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Ökumenisches Heiligenlexikon

Fabianus


Fabianus, Sohn eines Fabius, wurde 236 Bischof von Rom als Nachfolger von Anterus. Bei der anstehenden Wahl sei eine Taube herabgeflogen und habe sich auf seinen Kopf gesetzt - worauf man ihn spontan und einstimmig zum Bischof gewählt habe. Nach der Zeit der Christenverfolgungen unter Kaiser Maximinus hatte er zunächst unbeschränkte Möglichkeiten zur Ausübung seines Amtes und zum Ausbau der Kirche unter den Kaisern Gordian und Philippus Arabs und wird als außerordentlich tüchtiger Bischof beschrieben. Er förderte die Tendenz zu einer hierarchischen Struktur der Kirche, indem er Rom in sieben Bezirke einteilte, die jeweils von einem Diakon und von ebensoviel Subdiakonen verwaltet wurden, so dass alle 14 Stadtbezirke kirchlich versorgt wurden. Ferner wird ihm die Erweiterung der Katakomben zugeschrieben. Unter seinem Pontifikat erlebte die Kirche eine starke Zunahme der Gemeindeglieder; Fabianus sorgte für die Vermehrung der KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. und eine Differenzierung ihrer Aufgaben in die seitdem gültigen verschiedenen Weihegrade.

Fresko in der Sixtinischen Kapelle in Rom
Fresko in der Sixtinischen Kapelle in Rom

Während Fabianus' Pontifikats begann die Kirche, ihre Aufzeichnungen sorgfältiger und effizienter zu führen. Davon zeugt Fabianus' Ernennung von Notaren, um die Taten von Märtyrern zu erfassen. Er starb dann als eines der ersten Opfer der Christenverfolgung unter Kaiser Decius. Cyprian von Karthago schrieb einen Brief an die Gemeinde von Rom, in dem er der Kirche von Rom zum Märtyrertod ihres Bischofs gratuliert: nach einer tadellosen Amtsführung sei ihm nun der ehrenvolle Tod geschenkt worden.

Fabianus wurde in den Katakomben des Callistus in Rom beigesetzt. Sein Sarkophag wurde 1915 wiederentdeckt, seine Kopfreliquie wird in der Kirche San Sebastiano fuori le mura in Rom verehrt.

Attribute: Schwert und Taube
Patron von Selm in Westfalen; der Töpfer und Zinngießer
Bauernregeln: Haben Fabian und Sebastian nach Kälte Verlangen, / musst du um deinen Vorrat an Brennholz bangen.
Schütten Fabian und Sebastian viel Schnee auf’s Dach, / wird vor Matthias der Frühling nicht wach.
Können Fabian und Sebastian Schneemänner bau’n, / türmt sich der Schnee bald mannshoch am Zaun.
An Fabian und Sebastian / fängt Baum und Tag zu wachsen an.
An Fabian und Sebastian / soll der Saft in die Bäume gahn.
Fabian, Sebastian, / da steigt der Saft den Baum hinan.
An Fabian und Sebastian / fängt der rechte Winter an.
Von Fabian bis sieben Tage nach Lichtmess Frost und Schnee im Garten, / dann lässt der Lenz uns nicht lang warten.
Sonnenschein um Fabian und Sebastian, / lässt den Tieren das Futter ausgah'n.
Ist es um Fabian und Sebastian schon warm, / wird das Jahr meist futterarm.
Sturm und Frost an Sebastian, / ist den Saaten wohlgetan.
Fabian im Nebelhut, / tut den Bäumen gar nicht gut.
Tanzen Fabian schon die Mücken, / muss man den Kühen das Futter bezwicken.
Um Fabian und Sebastian, / da nimmt auch der Tauber die Taube an.

Catholic Encyclopedia

  Schriften von Fabianus gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.


Web 3.0 - Leserkommentare:

Der möglicherweise 20. Bischof von Rom – Fabianus – wird im Ökumenischen Heiligenlexikon wie auch in anderen Publikationen als Märtyrer bezeichnet. Er soll sein Martyrium am Sonntag, dem 20. Januar 250 im Verlauf der so genannten decischen Christenverfolgung erlitten haben, was auch im Martyrologium Romanum festgehalten ist.
Soweit ich weiß, wird im christlichen Sinn eine Person als Märtyrer bezeichnet, die bereitwillig einen gewaltsamen Tod für Christus und dessen Gebote auf sich nimmt, indem sie das Leben mit ihrem Blut hingibt.

Dass Bischof Fabianus, der auch als Papst bezeichnet wird, tatsächlich ein Märtyrer war, ist m. E. nicht so sicher, wie es kirchlicherseits behauptet wird. Sicher ist hingegen, dass die erste allgemeine und planmäßige Christenverfolgung aufgrund des Edikts des Kaisers Caius Messius Quintus Traianus Decius stattfand, der von September 249 bis Juni 251 regierte.

Der Zeitpunkt der Herausgabe des so genannten Opferedikts ist umstritten. Einerseits wird die Auffassung vertreten, Decius habe es schon zu Beginn seiner Regierung – im Herbst oder Winter 249 – erlassen, andererseits wird erklärt, man müsse die Religionspolitik dieses Kaisers zweigeteilt betrachten, was aufgrund der Datierung der gefundenen libelli zu der Annahme führt, dass er zwei verschiedene Maßnahmen vorsah, die eine am Anfang seiner Regierung, die andere – mit der Erlassung des Edikts – im Juni oder Juli 250.

Decius tauschte bei seinem Regierungsantritt den Beinamen Valerianus gegen Traianus aus. Diese Namensänderung kam einem Programm gleich. Wie Kaiser Traianus (Marcus Ulpius Traianus, 98 – 117), der Sieger über die Daker und Parther, wollte er das Römische Reich an allen Grenzen sichern und seine innere Einheit wiederherstellen. Aus diesem Grund stand er dem Senat wohlwollend gegenüber und es gehörte zu seiner Politik, anzuordnen, dass alle Einwohner des Reiches den Göttern oder den vergöttlichten Kaisern opfern mussten.
Auffallend ist, dass dieser Erlass die Toleranz widerspiegelt, die der römischen Religion eigen war. Es blieb jedem Gläubigen überlassen, der Gottheit seiner Wahl seine Ehrfurcht zu bezeugen. Schon in der Zeit der Republik wurde die Ausübung vieler fremder Kulte geduldet, und diese Tendenz hatte in der Kaiserzeit dazu geführt, dass Götter und Göttinnen aus allen Teilen des Reiches nebeneinander in der Hauptstadt verehrt wurden.
Die Gebildeten hatten die fremden Götter mit Gestalten des römischen Pantheons gleichgesetzt. Die Verschmelzung der Kulte hatte schließlich, wenn nicht zu einem Monotheismus, so doch zu einem Henotheismus geführt, der Verehrung eines obersten göttlichen Wesens, z. B. des Sonnengottes oder des Mithras, das über alle anderen Götter gebot.
Im Lauf der Zeit aber war der Kaiserkult, die Verehrung, die zunächst nur den vergöttlichten Herrschern, später aber auch dem lebenden Kaiser entgegengebracht wurde, zur lebendigsten Religion des Reiches, da sich alle Untertanen in diesem Glauben zusammenfinden konnten. Dem Herrscher zu opfern, bedeutete gleichzeitig, ihm seine Treue zu bezeugen und den Bestand des Reiches aufrecht erhalten zu wollen. Wer sich weigerte, diese Geste zu vollziehen, stellte sich damit automatisch gegen die Gemeinschaft der Reichsbürger und zeigte seine Feindschaft zu Kaiser und Staat.

So wird klar, dass ein Mann wie Decius nicht zögerte, alle diejenigen, die sich der Verpflichtung zur Opferung entziehen wollten, mit strengen Strafen bedrohte und die Durchführung seiner Anordnung genauestens überwachen ließ. Viele Christen waren durch das Edikt so verschreckt, dass sie ihrem Glauben gleich abschworen und opferten, dabei entstanden zwei Gruppen: die sacrificati, die wirklich opferten, und die thurificati, die vor den Bildern der Götter und des Kaisers wenigstens Weihrauch streuten, was den überwachenden Beamten oft schon genügte.
Manche Christen meinten, wie Tertullian und Origenes berichteten, sie könnten ohne weiteres die Götter anrufen, wenn sie dabei nur an den richtigen Gott dächten. Über die erfolgte Opferung wurde ein Quittung ausgestellt – ein libellus – und danach ließ man die Person, die geopfert hatte, in Ruhe.
Die nicht Opferwilligen machten die ersten Schritte zum Martyrium, viele ließen sich ins Gefängnis werfen, eine große Zahl an Häftlingen fand aber das freie Leben verlockender und fiel gleichfalls ab.
Wieder andere, die libellatici erhielten durch Bestechung ihre Opferbescheinigung oder ließen ihre Sklaven opfern. Es gab aber auch eine beträchtliche Zahl an Flüchtlingen, die ihr Hab und Gut zurückließen und in die Berge oder in die Wüste zogen bzw. in fremden Großstädten untertauchten.
Ein größere Anzahl von Martyrien gab es in den Provinzen Africa und Ägypten. In Rom scheint nur der Priester Moyses für seinen Glauben gestorben zu sein. Nach dem Ökumenischen Heiligenlexikon wurde Moyses am Dienstag, dem 25. November 251 zum Blutzeugen, also nach dem Ende der decischen Verfolgung. Er wirkte nach dem Tod von Bischof Fabianus, der demnach am 20. Jänner 250 oder 251 (!) verstarb.

Bischof Fabianus starb auch zur Zeit der Verfolgung, jedoch nicht – wie aus den mir zur Verfügung stehenden Unterlagen hervorgeht - als Märtyrer, sondern im Gefängnis; Todesurteil wurde über ihn keines verhängt. Weder Cyprian von Karthago noch die Inschriftenplatte im Inneren des Sarges nennen ihn deshalb Märtyrer.
Äußerst problematisch für die Beurteilung der Verfolgungszeit ist die Tatsache, dass fast alle Märtyrerakten gefälscht sind. Viele strotzen vor Hass gegen Decius und beschreiben ihn als blutdürstigen Tyrannen und Sadisten, während ihn nicht christlich beeinflusste Geschichtsquellen als einen vorzüglichen und humanen Mann darstellen, der nach einer langen Zeit des Niedergangs der erste tüchtige Regent war.
Das Edikt des Decius ist nicht mehr existent, gefunden hat man aber 1893 in al-Fayyūm in Ägypten libelli. Diese Papyri gehören zu den zentralen Quellen der decischen Verfolgung. Seit dem Fund ist eindeutig bezeugt, dass sich der kaiserliche Erlass nicht speziell gegen Christen wandte, wenn auch christliche Quellen dies suggerieren. Unter den Personen, die diese Bescheinigung erhielten, befand sich z. B. auch eine Priesterin des Krokodilgottes Petesouchos.

Der Genauigkeit wegen sollte nicht nur von Maximinus berichtet werden, sondern von Kaiser Maximinus Thrax oder Maximinus I. (Caius Iulius Verus Maximinus [Thrax]), wie das ja auch in anderen Beschreibungen im Ökumenischen Heiligenlexikon der Fall ist.
In manchen Publikationen ist zwar zu lesen, dass Maximinus Thrax eine ausgesprochen antichristliche Politik betrieb und erstmalig Gesetze gegen den KlerusEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. erließ, doch ein entsprechendes Edikt ist nur durch Eusebius von Cäsarea überliefert. Darin soll die Todesstrafe für Kleriker angeordnet worden sein. Aber auch die Echtheit dieses Dokuments ist äußerst zweifelhaft, da keine anderen Belege für einen solchen Erlass gegeben sind und ein Abrücken von der unter Kaiser Traianus geübten Praxis nicht erkennbar ist.
Der Kirchenschriftstellen Cyprian von Karthago berichtete von mehreren Erdbeben in Kappadokien und Pontus, die zum Ausbruch einer Verfolgung von Christen geführt haben sollen. Die Verfolgung soll vom zuständigen Statthalter angeordnet worden sein, der wahrscheinlich dem Druck der Bevölkerung nachgeben musste. Ein Sündenbock wurde immer wieder gebraucht.

Fabianus amtierte unter den Kaisern Maximinus Thrax, Gordianus I, Gordianus II, Balbinus & Pupienus, Gordianus III. Philippus Arabs und Decius.

Prof. Helmut Bouzek aus Wien über E-Mail, 16. August 2016





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 06.07.2017

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• P. Ezechiel Britschgi: Name verpflichtet. Christiana, Stein am Rhein, 1985
• http://www.bauernregeln.net/januar.html
• http://www.agrarheute.com/landleben/umwelt/%27haben_fabian_und_sebastian_nach_k%E4lte_verlangen,_musst_du_um_deinen_vorrat_an_brennholz_bangen%27.html?redid=326375
• Friedrich-Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 3. Herder, Freiburg im Breisgau 1995

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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