Regina von Burgund
Gedenktag katholisch: 7. September
Erhebung der Gebeine: 17. März
Übertragung der Gebeine nach Flavigny: 22. März
Niederlegung der Gebeine in Flavigny: 31. März
Erhebung der Gebeine: 13. Juli
Name bedeutet: die Königin (latein.)
Regina stammte der Legende zufolge aus gutem Haus, war Christin und lebte als Einsiedlerin und Schafhirtin. Weil sie sich weigerte, den in sie verliebten Statthalter Olybrius zu heiraten, wurde sie in den Verfolgungen unter Kaiser Maximianus Herkulis gefangen genommen und gefoltert. Im Kerker ist ihr demnach das Kreuz Christi erschienen - von der Erde bis zum Himmel reichend - und eine Taube darauf verhieß ihr die himmlische Märtyrerkrone. Ihr eigener heidnischer Vater veranlasste das Todesurteil, die Enthauptung.
Andere Überlieferung kennt Regina als Opfer der Wirren in der Völkerwanderung.
Das älteste Zeugnis für Regina ist eine Metallschale aus dem 4. Jahrhundert - wohl in der EucharistieDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23.feier verwendet - mit einem Fisch und ihrem eingravierten Namen. Schon aus dieser Zeit ist in Alesia ein Regina-Verehrungsort nachgewiesen an der Quelle, an der sie demnach enthauptet wurde und an der im 15. Jahrhundert die Kapelle Saine-Reine erbaut wurde; dieser war eine der ältesten Stätten des Christentums in Frankreich. Aufgrund vieler Wunder gab es große Wallfahrten zu ihrem Grab, über dem im 7. Jahrhundert eine Basilika gebaut wurde. 1644 erlebte die Wallfahrt eine Renaissance. Eine im 8. Jahrhundert verfasste Leidensgeschichte ist der von Margareta von Antiochien nachgebildet.
Zum Schutz vor den einfallenden Normannen wurden Reginas Gebeinen 866 ins 12 km entfernte damalige Kloster nach Flavigny - dem heutigen Flavigny-sur-Ozerain übertragen; bis heute zeigt man dort in der Krypta ihre Ketten. 1544 wurde von Mönchen dieses Klosters die Bruderschaft der Heiligen Reine gegründet.
Alesia hatte für Frankreich große Bedeutung, denn dort erlitten die unter
ihrem Führer Vercingetorix vereinigten gallischen Völker 52 v. Chr. die entscheidende Niederlage bei ihrem letzten Versuch,
ihre Unabhängigkeit gegen den Eroberer Gaius Iulius Caesar zu verteidigen. Wallfahrten
nach Alise-Sainte-Reine zu der heiligen Quelle,
an der man ehedem die heidnische Naturgöttin Kybele verehrte, gibt es bis heute. Nahe der Quelle und Kapelle wurde 1910
das Museum Alesia
eingerichtet das Funde aus den
Ausgrabungen der antiken Stadt und Zeugnisse der
Verehrung von Regina zeigte; dieses wurde ins 2021 eröffnete Museum an den Ausgarbeungen verlegt.
2025 wurde eine Reliquie in die Regina geweihte Kirche nach Drensteinfurt bei Münster gebracht; schon seit alters her lag eine solche auch unter dem Altar.
Das Kloster Saint-Pierre in Flavigny wurde in
der Französischen Revolution 1791 aufgelöst und verkauft. Seitdem wird es von der Süßwarenfabrik Anis de Flavigny
genutzt;
die Idee, Anissamen mit Zucker zu umhüllen - ursprünglich zu medizinischen Zwecken und zur Verdauungsförderung -, geht auf
die Mönche der Abtei Flavigny zurück. Die Abteikirche und ein Teil der Apsis wurden Anfang des 19. Jahrhunderts zerstört, nur
die karolingische Krypta und die Süßwarenwerkstatt von Anis de Flavigny können noch besichtigt werden.
Attribute:
Taube
Patronin
der Zimmerleute; gegen Krätze, Räude und Geschlechtskrankheiten
Bauernregel:
Ist Regine warm und wonnig, / bleibt das Wetter lange sonnig.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
Die
Kapelle Saine-Reine in Alise-Sainte-Reine kann
besucht werden, indem man sich bei Pierre Maillard im Haus neben der Kapelle wendet.
Das moderne Museum und die Ausgrabeungen, der
MuséoParc Alésia
, ist von April bis November
täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet, der eintritt beträgt 13,50 €. (2026)
Heiligenlexikon
als USB-Stick oder als DVD
Unterstützung für das Ökumenische Heiligenlexikon
Artikel des Ökumenischen Heiligenlexikons bei Google gezielt anzeigen
Seite zum Ausdruck optimiert
Unser Reise-Blog:
Reisen zu den Orten, an denen die
Heiligen lebten und verehrt werden.
Empfehlung an Freunde senden
Artikel kommentieren / Fehler melden
Fragen? - unsere FAQs antworten!
Impressum - Datenschutzerklärung
Schauen Sie sich zufällige Biografien an:
Stephanus I
Maria a Luna
Almarich von Senlis
Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 20.10.2026
Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl.,
Bd. 8. Herder, Freiburg im Breisgau 1999
• https://www.wa.de/lokales/drensteinfurt/ein-tag-der-freude-reliquie-der-heiligen-regina-mit-grossen-fest-empfangen-93923789.html
- abgerufen am 10.09.2025
• https://evangelische-zeitung.de/flavigny-alesia-und-die-heilige-regina-willkommen-in-burgund - abgerufen am 17.09.2025
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der
Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über
https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.