Ökumenisches Heiligenlexikon

Wilhelm der Löwe

englischer Name: William
gälischer Name: Uilleam an Leòmhann
Beiname auch: Garbh, der Raue

1 Gedenktag katholisch: 4. April

Name bedeutet: der willensstarke Schützer (althochdt.)

König in Schottland
* um 1142
4. Dezember 1214 in Stirling bei Edinburgh in Schottland


Wilhelm, ein Enkel von König David I. von Schottland, wurde 1165 als Nachfolger seines Bruders Malcolm IV. König von Schottland. 1174 geriet er bei der Schlacht von Alnwick in Northumberland in englische Gefangenschaft, nachdem er den Aufstand gegen König Heinrich II von England unterstützt hatte; er wurde in der Burg in Falaise bei Caen in der Normandie inhaftiert. Nachdem er in Falaise einen Vertrag zur Unterwerfung unter die englische Herrschaft unterzeichnete, konnte Wilhelm 1175 in sein Land zurückkehren; er leistete dann Heinrich II. den Treueeid, was vereinzelte Aufstände in Schottland zur Folge hatte, die Wilhelm aber unterbinden konnte.

Mit Papst Alexander III. geriet Wilhelm in Streit um die Frage der Besetzung des Bistums St Andrews. Wilhelm schlug seinen KaplanEin Kaplan (von lateinisch capellanus, „der einer Hofkapelle zugeordnete Kleriker”) ist im deutschen Sprachraum ein römisch-katholischer Priester in den ersten Jahren nach seiner Weihe, der in der Regel noch einem erfahrenen Pfarrer unterstellt ist. In manchen Bistümern wird er Vikar genannt - dies ist die Bezeichnung des kanonischen Kirchenrechts von 1983 - in anderen Kooperator. Hugo vor, der Papst unterstützte den nach kanonischem Recht gewählten Archidiakon Johannes. Nach Alexanders Tod 1181 willigte sein Nachfolger, Papst Lucius III., in einen Kompromiss ein, durch den Hugo das Bischofsamt erhielt und Johannes Bischof von Dunkeld wurde. 1188 erwirkte Wilhelm eine päpstliche Bulle, die die vom Erzbischof von York erhobenen Suprematsansprüche zurückwies und erklärte, dass die Kirche von Schottland nur Rom direkt untersteht.

1189 willigte der englische König Richard Löwenherz, der für die Teilnahme am 3. Kreuzzug Geld brauchte, in die Aufhebung des Vertrags von Falaise ein. 1191 gründete Wilhelm das - heute in Ruinen liegende - Kloster Lindores in Newburgh in der Grafschaft Fife und schon 1178 die dann 1197 geweihte Abtei der Benediktiner in Arbroath in der Grafschaft Fife, die heute ebenfalls nur noch Ruine ist. 1178 gründete Wilhelm mit seiner Mutter das Kloster der Zisterzienserinnen in Haddington - von ihm sind heute noch Ruinen der Kirche zu sehen.

Wilhelm wurde im Kloster Arbroath bestattet. Auf seine Fürbitte geschahen mehrere wunderbare Heilungen an seinem Grab.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 02.02.2026

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 5. Band: Q-Z. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, Fortgesetzt von J. N. Ginal, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1882
• https://en.wikipedia.org/wiki/Lindores_Abbey - abgerufen am 01.02.2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.