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Ökumenisches Heiligenlexikon

Rita von Cascia

Gedenktag katholisch: 22. Mai
nicht gebotener Gedenktag
Fest im Orden der Augustiner-Eremiten
Messe an einigen Orten

Name: Koseform für Margaretha - die Perle (griech. - italien.)

Nonne, Mystikerin
* vor 1370 (?) in Roccaporena bei Cascia in Umbrien in Italien
† 20. Mai 1447 in Cascia in Italien


Andachtsbild
Andachtsbild

Rita - mit vollem Namen wohl Margherita Lotti - Mancini wurde in der Kollegiatskirche Santa Maria della Visitazione in Cascia getauft und später gegen ihren Willen zur Ehe mit Paolo di Ferdinando gezwungen. Nach 18 Ehejahren wurde ihr gewalttätiger Mann 1401 ermordet. Die beiden Söhne Gian Giacomo und Paolo Maria schworen Blutrache, Rita betete, dass sie lieber sterben sollten als zu Mördern werden, was 1402 tatsächlich geschah. Rita wollte nun als Augustiner-Eremitin ins Kloster in Cascia eintreten, wurde aber abgewiesen. Die Überlieferung berichtet, dass daraufhin Johannes der Täufer, Augustinus und Nikolaus von Tolentino in einer nächtlichen Vision der Rita erschienen und sie zur Klosterpforte führten, worauf sie eingelassen wurde. Nach mehrmaliger Abweisung wurde sie 1407 tatsächlich aufgenommen.

Rita führte nun ein Leben in strengster Entsagung und Buße. Ihre mystischen Erfahrungen reichten bis zur Stigmatisierung durch die Wundmale der Dornenkrone Jesu Christi im Jahr 1432: ein Dorn aus Jesu Krone bohrte sich in ihre Stirn, sie trug von da ab die schmerzende und offene Wunde 15 Jahre lang bis zu ihrem Tod. Vor ihrem Ableben habe sie gebeten, ihr eine Rose aus dem Garten zu bringen; obwohl es bitterkalter Winter gewesen sei, habe ein Rosenstrauß geblüht.

Bald nach Ritas Tod geschahen an ihrem Grab viele Wunder, schnell verbreitete sich ihr Verehrung als Helferin in aussichtslosen Nöten. Zehn Jahre nach ihrem Tode wurde ihr unversehrter Leib in die Sakristei ihres Klosters übertragen. 1937 wurde in Cascia neben dem alten Kloster eine Rita geweihte Basilika erbaut, sie ist ein vielbesuchter Wallfahrtsort: in Italien übertrifft nur Antonius und inzwischen Padre Pio Rita an Volkstümlichkeit. Am Abend vor ihrem Gedenktag wird Cascia jedes Jahr mit tausenden Fackeln und Kerzen erleuchtet; am Gedenktag führt eine Prozession von ihrem Geburtsort Roccaporena nach Cascia, wo dann Szenen aus ihrem Leben nachgespielt werden. In Erinnerung an das Rosenwunder werden in Italien am 22. Mai sogenannte Rita-Rosen geweiht. Eine Bruderschaft, 1904 in Rom gegründet, führt ihren Namen. Auch in Südamerika und auf den Philippinen sind ihr viele Kirchen geweiht, in der Kathedrale in Albacete ist ihr eine Kapelle geweiht, eine Bruderschaft, der ausschließlich Mütter angehören, fördert die Verehrung.

Rosensegnung in der Kirche S. Agostino in Rom: Die Rosen werden der Statue der Heiligen Rita kurz ans Herz gelegt
Rosensegnung in der Kirche S. Agostino in Rom: Die Rosen werden der Statue der Heiligen Rita kurz ans Herz gelegt

In Deutschland wurde die Gemeinschaft der Ritaschwestern 1911 vom Augustinerpater Hugolinus Dach in Würzburg gegründet. Eine Wallfahrt zur heiligen Rita findet jedes Jahr am 22. Mai in Mainz in der Josephskirche statt.

Kanonisation: Rita wurde 1627 von Papst Urban VIII. selig- und am 24. Mai 1900 von Papst Leo XIII. heiliggesprochen.
Attribute: mit Kreuz, Wunde an der Stirn, Rose
Patronin der Wursthersteller; in aussichtslosen Anliegen und Examensnöten; gegen Pocken

Bilder aus den Santuarien in Cascia und Roccaporena


Catholic Encyclopedia

  Die Kongregation der Ritaschwestern informiert auf ihrer Homepage über den Orden und sein Wirken.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 08.08.2016
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• http://members.chello.nl/~l.de.bondt/IncorruptBodies.htm
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 8. Herder, Freiburg im Breisgau 1999