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Ökumenisches Heiligenlexikon

Anaklet I.

auch: Cletus, Anenkletos


Medaillon im Petersdom in Rom
Medaillon im Petersdom in Rom

Anaklet war nach den traditionellen Papstlisten wohl ab 76 nach Petrus und Linus der Dritte der römischen Gemeindevorsteher. Seinen Namen trugen damals oft Sklaven, was denkbar sein lässt, dass er ein Freigelassener mit griechischer Herkunft war. Berichtet wurde, dass er mehrere Priester ordinierte und als Märtyrer unter Kaiser Domitian starb.

Im Annuario Pontificio, dem Päpstlichen Jahrbuch, einer Art Staatskalender des Vatikan, wurde früher davon ausgegangen, dass es zwei verschiedene Päpste gab: der dritte Papst, also der Nachfolger von Linus, hieß demzufolge Cletus, war Römer und regierte etwa ab dem Jahr 78 für 12 Jahre, 1 Monat und 11 Tage, bis er im Jahr 90 das Martyrium erlitt. Der fünfte Papst, also der Nachfolger von Clemens I., war demnach Anacletus, stammte aus Athen und regierte ab etwa dem Jahr 100 für 12 Jahre, 10 Monate und 7 Tage, bis er im Jahr 112 das Martyrium erlitt. In den neueren Auflagen des Päpstlichen Jahrbuchs steht nur noch Cletus (Anacletus) und zwar an dritter Stelle.

Cletus (oben) und Anacletus, Medaillons, um 1848, in der Basilika San Paolo fuori le Mura in Rom
Medaillon, um 1848, in der Basilika San Paolo fuori le Mura in Rom
Cletus (oben) und Anacletus, Medaillons, um 1848, in der Basilika San Paolo fuori le Mura in Rom

Die älteste der überlieferten Listen der römischen Bischöfe des Irenäus von Lyon und des Eusebius von Cäsarea nennen Anaklet als Linus Nachfolger, erst im 4. Jahrhundert wird Clemens I. noch vor Anaklet genannt. Nicht gesichert, aber sehr wahrscheinlich ist, dass Anaklet und ein in derselben Funktion genannter Cletus dieselbe Person bezeichnen und Cletus nur als Abkürzung dient; im römischen Festkalender gab es allerdings zwei Gedenktage: den 26. April für Cletus und den 13. Juli für Anaklet. Die Zuschreibung einer Amtszeit von zwölf Jahren stammt erst aus dem 3./4. Jahrhundert und ist historisch nicht verifizierbar.

Anaklet wurde der Überlieferung nach in den Hügeln des Vatikan bestattet.

Catholic Encyclopedia

  Briefe von Anaklet und seine Lebensgeschichte gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 06.07.2017

Quellen:
• Adolf v. Harnack: Die Mission und Ausbreitung des Christentums. J. C. Hinrich, Leipzig 1924
• Karl Heussi: Kompendium der Kirchengeschichte. J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1976
• http://www.newadvent.org/cathen/01446a.htm
• http://www.geocities.com/CapeCanaveral/Campus/5589/papst01.htm
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 1. Herder, Freiburg im Breisgau 1993

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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