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Ökumenisches Heiligenlexikon

Rochus von Montpellier

Gedenktag katholisch: 16. August
gebotener Gedenktag im weiblichen Zweig des Malteserordens
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Fulda und Mainz, im Erzbistum Mailand und im Ambrosianischen      Die Ambrosianische Liturgie entstand im 8. Jahrhundert unter orientalischem Einfluss, sie wird auf Ambrosius von Mailand zurückgeführt, von dem wohl die meisten Texte auch stammen. Sie wird v. a. in der Kirchenprovinz Mailand und im Bistum Lugano benutzt. Karl Borromäus förderte diese Sonderform, im Mittelalter wurde aus ihr auch die Gleichwertigkeit des Mailänder Erzbistums gegenüber Rom abgeleitet. Teil des Bistums Lugano, im Bistum Opole / Oppeln, in den Bistümern Valencia, Orihuela-Alicante, Santander und Segorbe-Castellón sowie bei den Franziskaner-Tertiaren
Messe an einigen Orten
Erscheinung in Frascati: 18. Juni

Name bedeutet: der Fels (französisch - latinisiert)

Pilger
* um 1349 * in Montpellier in Frankreich
† 16. August um 1379 in Voghera in Italien


Giorgone (1477 - 1510): Maria mit dem Jesuskind, Antonius von Padua (links) und Rochus (rechts), im Nationalmuseum del Prado in Madrid
Giorgone (1477 - 1510): Maria mit dem Jesuskind, Antonius von Padua (links) und Rochus (rechts), im Nationalmuseum del Prado in Madrid
Fernández de la Vega: Statue, 1658, in der Kathedrale in Oviédo
Fernández de la Vega: Statue, 1658, in der Kathedrale in Oviédo

Die Überlieferungen über Rochus sind legendär. Demnach wurde er während des 100-jährigen Krieges geboren als Sohn des noblen Herren Jean Roch de la Croix, der 1363 erster Konsul von Montpellier wurde, und der aus der Lombardei stammenden Liberia; von seinen Eltern wurde er christlich erzogen, sie ließen ihn in der Kirche Notre Dame des Tables taufen. Er studierte Medizin und wurde bei den Dominikanern in Montpellier weiter ausgebildet. 1358 und 1361 starben während der Pestepidemien in der Stadt monatelang täglich bis zu 500 Menschen, auch Rochus verlor im Alter von 17 Jahren beide Eltern. Er schenkte sein Vermögen den Armen, trat in den Dritten Orden der Franziskaner ein und begab sich auf Pilgerfahrt nach Rom. 1367 erreichte er Acquapendente bei Viterbo, wo er drei Monate lang blieb und bei der Pflege von Pestkranken half; dabei zeigte sich seine Gabe, Pestkranke allein durch das Zeichen des Kreuzes Christi wundersam zu heilen. Er wollte dann den Heimweg antreten, aber in Cesena, wo auch die Pest wütete, erkannte er, dass Gott ihn brauche, und setzte seine Reise nach Rom fort.

Anfang 1368 kam er nach Rom und heilte im Hospiz Santo Spirito wieder viele Menschen, darunter einen Kardinal, dennoch blieb er arm und ohne Ansehen. Er traf hier auch den nach Rom zurückgekehrten Papst Urban V., den er schon bei der Weihe der neuen Klosterkirche und zukünftigen Kathedrale in Montpellier kennengelernt hatte; der habe zu ihm gesagt: Es scheint mir, dass du ins Paradies kommst.

Jacques Gamelin (1738 - 1803: Rochus heilt Pestkranke, in der Kirche St-Vincent in Carcassonne
Jacques Gamelin (1738 - 1803: Rochus heilt Pestkranke, in der Kirche St-Vincent in Carcassonne

1370 verließ Rochus Rom, um nach Montpellier zurückzukehren; auf der Rückreise heilte er in Piacenza wieder Pestkranke und wurde dabei selbst von der Seuche befallen; im Spital ob seiner Armut nicht geduldet, zog er sich in eine Hütte des nahen Waldes Sarmato zurück, um dort zu sterben; eine Quelle entsprang, um ihm Wasser zu geben, und der Hund des benachbarten Edelmanns Gothard Pallastrelli brachte ihm täglich Brot **. Schließlich erschien ein Engel, der Rochus heilte, worauf dieser wieder nach Piacenza ging, um sich den Pestkranken zu widmen, und dann die Heimreise anzutreten. Unterwegs wurde er in die Geschehnisse des Krieges zwischen dem Herzog von Mailand und der päpstlichen Liga verwickelt: als Spion verdächtigt, wurde er in Broni bei Pavia verhaftet und nach Voghera gebracht. Obwohl sein Onkel dort Stadtherr war, gab Rochus die Anonymität als Pilger nicht auf und bat ihn nicht um Hilfe, sondern ertrug fünf Jahre lang die Gefängnishaft. Erst in der Nacht seines Todes offenbarte er sich dem Priester, der ihm Beistand leistete.

Jacques-Louis David: Rochus bittet Maria um Heilung für Pestkranke, 1780, im Musée des Beaux-Arts in Marseille
Jacques-Louis David: Rochus bittet Maria um Heilung für Pestkranke, 1780, im Musée des Beaux-Arts in Marseille

Nun wurde auch das kreuzförmige Muttermal auf Rochus' Brust erkannt, das seit seiner Geburt immer größer und schöner geworden war. Er wurde in Voghera bestattet, wo schon 1382 sein Andenken begangen wurde und ihm heute die Kirche geweiht ist.

1420 wurde in Montpellier eine Rochus geweihte Kapelle errichtet. Rochus' Lebensgeschichte verfasste der Philosoph und Staatsmann Francesco Diedo 1478 in Venedig, ältere Akten datieren nach 1430 und besitzen ebenfalls kaum Glaubwürdigkeit.

Rochus wurde schon Anfang des 15. Jahrhunderts in Südfrankreich verehrt. Der größte Teil seiner Gebeine wurde 1485 nach Venedig übertragen, wo man für ihn die Kirche S. Rocco erbaute; kleine Reliquien kamen im 19. Jahrhundert in die Kirche St-Roch nach Montpellier. Von Venedig aus verbreitete sich die Verehrung rasch, Rochus wurde einer der volkstümlichsten Heiligen, oft als Nothelfer angerufen, obwohl er nicht zu den klassischen 14 Nothelfern gehört. Spitäler für Pestkranke wurden nach ihm Rochus-Hospital genannt. Allein in Italien sind ihm 3000 Kirchen geweiht, 74 Orte und 36 Stadtteile größere Städte tragen dort seinen Namen. Insbesondere die Franziskaner förderten seine Verehrung. In Ruffano bei Lecce in Apulien wird für ihn jährlich ein großes Patronatsfest gefeiert, denn hier wird erzählt, er sei dort begraben. In Südfrankreich und Nordspanien werden bis heute an Häusern die Buchstaben VSR, Vive Saint Roche, es lebe der Heilige Rochus, angebracht. In Deutschland gibt es aufgrund eines Gelübdes seit dem Pestjahr 1666 die - auch von Johann Wolfgang von Goethe geschilderte - Wallfahrt auf den Rochus-Berg bei Bingen, Europas größte zu seinen Ehren; dort wurde 1754 die Rochus-Bruderschaft gegründet, 1814 die Kapelle erneuert.

Kanonisation: Die Nachricht, das Konzil von Konstanz habe 1414 Rochus' Verehrung offiziell anerkannt und ihn mit einer Prozession gewürdigt, ist legendär. Dass Papst Clemens VII. um 1530 und Papst Benedikt XIII. um 1727 ihn für heilig erklärt haben, ist ebenfalls nicht auf ein offizielles Verfahren zurückzuführen.
Attribute: als Pilger, Pestbeule am Oberschenkel, Hund mit Brot im Maul, Salbenbüchse
Patron von Montpellier, Venedig, Parma und Eichtal in Oberschlesien - dem heutigen Dąbrówka Górna in Polen; der Gefangenen, Kranken, Kranken- und Siechenhäuser; der Ärzte, Chirurgen, Apotheker, Bauern, Gärtner, Schreiner, Pflasterer, Bürstenbinder, Totengräber und Kunsthändler; des Viehs; gegen Pest und Cholera, Seuchen, Tollwut, Fuß-, Bein- und Knieleiden, Unglücksfälle
Bauernregel: Wenn St. Rochus trübe schaut, / kommt die Raupe in das Kraut.

Rochus-Altar in der Kirche St-Roch in Montpellier
Rochus-Altar in der Kirche St-Roch in Montpellier

* In deutschen Quellen werden allgemein für Rochus die Lebensdaten von 1295 bis 1327 genannt; diese stammen aus der Vita Sancti Rochi des Francesco Diedo von 1478. In Montpellier und internationalen Quellen werden in Folge der Forschungen von Pierre Bolle aus dem Jahr 2001 die nun auch von uns benutzten Daten genannt.

** Dieser Edelmann Gothard Pallastrelli zeigte sich der Legende zufolge von Rochus' Beispiel so beeindruckt, dass er zu dessen Schüler und dann zu einem Einsiedler wurde, der dem Gotthard-Pass seinen Namen gab. Er war demnach der erste Biograf von Rochus und zeichnete dessen einziges authentisches Portrait, das in der Kirche S. Anna in Piacenza zu sehen ist.

Catholic Encyclopedia

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Reliquienbüsten: Rochus und Blasius (links), auf dem Parament im Hintergrund Teresa von Ávila. 17. Jahrhundert, im Museum Santa Teresa in Alba de Tormes
Reliquienbüsten: Rochus und Blasius (links), auf dem Parament im Hintergrund Teresa von Ávila. 17. Jahrhundert, im Museum Santa Teresa in Alba de Tormes




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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 20.08.2016
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 8. Herder, Freiburg im Breisgau 1999
• Informationen in der Kirche St-Roch in Montpellier