Ökumenisches Heiligenlexikon

Ludwig IX., der Heilige

Gedenktag katholisch: 25. August
     n.g. Gedenktag
     Übertragung der Kopfreliquie: 8. Mai
Name bedeutet: berühmter Krieger (althochdt.)
König von Frankreich
* 25. April 1214 in Poissy in Frankreich
† 25. August 1270 bei Tunis in Tunesien
Kartenskizze
Kartenskizze
Kartenskizze
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Ludwig wurde 1226 als Elfjähriger zum König von Frankreich gekrönt und regierte bis 1236 unter der Vormundschaft seiner Mutter, Königin Blanche von Kastilien. Ihr war es gelungen, politisch die Herrschaft ihres Kindes durchzusetzen. Von ihr hatte er seine Religiosität, bis ins Alter mischte sie sich in seine Privat- und Intimsphäre ein. Er heiratete Margarete von Provence und hatte elf Kinder.

Ludwig erwog mehrfach, dem Dritten Orden der Franziskaner beizutreten, schließlich trat der dem Dritten Orden der Trinitarier bei; sein Privatleben glich mehr dem eines Ordensmannes als dem eines Königs, er war demütig und geduldig, ein liebevoller Vater, voller Zuneigung und Mitleid mit Armen und Kranken. Die Legende erzählt, wie er immer wieder von seiner Schüssel Essen austeilte. Frau und Kinder durften zur Fastenzeit weder Diadem noch Kränze tragen, er selbst kasteite sich und pflegte den Armen zur Osterzeit die Füße zu waschen. In der Armenpflege und im Spitalbau erwarb er sich Verdienste. Unter seiner Regentschaft wurde 1248 die Pariser Kirche Notre Dame geweiht.

Durch seinen Sieg über die Engländer 1242 und aufgrund seiner von England bis nach Byzanz - dem heutigen Ístanbul - beanspruchten Tätigkeit als Schiedsrichter in Konflikten steigerte Ludwig das Ansehen Frankreichs in Europa erheblich. Im Staat führte er bahnbrechende Reformen ein, verteidigte die Rechte des Staates gegenüber Machtansprüchen der Kirche und verurteilte kirchliche Missbräuche. Schon zu Lebzeiten als ungekrönter Kaiser des Abendlandes bezeichnet, war Ludwig eine große Persönlichkeit.

Ludwig unternahm zwei Kreuzzüge: Der erste, ab 1248, führte zur Eroberung von Damiette - dem heutigen Dumyat - in Ägypten und nach Palästina, wo er den dort bedrängten Kreuzfahrern half. Er endete aber mit seiner Gefangennahme und wunderbaren Errettung aus einem Schiffbruch 1250. Von diesem Kreuzzug soll er einen Nagel des Kreuzes Christi als Reliquie mitgebracht haben. Sein zweiter Kreuzzug nach Nordafrika 1270 führte noch zur Eroberung der alten Burg von Karthago - dem heutigen Vorort von Tunis in Tunesien bei Tunis -, dann vernichtete die Pest sein Heer, auch er selbst starb und ließ sich in Kreuzform auf Asche legen.

Ludwigs Überreste wurden nach St-Denis - dem heutigen Stadtteil von Paris - gebracht und dort bestattet, sein Herz wird in einer Urne im Dom von Monreale auf Sizilien aufbewahrt.

Grandes Chroniques de France, 14. Jahrhundert: Ludwig wird gekrönt, in der Bibliothèque Nationale de France in Paris

Grandes Chroniques de France, 14. Jahrhundert: Ludwig wird gekrönt, in der Bibliothèque Nationale de France in Paris   

Über Neapel dehnte sich die Verehrung Ludwigs bald in ganz Italien aus, im 16. Jahrhundert erreichte sie Deutschland, dann Spanien. Die Jesuiten führen ihn in der Reihe ihrer Patrone auf. Die Kirchen der französischen Botschaften sind an allen Orten ihm geweiht.

Kanonisation: Papst Bonifazius VIII. sprach Ludwig schon 1297 heilig.
Attribute: als König, als Kreuzritter, Dornenkrone, Kreuznagel, Buch, Geißel
Patron von Berlin, München, Saarbrücken, Saarlouis, Paris, Poissy und allen Orten in Frankreich, die nach ihm Louis heißen; der Wissenschaft; der Blinden, Pilger, Reisenden, Kaufleute, Bauarbeiter, Steinhauer, Maurer, Zimmerleute, Anstreicher, Stukkateure, Tapezierer, Hufschmiede, Bürstenbinder, Weber, Buchdrucker und Buchbinder, Fischer, Bäcker, Frisöre, Knopfmacher, Leinenverkäufer, Juweliere und Gerichtsdiener; gegen Blindheit, Gehörkrankheiten und Pest

Catholic Encyclopedia

Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984



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