der Große
|
|
Hugo (links) und Heinrich IV. bitten die Markgräfin Mathilde von Canossa
um Vermittlung im Investiturstreit
bei Papst Gregor VII. Aus: Donizo:
Vita der Mathildis, Pergament, vor 1114 in Oberitalien, in der Biblioteca
Apostolica Vaticana im Vatikan
Hugo wurde als Sohn eines burgundischen Grafen geboren und trat gegen den Willen seines Vaters mit 15 Jahren ins Benediktinerkloster Cluny ein. 1044 empfing er die Priesterweihe, er wurde 1047 Prior und 1049 Abt in Cluny als Nachfolger von Odilo, der die Reformideen ausgebaut und verbreitet hatte. Unklare Umstände der Wahl zum Abt trugen Hugo den Verdacht der Simonie ein, von dem er sich 1049 auf dem Konzil in Reims zu reinigen wusste.
Hugo blieb während der 60 Jahre seiner Leitung des Klosters Förderer der
Reformbewegung von Cluny, auch in England und vor allem in Deutschland, er ließ
Odilos Consuetudines
, die
reformierten Regeln, aufschreiben. Unter ihm wurde die große, fünfschiffige
Basilika von Cluny
erbaut, mit 187 Metern damals die längste Kirche der Welt, weitere Baumaßnahmen
waren wegen des unter Hugo stark angewachsenen Konvents erforderlich. Das Leben
im Kloster prägte er durch liturgische Bereicherung und durch Entfaltung von
Pracht. 1088 erhielt er vom Papst das Recht zum Tragen der bischöflichen Ehrenzeichen.
Die Reformen von Cluny zielten uaf ein Klosterleben, das ohne
Einmischung der weltlichen Mächte allein auf die Heiligung der Welt
ausgerichtet war
und nur dem Papst unterstand. Schweigen, innere Sammlung, Verehrung der Maria
und strikte Ehelosigkeit waren prägende Kennzeichen. Baulich wurden spirituelle Festungen
geschaffen mit sehr hohen Räumen und Statuen, Kerzenlicht und Weihrauch, Andauernden
Gesängen und prachtvollen Messgefäßen - das alles, damit sich der Mensch schon hier wie in
einer übirdischen Welt fühlen sollte
Die Zahl der Cluny unterstellten oder ihm angeschlossenen Priorate und Abteien vervielfachte sich unter Hugo. Er war einer der großen Abtfiguren des Mittelalters, erlebte neun Päpste, war Vertrauter von Papst Gregor VII. und der deutschen Kaiser Heinrich III. und Heinrich IV. und für sie auch diplomatisch tätig; 1077 gelang es ihm, im Investiturstreit zwischen Kaiser und Papst zu vermitteln. Gegenüber der Kreuzzugspolitik des aus Cluny kommenden Papstes Urban II. blieb er zurückhaltend. Unter Hugos Führung gewann Cluny auch als Wirtschaftsmacht zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig war er ein persönlich demütiger und bescheidener Mensch und ein geistiger und geistlicher Mönch.
Die dritte Kirche der Abtei Cluny
wurde unter Hugo erbaut und 1095 von ihm geweiht ![]()
Hugo wurde in der von ihm erbauten Basilika in Cluny bestattet. Die Kirche wurde in der französischen Revolution zerstört, ebenso die Reliquien von Hugo; das ebenfalls zerstörte Kloster ist wieder aufgebaut. In den sieben Lebensgeschichten, die Hugos Nachfolger, Abt Pontius, in Zusammenhang mit der Verfahren zur Heiligsprechung in Auftrag gab, bleibt Hugos Bild relativ unpersönlich.
Kanonisation:
Hugo wurde 1121 heilig gesprochen.
Patron
gegen Fieber
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
|
Sollte hier eine Anzeige erscheinen, deren Anliegen dem unseren entgegensteht, benachrichtigen Sie uns bitte unter Angabe der URL dieser Anzeige, damit diese Werbung nicht mehr erscheint. |
||||||||||||||||||||