otto II. in Aachen zum König. Während Otto I.' Italienfeldzug 961 bis 965 hatte Bruno die Regentschaft im Reich gemeinsam mit dem Bischof von Mainz und scheute auch vor Heereszügen nicht zurück. Bald nach Brunos Tod erzählte man von einer Vision des KlerikersEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. Poppo, wonach Brun wegen seiner übertriebenen weltlichen Studien vom höchsten Richter angeklagt, aber von Paulus verteidigt und gerechtfertigt worden sei.

Bruno gründete als Kölner Bischof die Benediktinerabtei St. Pantaleon und die Stifte Groß-St. Martin, St. Andreas und St. Maria im Kapitol, dazu in Soest das Patroklistift. Er ließ die Kirche St. Andreas neu bauen, erweiterte den Kölner Dom um ein Seitenschiff auf jeder Seite und brachte den Petrusstab - mit dem Maternus vom Tod auferweckt worden sein soll - und die Petruskette nach Köln.

Auf der Heimreise von Compiègne, wohin er als Friedensstifter gerufen war, starb Bruno, entkräftet von seinen vielfältigen Aktivitäten. Auf seinen Wunsch hin wurde er in dem von ihm gegründeten Kloster St. Pantaleon in Köln bestattet.

Mönch Ruotger vom Benediktinerkloster St. Pantaleon verfasste 989 Brunos Lebensgeschichte; sie versucht nachzuweisen, dass auch ein Bischof mit großer weltlicher Macht ein frommes Leben wie ein Mönch führen kann.

Kanonisation: 1870 wurde Brunos Verehrung als Heiliger approbiert.
Bauernregel: St. Bruno Sonnenschein / schüttet Zucker in den Wein.

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

  Schriften von Bruno und seine Lebensgeschichte gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 10.10.2015
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Erhard Gorys: Lexikon der Heiligen. dtv, München 1997
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://www.koelner-dom.de/index.php?id=18496
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 2. Herder, Freiburg im Breisgau 1994
• Friedrich-Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990
• Richard Mayer (Hg.): Die Heiligen in Deutschland. Verlag Neue Stadt, München 1987