Ökumenisches Heiligenlexikon

Gregor II.

Gedenktag katholisch: 11. Februar
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Fulda: 12. Februar

Gedenktag orthodox: 11. Februar

Name bedeutet: der Wachsame (griech. - latein.)

Papst
* um 669 in Rom
11. Februar 731 in Rom


Medaillon, um 1848, in der Kirche San Paolo fuori le Mura in Rom
Medaillon, um 1848, in der Kirche San Paolo fuori le Mura in Rom

Gregor stand als Bibliothekar im Dienst der Päpste. 710 reiste er als Diakon zusammen mit Papst Konstantin I. nach Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul -, um die Beschlüsse der dort abgehaltenen 2. Trullanische Synode, die - z. B. in der Frage des Zölibats - teilweise gegen die römische Praxis standen, zu verhandeln; der Erfolg dieser Mission war vor allem Gregor zu verdanken, der für beide Seiten annehmbare Kompromisse vorschlug. 715 wurde Gregor nach den Syrern Johannes V. und Sergius I., dem Griechen Johannes VI., dem süditalienischen Griechen Johannes VII. und den Syrern Sisinnius und Konstantin I. ab 715 wieder der erste aus Rom stammende Papst. Seine Amtszeit stand unter dem Zeichen der Auseinandersetzungen mit dem byzantinischen Kaiser Leon III. Da am Anfang seines Pontifikats Italien von den Lombarden besetzt wurde, zog Gregor es vor, das südliche römische Reich zu unterstützen; aber aufgrund der hohen Steuern, die Leon III. den italienischen Untertanen auferlegte und aufgrund seiner ikonoklastischen Politik, die die religiöse Verehrung der Ikonen untersagte, kam es zum Bruch mit ihm.

Gregor sandte 716 auf Bitten von Bayernherzog Theodo, der extra nach Rom gekommen war, einen Bischof nach Bayern, um der Kirche dort ihre Ordnung zu geben; es sollte eine Rom direkt unterstellte Kirchenprovint mit den vier Bistümern Regensburg, Passau, Freising und Salzburg errichtet werden, was aber nicht realisiert wurde. Drei Jahre später sandte er deshalb den Benediktinermönch Winfried, dem er den Namen Bonifatius verlieh, nach Bayern, dazu auch nach Thüringen, Hessen und Friesland, um „den ungläubigen Völkern das Geheimnis des Glaubens bekannt zu machen; 722 weihte er ihn auch zum Bischof für Germanien.

Nachdem der byzantinische Kaiser Leo III. mehrere Erlasse gegen die Verehrung von Ikonen erlassen hatte, was in der Bevölkerung Empörung auslöste und den Patriarchen von Konstantinopel gegen ihn aufbrachte, suchte Leo III. bei Gregor II. Unterstützung; aber der Papst berief eine SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. ein, die die Bilderverehrung für rechtmäßig erklärte und den byzantinischen Kaiser aufforderte, sich aus Glaubensfragen herauszuhalten. Leo III. drohte, den Papst abzusetzen und gab 727 sogar den Auftrag, ihn zu ermorden, was aber Truppen der Langobarden unter Fürst Luitprand verhinderten, indem sie Rom und große Teile Italiens besetzten. Gregor, der seit Beginn seines Pontifikats versucht hatte, die die Langobarden aus Rom fernzuhalten, musste diese nun als Schutzmacht hinnehmen. Er konnte 728 aber Luitprand überzeugen, das Papstamt anzuerkennen und Gregor einige befestigte Orte rund um Rom zu schenken, die für Roms strategischen Schutz bedeutend waren, darunter auch Sutri.

In den letzten Jahren seiner Amtszeit bemühte Gregor sich um eine Wiederherstellung der guten Beziehungen zum Oströmischen Reich, wobei Langobardenkönig Liutprand auch als Vermittler wirkte.

Gregor wurde im damaligen Petersdom bestattet; wie viele andere Papstgräber ging auch seines beim Abriss für den Neubau ab 1503 verloren.

Catholic Encyclopedia

  Schriften von Gregor und seine Lebensgeschichte gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 22.03.2021

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 4. Herder, Freiburg im Breisgau 1995
• https://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/wochenheiliger/der-heilige-papst-gregor-ii-schluesselfigur-der-missionierung-deutschlands;art4876,215830

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.


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