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Ökumenisches Heiligenlexikon

Dorothea von Cäsarea

Gedenktag katholisch: 6. Februar
nicht gebotener Gedenktag im Piaristenorden
Gedächtnis IV. Klasse      Im alten Messbuch entspricht die IV. Klasse einem nichtgebotenen Gedenktag. Grundsätzlich werden offiziell alle Klassen als „Feste” bezeichnet, da der Rang ja nicht durch das Wort „Fest”, sondern durch die Klasse gekennzeichnet wird.
Trifft ein Fest IV. Klasse auf den selben Tag wie ein Fest III. Klasse, dann kann das Fest IV. Klasse nie gefeiert, sondern immer nur kommemoriert werden. Um ein solches „nichtfeierbares” Fest IV. Klasse zu kennzeichnen, bezeichnen wir es nicht als „Gedenktag”, sondern als „Gedächtnis” IV. Klasse.

gebotener Gedenktag im mozarabischen      Der mozarabische Ritus, auch „westgotisch” oder „altspanisch” genannt, ist eine Liturgie in der römisch-katholischen Kirche, die sich im 4./5. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel entwickelt hat und heute noch an einigen Orten in Spanien praktiziert wird. Der Name entstand nach dem Einfall der Mauren im Jahr 711, als die unter maurischer Herrschaft lebenden Christen – die „Mozaraber” – weiter ihren Glauben ausüben durften und damit auch diese Liturgie feierten. Ritus: 7. Februar
Übertragung der Gebeine in die Jesuitenkirche São Roque nach Lissabon: 25. Januar
Übertragung der Gebeine: 28. März

Gedenktag orthodox: 6. Februar

Name bedeutet: Gottes Geschenk (griech.)

Märtyrerin, Nothelferin
* um 290 in Cäsarea in Kappadokkien, heute Kayseri in der Türkei (?)
† um 304 (oder 287) daselbst


Ambrogio Lorenzetti: Dorothea, rechter Flügel eines Marienaltars, um 1325, in der Pinacoteca Nazionale in Siena
Ambrogio Lorenzetti: Dorothea, rechter Flügel eines Marienaltars, um 1325, in der Pinacoteca Nazionale in Siena

Nach den Legenden flüchtete die christliche Familie des Dorus und der Thea aus einer altrömischen Senatorenfamilie mit ihren zwei Töchtern schon vor der Zeit der Christenverfolgung unter Diokletian und siedelte in Cäsarea in Kappadokkien, wo dann die dritte Tochter, Dorothea, geboren wurde. Der Statthalter der Provinz, Fabricius, wünschte die Herangewachsene zu heiraten; sie offenbarte, dass sie Christin sei und nur Christus angehören wolle; Fabricius ließ sie deshalb vor Gericht bringen.

Die erste Marter mit wallendem Öl konnte Dorothea nichts anhaben; sie entstieg dem Kessel als wie mit edlem Balsam gesalbt. Nach neuer Bedrohung wurde sie neun Tage und Nächte ohne Nahrung in einen lichtlosen Kerker gesperrt; schöner als je zuvor trat sie aus ihm heraus. Noch schrecklicher bedroht, bat sie ihren himmlischen Gemahl um ein Zeichen: Ein Götterbild auf hoher Säule wurde daraufhin von Engeln gestürzt und zerbrochen, viele Menschen sahen die Engel, hörten Teufel in der Luft schreien und bekehrten sich. Als auch gütliches Beschwören des Richters nichts vermochte, ließ er Dorothea mit den Füßen an das Folterpferd hängen, sie geißeln und ihre Brüste mit Fackeln brennen; dem Tode nahe wurde sie davongetragen. Über Nacht aber heilten ihre Wunden, sie stand ohne Schaden auf. Da ließ der Richter ihre beiden Schwestern Christina und Callista ergreifen, die zwar vom Glauben abgefallen waren, sich nun aber doch wieder öffentlich zu Christus bekannten. Aneinander gebunden wurden sie in ein Feuer geworfen und verbrannt.

Als sie mit dem Tod bedroht wurde, erwiderte Dorothea, den wolle sie gerne leiden aus Liebe zu ihrem Herrn, in dessen Garten sie sich ewiglich erfreuen, Rosen und Äpfel brechen werde. Das hörte der Schreiber Theophilus und rief Dorothea höhnisch zu: Wenn du zu deinem Gemahl in den Garten kommst, so schicke mir doch von den schönen Rosen und süßen Äpfeln welche zu! Hinausgeführt betete Dorothea an der Richtstätte, als ein goldlockiger Knabe in sternbesticktem Kleidchen mit einem Korb voller Rosen und Äpfeln erschien. Dorothea schickte ihn zu Theophilus, neigte sich und wurde enthauptet. Das Kind brachte Rosen und Äpfel zu Theophilus und wurde vor seinen Augen entrückt. Dieses, und die Gabe mitten im Winter empfangen zu haben, bekehrte Theophilus; er bekannte sich mit lauter Stimme zum Christenglauben, wurde ergriffen, vielfältig gemartert, nach erbetener Frist getauft, schließlich enthauptet und sein Leichnam zerstückelt den Tieren vorgeworfen.

Tiziano Vecellio: Maria mit dem Jesuskind, Dorothea und Georg, 1516 - 20, im Nationalmuseum del Prado in Madrid
Tiziano Vecellio: Maria mit dem Jesuskind, Dorothea und Georg, 1516 - 20, im Nationalmuseum del Prado in Madrid

Zum ersten Mal genannt wurde Dorothea - zusammen mit Theophilus - im Hieronymus zugeschriebenen Martyrologium. Nach mancher Überlieferung starben mit Dorothea auch die beiden Schwester Christe und Calliste. Seit dem 14. Jahrhundert wurde die nur in ihrer lateinischen Fassung überlieferte Leidensgeschichte auch in zahlreichen deutschen Vers- und Prosafassungen überliefert und nahm ihre Verehrung hier großen Aufschwung. In England sind Legenden aus dem 15. Jahrhundert überliefert.

Dorothea gehört mit den Heiligen Mädchen Barbara, Margareta und Katharina zu den Virgines Capitales, wird verehrt als Nothelferin und ist in der mittelalterlichen Kunst eine der beliebtesten Heiligen. Die Verehrung nahm ab, darüber lästert eine bayerische Volksweisheit: Die heilige Dorothea/mit den langen Füßen /ist amol im Himmel g'west/und hat oba müssen. Bei der Reform      Nach Abschluss und im Auftrag des => 2. Vatikanischen Konzils wurde im Jahr 1969 eine Liturgiereform in der römisch-katholischen Kirche durchgeführt; in diesem Rahmen wurden auch Änderungen im Römischen Generalkalender vorgenommen; der erneuerte wurde mit dem 1. Januar 1970 in Kraft gesetzt. wurde Dorothea aus dem Kalender gestrichen, im Martyrologium Romanum von 2001/2004 ist sie wieder enthalten.

Reliquien werden in Rom und Bologna verehrt. Die Dorotheen-Kirche in Breslau/Wroclaw wurde ursprünglich für Augustiner-Eremiten erbaut und ist bis heute Pfarrkirche; in der Breslauer Ratskapelle wurde ab 1445 eine Kopfreliquie aufbewahrt. Verbreitet waren im Mittelalter besonders in Ostdeutschland Dorotheaspiele. In Eger - dem heutigen Cheb in Tschechien - ist seit 1455 bezeugt, dass Schulkinder am Dorotheatag öffentlich Dorothealieder sangen und beschenkt wurden.

Attribute: Körbchen von Blumen (Rosen) und Äpfeln
Patronin der Blumengärtner und -händler, Bierbrauer, Bergleute, Bräute, Neuvermählten und Wöchnerinnen; gegen Armut, falsche Anschuldigungen, Geburtswehen und Todesnöte

Totenmaske, heute in der Kirche S. Maria la Nuova in Neapel
Francisco de Zurbarán (1598 - 1664): Dorothea, Privatbesitz

Bauernregeln: St. Dorothee/gibt den meisten Schnee.
Dorothea mit einem Korb voll Rosen / lässt den Winter nochmals tosen
Manchmal bringt die Dorothee / uns den allermeisten Schnee.
Die Heilige Dorothee / watet gerne durch den Schnee.
Dorothea feiert gern ein Winterfest, / hängt Girlanden aus Schnee in der Bäume Geäst.
Hat Dorothea noch Winterkraft, / sie Wehen aus Schnee am Wegesrand schafft.
Bringt Dorothee recht viel Schnee, / bringt der Sommer guten Klee.
Wärmt Dorothea mit Schnee die Saaten, / wird’s Korn vortrefflich im Sommer geraten
Streut Dorothea Schnee über Wald und Feld, / ist’s gut um unser täglich’ Brot bestellt;
doch fehlt dem Acker die weiße Pracht, / sein Anblick den Bauer nicht glücklich macht.

Wenn Dorothea noch Schnee bestellt / bringt Matthias den Frühling zur Welt
Vermehrt sich um Dorothea die weiße Pracht / um Roman bestimmt der Frühling erwacht
Wenn Dorothea aus Eis noch Brücken baut / der Schnee um Roman ganz gewiss taut
Nach dem Dorotheentag / kein Schnee mehr gerne kommen mag.
Wenn Dorothea über Pfützen springt, / die Amsel erst im April wieder singt

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 01.02.2017

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Werner Pohl, E-Mail vom 27. Februar 2005
• http://www.bauernregeln.net/februar.html
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000
• http://agrarheute.com/landleben/umwelt/%27sankt_dorothee_bringt_den_meisten_schnee%27.html?redid=327233
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 3. Herder, Freiburg im Breisgau 1995
• Dr. Reinhard Rinnerthaler: Als Petrus sein Bier lieber rettete als die Kirche. edition innsalz, Ranshofen 2014

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.