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Ökumenisches Heiligenlexikon

Paul vom Kreuz

italienischer Taufname: Paolo Francesco Danei


Andachtsbild
Andachtsbild

Paul wurde als ältestes von 16 Kindern in der zweiten Ehe seines Vaters, des verarmten Adeligen Danei, geboren und erhielt nur eine ganz einfache Schulbildung. Eine Predigt seines Dorfpfarrers bewirkte seine Bekehrung, als er 20 Jahre alt war. Zwar arbeitete er weiter im Betrieb seines Vaters, der mit mit Tuchen und Garnen handelte, engagierte sich aber mehr und mehr in der katechetischen Arbeit seiner Gemeinde, zudem verbrachte er jeden Tag viele Stunden im Gebet und mit geistlichen Übungen, besonders geprägt von der Verehrung des Leidens Jesu. 1715 erwog er, sich einem Kreuzzug gegen den Islam anzuschließen, verwarf dies aber, als eine innere Stimme ihm sagte, dass Waffen die Welt nicht ändern können. In einer Vision sah er sich dann selbst barfuß in einem schwarzen Büßergewand. 1720 hatte er erneut eine mystische Schau, in der ihm Maria den den Ruf vermittelte, Gefährten um sich zu sammeln, und dass die Grundlage ihrer Spiritualität das Leiden Jesu sein soll.

Gefördert von seinem Ortsbischof, Francesco Arborio di Gattinara von Alessandria, führte Paul ab 1720 ein Leben als Büßer im schwarzen Gewand; er verschoss sich 40 Tage in einen Raum einer kleinen Pfarrkirche, erarbeitete die Grundzüge der späteren Regel seines Ordens und erhielt vom Bischof die Erlaubnis zu predigen. Paul arbeitete nun in der Krankenpflege am Hospital San Gallicano in Rom und lebte dann aufgrund einer neuen Marienerscheinung als Einsiedler auf dem Monte Argentario auf der Halbinsel Orbetello, wo sich sein Bruder Giovanni Battista ihm anschloss. 1725 erhielt er von Papst Benedikt XIII. die mündliche Anerkennung seiner Ordensregel für die Passionisten, den Orden der KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. des heiligen Kreuzes und des Leidens unseres Herrn Jesu Christi, der die Tatkraft der Jesuiten mit der Einsamkeit der Kartäuser verbinden sollte, und die Genehmigung, weitere Gefährten um sich zu sammeln.

Altarbild, 1727, im Santuario Scala Santa in Rom
Altarbild, 1727, im Santuario Scala Santa in Rom

1727 weihte Papst Benedikt XIII. Paul und seinen Bruder Johannes im Petersdom zu Priestern. Paul lebte in völliger Einsamkeit, seine Frömmigkeit wurzelte vor allem in der Kreuzesliebe und im mystischen Gebetsleben. Zeitweise zog er als Bußprediger durch das Land, hielt Volksmissionen und Exerzitien ab und wurde schon zu Lebzeiten wie ein Heiliger verehrt, bis 1737 das erste Kloster des Ordens auf dem Monte Argentario eröffnet werden konnte. 1741 wurde der Orden durch Papst Benedikt XIV. offiziell anerkannt, Paul legte zusammen mit den ersten fünf Gefährten die Gelübde ab und nahm den Ordensnamen Paul vom Kreuz an. Der neue Orden der Passionisten hielt Volksmissionen Einkehrtage ab mit großem Zulauf. Die Zahl der Mitglieder und der Ordenshäuser stieg sprunghaft, 1752 gab es bereits 110 Passionisten.

1769 wurden die Passionisten endgültig päpstlich anerkannt, Paul wurde Ordensgeneral, das Generalat verlegte er nach Rom ins Kloster an der Kirche Santi Giovanni e Paolo, das ihm Papst Clemens XIV. 1773 übergab. 1771 wurde der weibliche Ordenszweig gegründet.

Paul hinterließ umfangreiche geistliche Schriften: Briefe, ein geistliches Tagebuch, Regel, Konstitutionen und weitere Anleitungen für seinen Orden. Erst 1976 wurde sein Traktat Morte mistica, geistlicher Tod, wieder aufgefunden. Das Sterbezimmer von Paul ist im Kloster an Santi Giovanni e Paolo in Rom unverändert erhalten, in einer Kapelle dieser Kirche werden seit 1870 seine Gebeine aufbewahrt.

Liegefigur in der Kirche Santi Giovanni e Paolo in Rom
Liegefigur in der Kirche Santi Giovanni e Paolo in Rom

Kanonisation: Papst Pius IX. sprach Paul am 1. Mai 1853 selig und am 29. Juni 1867 heilig.

Catholic Encyclopedia

  Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon

Die Kirche Santi Giovanni e Paolo in Rom ist täglich von 8.30 Uhr bis 12 Uhr und von 15.30 Uhr bis 18.30 Uhr - im Winter nur bis 18 Uhr - geöffnet. (2017)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 08.07.2018

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 7., Herder, Freiburg im Breisgau 1998
• Infotafel in der Kirche Santi Giovanni e Paolo in Rom
• http://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/Tagesheiliger-19-Oktober-Der-heilige-Paul-vom-Kreuz;art312,182518

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.