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Ökumenisches Heiligenlexikon

Ursula Gräfin Ledóchowska

Taufnamen: Julia Maria

Gedenktag katholisch: 29. Mai
gebotener Gedenktag in Polen
Diözesankalender von Poznań / Posen
gebotener Gedenktag im Bistum Sankt Pölten: 6. Juli

Name bedeutet: U: kleine Bärin (latein.)
oder:
kleines Schlachtross (german.)
J :aus dem Geschlecht der Julier (latein.)
M: die Beleibte / die Schöne / die Bittere / die von Gott Geliebte (aramäisch)

Nonne, Ordensgründerin
* 17. April 1865 in Loosdorf in Österreich
† 29. Mai 1939 in Rom


Julia Maria war die Tochter des polnischen Grafen Anton Walka-Ledóchowski und der schweizer Gräfin Josephine Salis-Zizers, Schwester von Maria Theresia Ledóchowska und des späteren Jesuitengenerals Wladimir Ledóchowski, ihr Onkel Mieczysław Halka Ledóchowski war Erzbischof von Gnesen / Gniezno und Posen / Poznań, später Kardinal und Präfekt der Kongregation zur Verbreitung des Glaubens in Rom. 1873 verlor ihr Vater beim Bankenkrach große Teile seines Vermögens, die Familie musste aus finanziellen Gründen nach St. Pölten und 1883 nach Lipnica in Polen umziehen. 1885 starb Julias Vater.

Julia wurde 1886 Nonne im Ursulinenorden in Krakau / Kraków und nahm den Ordensnamen Ursula an. Sie arbeitete als Lehrerin und Erzieherin, 1904 bis 1907 war sie die Oberin. 1906 errichtete sie ein Pensionat für Studentinnen, zudem gründete sie die Vereinigung der Marienkinder. 1907 gründete Ursula ein Tochterkloster des Ordens in St. Petersburg und ein weiteres im damals finnischen Sortavala; dort pflegte sie ökumenische Kontakte zur lutherischen Kirche, verfasste einen finnischen Katechismus und eröffnete eine Krankenstation für arme Fischer. Die Ordensniederlassung in St. Petersburg wurde 1908 selbständig und war Keimzelle der später von Ursula gegründeten Grauen Ursulinen.

Mit Ausbruch des Krieges 1914 wurde Ursula wegen ihrer österreichischen Staatsbürgerschaft aus Russland ausgewiesen und musste nach Schweden ins Exil gehen. Dort pflegte sie wieder ökumenische Kontakte und lernte Erzbischof Nathan Söderblom kennen, hielt Einkehrtage für die in der Diaspora lebenden Katholiken und gab eine katholische Monatszeitschrift heraus, die bis heute in Uppsala erscheint. Von 1915 bis 1918 reiste sie durch die skandinavischen Länder, um auf mehr als 80 Konferenzen über Kultur und Geschichte des polnischen Volkes zu berichten und Spenden zu sammeln; die Gründung örtlicher Komitees diente ebenfalls der Beschaffung von Unterstützung für die Menschen im besetzten Polen. 1917 erschien in Stockholm ihr Werk Polonica in drei Sprachen; im selben Jahr ging Ursua nach Dänemark, um dort den polnischen Flüchtlingen zu helfen. In Aalborg gründete sie 1918 eine Hauswirtschaftsschule für polnische Mädchen und ein Waisenhaus.

1920 kehrte Ursula nach Polen zurück; ihre Erfahrungen während des Krieges hatten sie aber von den aristokratisch geprägten Schwestern im Ursulinenkloster in Kraków entfernt; deshalb gründete sie die Ursulinen vom Todesangst leidenden Herzen Jesu, die Grauen Ursulinen, als auch formell eigenständige Kongregation mit Aufgaben in der Fürsorge für Arme, Kranke, Alte und Kinder aus sozial schwachen Familien. 1923 wurde die Gemeinschaft probeweise kirchlich anerkannt, 1930 endgültig, Ursula war deren erste Generaloberin, das Mutterhaus war in Pniewy. 1931 ging sie nach Rom, wo 1928 das Generalat ihres Ordens eröffnet worden war, hielt viele Reden vor Staatsmännern und setzte sich für die Unabhängigkeit Polens ein.

Beim Tod der Gründerin hatten die Grauen Ursulinen mehr als 100 Schwestern in 35 Klöstern. Heute wirken sie mit mehr als 95 Niederlassungen in Polen, Italien, Frankreich, Deutschland, Finnland, Weißrussland, in der Ukraine, in Kanada, Brasilien, Argentinien und in Tansania.

Nach der Seligsprechung 1983 wurden Ursulas Reliquien ins Mutterhaus der Grauen Ursulinen in Posen überführt.

Kanonisation: Ursula wurde am 20. Juni 1983 von Papst Johannes Paul II. in Poznań selig- und am 18. Mai 2003 von ihm heiliggesprochen.
Patronin der Diözese Poznań / Posen

  Weitere Informationen hält Dr. Josef Spindelböck bereit auf seiner Webseite stjosef.at.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 15.05.2017

Quellen:

• Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken (Hg.): Heilige in Nordeuropa. Paderborn 2000
• http://de.wikipedia.org/wiki/Ignacy_Kazimierz_Led%C3%B3chowski
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 10. Herder, Freiburg im Breisgau 2001
• Ferdinand Holböck: Die neuen Heiligen der katholischen Kirche, Band 1. Christiana, Stein am Rhein 1991

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.