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Ökumenisches Heiligenlexikon

Margareta Bourgeoys

italienischer Name: Marguerite

Gedenktag katholisch: 12. Januar
gebotener Gedenktag in Kanada

Name bedeutet: die Perle (griech.)

Ordensgründerin
* 17. April 1620 in Troyes in Frankreich
† 12. Januar 1700 in Montréal in Kanada


Pierre Le Ber: Portrait, enstanden gleich nach Margaretas Tod im Januar 1700, im Musée Marguerite-Bourgeoys in Montréal
Pierre Le Ber: Portrait, enstanden gleich nach Margaretas Tod im Januar 1700, im Musée Marguerite-Bourgeoys in Montréal

Margareta Bourgeoys, drittes von neun Kindern eines Geschäftsmannes, verlor im Alter von 18 Jahren ihre Mutter und wurde dann für die Führung des Haushaltes verantwortlich. Weltlichen Freuuden zunächst nicht abgeneigt, erlebte sie während einer Prozession am Rosenkranzfest 1640 eine Bekehrung durch eine ihr auffallend licht und schön erscheinende Marienstatue. Sie wurde Mitglied des Konvents Notre Dame in ihrer Heimatstadt, durfte aber zuhause leben; nach einiger Zeit stand sie dieser Kongregation als Präfektin vor. Nach zwölf Jahren wollte sie unter dem Einfluss ihres Beichtvaters sich ganz dem Leben in einem Orden widmen, wurde aber sowohl bei den Karmelitinnen wie bei den Klarissen abgewiesen. 1653 besuchte der Gouverneur der französischen Kolonie Ville Marie - des heutigen Montréal in Kanada -, seine Schwester in Troyes; er wurde auf Margareta aufmerksam und überzeugte sie, nach Kanada zu kommen und dort missionarisch zu wirken.

Nach einiger Bedenkzeit reiste sie am 20 Juli 1653 ab und kam im November in Kanada an. In Ville Marie wirkte sie zunächst im Haus des Gouverneurs, dann als Krankenschwester und Hebamme, schließlich als Lehrerin und Gründerin der Schwesternschaft Notre Dame de Villemarie, Unsere Lieben Frau von Villemarie. 1658 konnte die erste Schule eröffnet werden. Auf Reisen nach Frankreich fand sie für ihre Kongregation Frauen, die mit ihr zur Unterstützung der Arbeit nach Kanada gingen; Schwestern aus dem französischen Kanada und Indianerinnen der Irokesen schlossen sich der rasch wachsenden Gemeinschaft an. Sie wurde 1671 vom König, 1675 von Bischof Franz von Montmorency-Laval und 1698 vom Papst bestätigt.

Als Montmorency-Lavals Nachfolger die Kongregation mit den von Maria von der Menschwerdung Guyart Martin nach Kanada gebrachten Ursulinen vereinigen wollte, konnte sie dies verhindern.

Kanonisation: Margareta wurde am 12. November 1950 durch Papst Paul XII. selig- und am 31. Oktober 1982 durch Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen.



Papst Johannes Paul II. sagte bei der Heiligsprechung:

Die missionansche Sorge trieb die hl. Marguerite Bourgeoys auf den Spuren der kanadischen Märtyrerheiligen in die neue Welt Amerikas. Sie widmete sich dort vor allem als Lehrerin den Kindern und erfüllte diese Aufgabe mit großer Sachkenntnis und ohne einen Unterschied zu machen zwischen den Indianermädchen und den Töchtern der französischen Siedler. Sie schätzte und achtete alle als Blutstropfen unseres Herrn und wollte sie durch eine umfassende Erziehung darauf vorbereiten, gute Frauen und Mutter zu werden. Dabei handelte es sich vor allem darum, sie in die Kunst der Hauswirtschaft und in die praktischen Arbeiten einzuführen, die es ihnen ermöglichen würden, von ihrem Arbeitslohn ihren Lebensunterhalt zu bestreiten und vor allem ihr Leben am häuslichen Herd, ob an einem reichen oder einem armen, zu formen oder abwechslungsreicher zu gestalten. Das Ergebnis war, dass die Mädchen fast gebildeter wurden als die Jungen. So war Marguerite Bourgeoys eine Wegbereiterin der zu jener Zeit seltenen Förderung der Frau. Sie vertraute auf die Fähigkeiten der Indianerinnen, die nicht zögerten, Lehrerinnen zu werden.

Noch eine Besonderheit der Tätigkeit der hl. Marguerite Bourgeoys ist zu erwähnen: Statt die Schülerinnen in einem Pensionat in der Großstadt unterzubringen, zog sie Schulen am Ort mitten unter der Bevölkerung vor, Schulen, die stets offen waren für die Anwesenheit der Eltern und deren Anregungen. Marguerite Bourgeoys hielt es auch nicht für weniger unentbehrlich, den Grund fur solide und gesunde Familien zu legen. Sie sollte damit zur Lösung eines für diesen Ort und für diese Zeit ganz spezifischen Problems beitragen. Den Männern, die als Soldaten oder als Siedler in jenes Land der Neuen Welt gekommen waren, fehlte es für die Realisierung eines Zentrums der Glaubensverkündigung in Ville-Marie, das sich von anderen Kolonisierungen unterscheiden sollte, an guten Ehefrauen. Da ließ nun die Heilige in Frankreich möglichst kräftige und tugendhafte Madchen suchen. Ihnen wollte sie ihr erzieherisches Konnen zuteil werden lassen. Sie wachte mütterlich mit viel Liebe und Vertrauen über sie und nahm sie in ihr Haus auf, um sie auf die Rolle zuverlässiger, christlicher, gebildeter und fleißiger sowie ausstrahlender Ehefrauen und Mütter vorzubereiten. Gleichzeitig war die Heilige den rauhen Mannern behilflich, verständnisvolle Ehegatten und gute Väter zu werden.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 03.01.2015

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 6., Herder, Freiburg im Breisgau 1997
• Ferdinand Holböck: Die neuen Heiligen der katholischen Kirche, Band 1. Christiana, Stein am Rhein 1991

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.