Ökumenisches Heiligenlexikon

Jakobus von der Mark

auch: Jacobus
italienischer Name: Giacomo de Marchia, della Marca
Familienname: Picéni

Gedenktag katholisch: 28. November
Hochfest in Monteprandone
gebotener Gedenktag im Orden der Franziskaner-Observanten
nicht gebotener Gedenktag im Kapuzinerorden
Diözesankalender von San Benedetto del Tronto-Ripatransone-Montalto

Name bedeutet: der Nachgeborene
oder: Gott schützt (hebr.)

Priester, Ordenskommissar, Volksprediger
* 1. September 1393 in Monteprandone bei Ancona in Italien
28. November 1476 in Neapel in Italien


Jakobs Geburtshaus in Monteprandone
Jakobs Geburtshaus in Monteprandone

Jakob wurde in Ascoli Piceno ausgebildet, studierte Jura in Perugia und arbeitete dann als Richter in der Toskana und dann als Notar der Stadt Florenz. 1416 trat er in Assisi dem Orden der Franziskaner-Minoriten bei und wurde Schüler von Johannes von Capestrano und Bernhardin von Siena; 1423 wurde er zum Priester geweiht. Ab 1426 wirkte er als Volksprediger in der Toskana, in Umbrien und in den Marken. 1430 gründete er zusammen mit Bernhardin die Wallfahrtskirche Maria Santissima del Lattani in Roccamonfina bei Caserta. In Cardagnano bei Sarnano fällte er zwei alte Eichen und ersetzte deren Verehrung in heidnischen Kulten durch den Kult der Madonna der Eichen und eine zu ihr bis heute praktizierte Wallfahrt. Er gründete mehrere Darlehenskassen gegen den Wucher, sogenannte Montes Pietatis.

Jakobs Brief an Johannes von Capestrano, im Museo Libreria di San Giacomo della Marca in Monteprandone
Jakobs Brief an Johannes von Capestrano, im Museo Libreria di San Giacomo della Marca in Monteprandone

Auch im damals ungarischen Nagyvárad - dem heutigen Oradea in Rumänien -, wohin er 1436 kam, fällte er eine mit heidnischen Kulten verehrte Eiche. 1437 wurde er Inquisitor und Ordenskommissar in Ungarn und Böhmen, wo er energisch gegen die Hussiten auftrat; in Bosnien bekämpfte er die Bogomilen. 1439 nahm er in Florenz am Konzil teil das versuchte, eine Einigung zwischen der lateinischen und den Orthodoxen Kirchen zu erreichen. Papst Calistus III. erteilte ihm 1455 den Auftrag, die Einheit des Franziskanerordens wieder herzustellen, der sich in Observanten und Minoriten gespalten hatte; diese Bemühungen blieben freilich erfolglos. 1459 nahm er an der SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Mantua teil, die einberufen wurde, um einen Kreuzzug gegen die Türken auszurufen.

Als Friedensstifter vermittelte er zwischen seit langem verfeindeten Städten Fermo und Ascoli Piceno, was 1446 und dann 1463 zu dauerhaftem Erfolg führte.

1462 sagte Jakob in seiner Osterpredigt, Christi am Kreuz vergossenes und auf die Erde hinabgefallenes Blut sei am Auferstehungstag nicht wieder mit seinem Leib vereinigt worden. Diese Aussage stieß bei dem Dominikaner == Jakob von Brescia auf heftige Opposition, noch am selben Tag wurde sie von den Dominikanern für häretisch erklärt. Beide Orden beschuldigten sich gegenseitig der Ketzerei, auch das Volk ergriff Partei. Papst Pius II. versuchte zu Weihnachten 1463, die Steitfrage in einer Disputation zu klären, die Entscheidung wurde jedoch aus politischen Gründen aufgeschoben.

Jakob wirkte mit an der Zivilgesetz-Gebung in elf Städten, grünete neue Bruderschaften und schrieb 18 Bücher.

Santuario und Franziskanerkloster San Giacomo della Marche bei Monteprandone
Santuario und Franziskanerkloster San Giacomo della Marche bei Monteprandone

Im von ihm gegründeten Franziskanerkonvent seines Heimatortes Monteprandone richtete Jakob eine reich ausgestattete Bibliothek ein, von der 61 Bücher heute noch im zivilen Museum der Stadt erhalten sind, darunter ein Originalbrief an seinen Freund Johannes von Capestrano. Die Kirche des von Jakob nahe Montepradone 1449 gegründeten Klosters, dessen Kirche er der Santa Maria delle Grazie weihte, bewahrt Reliquien von beiden Heiligen; jene von Jakob ruhten bis zum Jahr 2001 in der Kirche Santa Maria la Nova in Neapel. 1543 wurde auf Kosten der Einwohnerschaft von Monteprandone eine Jakob geweihte Kapelle angebaut; die ganze Kirche ist heute als Santuario für ihn ausgestattet, auch der Konvent trägt seinen Namen. Das kleine Haus, in dem Jakob geboren wurde, hat die Stadt 1926 - zum 200. Jubiläum seiner Heiligsprechung - als Gedenkstätte hergerichtet.

Kanonisation: Jakob wurde am 12. August 1624 durch Papst Urban VIII. selig- und am 10. Dezember 1726 unter Papst Benedikt XIII. heiliggesprochen.
Patron von Neapel und Monteprandone
Attribute: Abendmahlskelch, aus dem eine Schlange entweicht, Ampulle mit IHS-Monogramm

Martyrologium Romanum Flori-Legium

Die Orte, in denen Jakob predigte:
… in seiner Heimatprovinz Marken
… im übrigen Italien
… in Osteuropa und in Nahost





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 16.02.2020

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Michael Tilly. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †(Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. II, Hamm 1990
• Voce del Santario S. Giacomo della Marca - S. Maria delle Grazie 8/2010
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996
• https://it.wikipedia.org/wiki/Giacomo_della_Marca

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.








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