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Ökumenisches Heiligenlexikon

Eadmer

auch: Edmer

Gedenktag katholisch: 6. Mai

Name bedeutet: durch Besitz berühmt (althochdt.)

Mönch
* vor 1066
1126 (?) in Canterbury in England


Eadmer war Benediktinermönch im von Augustinus von Canterbury gegründeten Kloster an der Kathedrale in Canterbury, wo er Anselm von Canterbury kennenlernte. 1120 wurde zum Bischof von St Andrews in Schottland berufen, aber nie geweiht, weil sie Schotten ihn nicht anerkannten; nach einem Jahr trat er deshalb zurück und wurde wieder Mönch in Canterbury. Er verfasste die Historia Novorum in Anglia, die Neue Geschichte von England, die besonders die Jahre 1066 und 1122 behandelt und das bedeutendste Geschichtswerk üner das Land in jener Zeit ist, und um 1124 Anselms Lebensgeschichte. Eadmer vertrat als einer der ersten die Lehre von der unbefleckten Empfängnis Marias, die er als volkstümliche Traditionen verteidigte, denn in Canterbury, Worcester und Winchester gab es seit um 1030 Gegenstand deren liturgische Verehrung und einen Festtag am 8. oder 9. Dezember.

Lanfranc von Canterbury hatte zuvor das Fest von der unbefleckten Empfängnis Marias bei seiner Neuordnung des liturgischen Kalenders verworfen; die Vorstellung einer sündenlos von einer Jungfrau geborenen Maria wurde damals von Rom nicht gebilligt und von einigen sogar als Häresie angesehen. Eadmer argumentierte, dass die menschliche Vollkommenheit Christi voraussetzte, dass auch seine Mutter ohne Sünde sein musste. Im Laufe des 12. Jahrhunderts verbreitete sich Eadamers Ansicht in ganz England und Frankreich, weitgehend und ironischerweise wegen der falschen Auffassung, dass Eadmers Schrift De Conceptione Sanctae Mariae, Von der Empfängnis der Heiligen Maria von Anselm stmme; der allerdings hatte den Gedanken der sündenlos geborenen Maria abgelehnt, da damit die absolute Notwendigkeit für die Inkarnation in Jesus „Christus” von Nazaret zerstört sei.

In der Enzyklika Ad diem illum laetissimum, Für diesen freudvollen Tag, 1904 von durch Papst Pius X. zum Juniläum der Einführung des Dogmas von der unbefleckten Empfängnis Marias veröffentlicht, zitierte er Eadamer.

Worte des Heiligen

Am Beispiel der Kastanie zeigt Eadmer auf, dass es Gott vermochte, Maria von Anfang an vor jeder Sünde zu bewahren:
Schau auf die Kastaniennuss: Wenn von einem Baume ihrer Art eine Frucht fällig wird, dann erscheint ihre Hülle ganz borstig und von Stacheln überall aufs dichteste bedeckt. In ihrem Innern entsteht aber die Kastanie zunächst in Form einer milchigen Flüssigkeit, nichts Stacheliges, nichts Hartes, nichts durch Dornen Schädliches an sich tragend oder irgendwie an sich fühlen lassend. Dort wird sie in aller Zartheit ernährt, gehegt und aufgezogen. Dann, nach ihrer Art und Beschaffenheit geformt und nunmehr ausgewachsen, wird sie als reife Frucht aus der zerbrochenen Hülle herausgeworfen, ganz frei von jedem Dornenstichlein und jeglicher Rauheit.
Gib acht! Wenn Gott es der Kastanie verleiht, dass sie, inmitten von Dornen, doch von, Stacheln frei erzeugt, aufgezogen und geformt wird, konnte er es dann einem menschlichen Leibe, den er sich selbst zu seinem Tempel bereitete, in dem er leibhaft wohnte, von dem aus er in der Einheit der Person wahrhaft Mensch werden sollte, nicht verleihen, dass er, mag er inmitten der Sündenstacheln empfangen sein, von jedem Anteil an den Dornenstacheln völlig frei blieb? Er konnte es offensichtlich. Hat er es gewollt, dann hat er es also getan.


Eadmer bringt einen weiteren Vergleich zu diesem Thema:
Ferner: Stell Dir einen Mächtigen vor, der sich einen Palast errichten will, der in besonderer Weise für seinen eigenen Gebrauch geeignet sein soll, in dem er selbst bei vielen festlichen Anlässen verweilt und dort allen, die seiner Hilfe und seines Rates bedürftig sind, milderen und froheren Antlitzes antwortet oder hilft. Würde er es zulassen, so frage ich, dass dieses Palastes Fundament brüchig oder mit Kot beschmiert und ohne Einklang und Zusammenhang mit dem zu errichtenden Bau sei? Das glaube ich nicht, wenn er vernünftigen Sinnes wäre und auch seine Absicht zur Ausführung bringen möchte. Also: Dass die göttliche Weisheit vor aller Zeit geplant hat, sich eine Wohnung zu errichten, die sie in besonderer Weise bewohne, daran halten wir mit unerschütterlichem Glauben fest. Welche Wohnung das aber gewesen ist, ist aller Welt schon längst bekannt. …
Als dieses Heiligtum, das Wohnschloss der alles umfassenden Versöhnung, durch das Wirken des Heiligen Geistes erbaut wurde, da trat meines Erachtens ans Tageslicht seines Fundamentes Anfang, der Beginn der Empfängnis Mariens, die wir den Palast selbst nennen. Wenn nun ihre Empfängnis durch irgendeinen Sündenmakel verdorben gewesen ist, dann stimmte die Grundmauer der Wohnung göttlicher Weisheit mit dem Bau selbst nicht überein und war ohne Zusammenhang mit ihm.

Quelle: Eadmer: Die Empfängnis der Seligen Jungfrau, übersetzt von Carl Feckes. Paderborn 1954, S. 17 - 19

Zitate von Eadmer:

Einzig die Sünde war es, welche die Menschen vom Frieden mit Gott losriss. Damit der Sohn Gottes sie zunichte mache und so das Menschengeschlecht zum Frieden zurückrufe, wollte er Mensch werden, und zwar dergestalt, dass nichts an ihm anzutreffen sei, was auch nur irgendwie mit dem Gemeinschaft habe, wodurch der Mensch mit Gott im Widerspruch stand. Weil es demnach so sein sollte, geziemte es sich, dass die Mutter, aus der er dergestalt gebildet werden sollte, von jeder Sünde frei sei. Denn wie sollte sonst mit jener allerhöchsten Reinheit ein Fleisch so innig vereint sein, dass der in Gott aufgenommene Mensch und Gott selbst so sehr eins sind, dass das, was Gottes ist, unterschiedslos des Menschen, und das, was des Menschen, Gottes ist?

Nichts, o Herrin, ist Dir gleich, nichts Dir vergleichbar. Alles nämlich, was existiert, steht entweder über Dir oder unter Dir. Über Dir steht Gott allein; unter Dir alles, was nicht Gott ist. Wer näherte sich Deiner Höhe? Wer langte an sie heran? Um zu dieser Höhe emporzusteigen, hast Du sicherlich im Niedrigsten, das heißt im Schoße Deiner Mutter, ganz klein begonnen. Wärest Du nicht in dieser Art empfangen worden und hättest Du nicht so Deinen Anfang genommen, dann wärest Du auch zu einer solchen Höhe nicht emporgewachsen.

Quelle: Eadmer: Die Empfängnis der Seligen Jungfrau, übersetzt von Carl Feckes. Paderborn 1954, S. 20 - 23

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 11.10.2019

Quellen:
• P. Ezechiel Britschgi: Name verpflichtet. Christiana, Stein am Rhein, 1985
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 2. Band: E-H. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1861
• https://en.wikipedia.org/wiki/Eadmer

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.