Ökumenisches Heiligenlexikon

Concepción Cabrera de Armida

Rufname: Conchita

1 Gedenktag katholisch: 3. März

Name bedeutet: nach der unbefleckten Empfängnis der Gottesmutter Maria

Tertiarin
* 8. Dezember 1862 in San Luis Potosí in Mexiko
3. März 1937 in Ciudad de Mexico / Mexiko City in Mexiko


Concepción Cabrera de Armida
Concepción Cabrera de Armida

Concepción Cabrera, Tochter einer wohlhabenden Familie, heiratete 1884 Francisco Armida in der Kirche Nuestra Señora del Carmen in ihrer Heimatstadt; das Paar bekam dann bis 1899 neun Kinder. Sie widmete sich Studien, unterstützte das Studieren ihrer Kinder und machte spirituelle Übungen. Bei einer dieser Exerzitien hörte sie eines Tages deutlich eine Stimme: Ihre Mission ist es, Seelen zu retten. Von da an bestand ihre Hingabe darin, dem Herrn Jesus Christus zu gefallen; sie trat als Tertiarin dem Franziskanerorden bei und ritzte sich mit einem glühenden Messer IHS als Zeichen ihrer Zugehörigkeit zu Jesus in die Brust. Conchita wurde nun Inspiratorin für fünf Werke des Kreuzes: Das erste Werk war 1895 das Apostolat des Kreuzes, das diejenigen ermutigt, die alle Handlungen ihres Lebens heiligen möchten. Aus beruflichen Gründen zog die Familie dann nach Mexiko City. Dort folgte 1897 in ihrem Geist die Gründung der Ordensleute vom Kreuz des Heiligsten Herzens Jesu, deren Hauptzweck die Anbetung des Allerheiligsten Sakraments ist. 1901 starb ihr Mann. 1909 wurde das Liebesbündnis mit dem Heiligsten Herzen Jesu ins Leben gerufen für Laien, die den Geist der Ordensleute vom Kreuz in der Welt zu pflegen, und 1912 die Bruderschaft Christi des Priesters für WeltpriesterWeltpriester - oder auch Diözesanpriester - sind in der römisch-katholischen Kirche alle Priester, die keinem Orden angehören., die an den Werken des Kreuzes teilnehmen. Fünftes und erfolgreichstes Werk war 1914 die Gründung der Priesterkongregation der Missionare des Heiligen Geistes mit Niederlassungen in Mexiko, den USA, in Kolumbien, Costa Rica, Chile, Spanien und Italien.

Ab 1893 bis zu ihrem Tod verfasste Concepción Cabrera de Armida ein geistliches Tagebuch mit dem Titel Cuenta de Conciencia de Concepción Cabrera de Armida, Bericht über das Bewusstsein von Concepción Cabrera de Armida, ein theologisches Vermächtnis aus 66 handgeschriebenen Bänden - ein ebenso umfangreiches Werk wie das von Thomas von Aquin -, in dem sie alle Mitteilungen niederschrieb, die sie aus himmlischer Quelle erhielt.

Die sterblichen Überreste von Concepción Cabrera de Armida liegen in der Krypta der Kapelle San José del Altillo in Mexiko-Stadt.

Kanonisation: Concepción Cabrera de Armida wurde am 4. Mai 2019 in der Basílica de Santa María de Guadalupe in Mexico City durch Kardinal Giovanni Angelo Becciu im Auftrag von Papst Franziskus seliggesprochen.

Worte der Seligen

In ihrem Tagebuch erzählt Concepción Cabrera de Armida mit völliger Natürlichkeit und bemerkenswerter Offenheit von ihrer Kindheit und ihrem Familienleben:

Meine Eltern waren Octaviano de Cabrera und Clara Arias. Beide stammten aus San Luis Potosí, wo sie heirateten und wo ich geboren wurde. Meine Mutter war sehr krank und konnte mich nicht stillen. Sie tat alles, um eine Amme für mich zu finden. Eines Tages schwebte sie sogar in Lebensgefahr. In dieser Notlage ordnete der Arzt an, mich weit außerhalb der Stadt auf ein großes Landgut zu bringen. Dort bot die Frau des Pförtners aus Mitleid an, mich zu stillen, während ihr eigener Sohn einer anderen Amme anvertraut wurde. Sie rettete mir das Leben. Ihr Name war Mauricia. Ich liebte sie sehr, und als ich alt genug war, verstand ich immer besser, wie viel ich ihr verdankte. Später erzählte mir meine Mutter, dass sie auf dem Weg zur Hacienda Angst gehabt habe, mein Gesicht aufzudecken, weil sie jeden Augenblick fürchtete, ein totes Kind in den Armen zu halten.
Mein Geburtsort war San Luis Potosí. Ich wurde in einem Haus geboren, das meinen Eltern gehörte und gegenüber der Kirche des heiligen Johannes von Gott lag. Dort wurde ich auch getauft. Ich habe immer in diesem Haus gelebt, außer während kurzer Zeiten, in denen wir wegen Umbauarbeiten ausziehen mussten. Dort wohnte ich bis zu meiner Heirat. Dort wurde auch mein Sohn Ignacio geboren, als ich mich aus gesundheitlichen Gründen vorübergehend dort aufhielt. Dort starben mein Vater, meine Schwester Carlota und mein Bruder Constantino.
Meine Eltern waren ausgezeichnete Christen. Auf den Haciendas leitete mein Vater jeden Tag den Rosenkranz in der Hauskapelle, zusammen mit der ganzen Familie, den Arbeitern und einigen Bewohnern der Umgebung. Wenn er wegen dringender Geschäfte verhindert war, übertrug er mir diese Aufgabe. Manchmal kehrte er zurück, bevor wir den Rosenkranz beendet hatten, und tadelte mich anschließend wegen mangelnder Andacht. Er sagte, meine Vaterunser und Ave Maria würden mich bis ins Fegefeuer begleiten, und dort würde sie niemand haben wollen, weil sie so schlecht gebetet seien.
Mein Vater war sehr barmherzig gegenüber den Armen. Wenn er jemanden in Not sah, konnte er die Hilfe nicht verweigern. Er war so fröhlich und offenherzig. Ich durfte ihm in seiner Todesstunde beistehen. Er selbst zeigte großen Mut. Er bereitete eigenhändig den Altar für die Wegzehrung vor, bat seine Kinder um Verzeihung für jedes schlechte Beispiel und jede Ärgernisgebung. Dann nahm er uns einzeln in die Arme, küsste jeden von uns und gab jedem einen persönlichen Rat. In seinem Testament bat er darum, ohne Gedenktafel, ohne Grabstein und sogar ohne Namensinschrift bestattet zu werden - nur mit einem einfachen Kreuz. So schmerzlich es für uns war, wir erfüllten seinen letzten Wunsch.
Meine Mutter war eine Heilige. Sie war bereits mit zwei Jahren Waise geworden und hatte viel gelitten. Mit siebzehn Jahren heiratete sie. Sie bekam zwölf Kinder: acht Jungen und vier Mädchen. Ich war das siebte Kind, zwischen Juan und Primitivo, dem Jesuiten.
Meine Mutter pflanzte meiner Seele die Liebe zur allerseligsten Jungfrau und zur Eucharistie ein. Sie liebte mich von ganzem Herzen und war tief betrübt, als ich heiratete. Dennoch sagte sie mir, mein Mann sei ein außergewöhnlicher Mensch und nicht jeder sei wie er. Sie musste große Leiden ertragen. Armut liebte sie leidenschaftlich. Sie übte unzählige verborgene Tugenden, und ihr Martyrium blieb allen unbekannt. Nach einem Schlaganfall war sie zwölf Stunden lang bewusstlos. Durch inständiges Gebet gewährte Gott ihr noch Zeit zur Beichte. Ein zweiter Anfall führte zu ihrem Tod. Ich stand ihr im Sterben bei und legte sie anschließend selbst in ihren Sarg.
Ich besuchte nur drei Schulen: als kleines Kind die Schule einiger alter Dienerinnen namens Santillana; später für kurze Zeit die Schule von Madame Negrete; schließlich eine Schule der Barmherzigen Schwestern. Als diese ausgewiesen wurden, war ich erst acht oder neun Jahre alt. Meine Mutter wollte mich danach nicht mehr auf eine andere Schule schicken. Lehrer kamen ins Haus, um uns Unterricht zu geben und Musik zu lehren.
Meine Bildung blieb sehr bescheiden - nicht wegen eines Versäumnisses meiner Eltern, sondern wegen meiner eigenen Dummheit, meiner Trägheit und der vielen Ortswechsel und Reisen während meiner Schulzeit. Vor allem war ich der Musik verfallen. Klavierspielen und Singen waren meine größte Freude. Wie viele Stunden meines Lebens habe ich damit verschwendet! Gott möge mir vergeben!
Meine Mutter lehrte uns die Führung eines Haushalts - vom Bodenschrubben bis zur Stickerei. Mit zwölf Jahren war ich bereits für die Haushaltsausgaben verantwortlich. Auf der Hacienda mussten die Kühe gemolken, der Teig geknetet und die Mahlzeiten zubereitet werden. Meine Mutter duldete keine Untätigkeit. Sie achtete streng darauf, dass wir immer beschäftigt waren. Und das waren wir auch: flicken, stopfen, nähen, Vorspeisen, Süßigkeiten und Gebäck herstellen. Darüber hinaus lehrte sie uns Demut und warnte uns vor Eitelkeit. Die arme Mutter arbeitete unermüdlich daran, uns gut zu erziehen und uns von jeder Selbstsucht zu befreien.
An vielen Sonntagen lud sie uns zu einem Spaziergang ein und führte uns stattdessen ins Krankenhaus, damit wir die Sterbenden und die Verstorbenen sahen. Schon als Kinder mussten wir kranke Freunde pflegen, sobald diese schwer erkrankten. Sie ließ mich Männern, Frauen und Kindern, Reichen und Armen in ihrer Todesstunde beistehen. So lernte ich, keine Angst vor dem Tod zu haben, sondern den Sterbenden durch Gebet zu helfen, sie anzukleiden und für ihre Sauberkeit und Würde zu sorgen.

Weder mein Vater noch meine Mutter konnten jede Art von Affektiertheit ertragen. Als ich sechs Jahre alt war, stieg ich allein auf ein Pferd. Das Tier erschrak, stieg hoch und warf mich ab. Mein Vater kümmerte sich nicht um meine Tränen. Er ließ mich einen Schluck Wasser trinken und befahl mir dann, sofort wieder aufzusteigen! So verlor ich jede Angst vor Pferden. Bald war ich sogar stolz darauf, die temperamentvollsten Tiere zu reiten, die sonst niemand beherrschen konnte. Ich habe Pferde immer leidenschaftlich geliebt. Wie oft nahm mich mein Mann später in Mexiko zu Ausritten mit! Und das Einzige, worauf ich achtete, waren die Pferde. Die Menschen erschienen mir alle gleich.

Quelle: Concepción Cabrera de Armida, bearbeitet von Marie-Michel Philipon O.P.: Diario Espiritual de una madre de Familia. Ed. Ciudad Nueva, Madrid 1999; zusammengestellt und übersetzt von Dieter Heumann



Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 11.06.2026

Quellen:
• https://en.wikipedia.org/wiki/Concepci%C3%B3n_Cabrera_de_Armida - abgerufen am 08.04.2025
• https://es.wikipedia.org/wiki/Concepci%C3%B3n_Cabrera_de_Armida - abgerufen am 08.04.2025
• Claudia Kock: Die selige Conchita Cabrera de Armida. In: Die Tagespost, 27. Fabruar 2025
• Dieter Heumann, E-Mail vom 7. Juni 2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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