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Ökumenisches Heiligenlexikon

Gregor Palamas

Gedenktag katholisch: 14. November

Gedenktag orthodox: zweiter Sonntag der Fastenzeit, 6. August, 14. November

Name bedeutet: der Wachsame (griech. - latein.)

Erzbischof von Thessaloniki
* um 1296 in Konstantinopel, heute Ístanbul in der Türkei (?)
† 1359 in Thessaloniki in Griechenland


Byzantinische Ikone, spätes 14./frühes 15. Jahrhundert, im Pushkin-Museum in Moskau
Byzantinische Ikone, spätes 14./frühes 15. Jahrhundert, im Pushkin-Museum in Moskau

Gregor, Spross eines anatolischen Adelsgeschlechts, ging nach dem Tod des Vaters Mönch auf den Berg Athos und lebte dort zunächst als Schüler eines Einsiedlers drei Jahre lang nahe dem Kloster Vatopedíou, dann für drei Jahre in der Großen Laura, schließlich wieder als Einsiedler in der - heute abgegangenen - Skete Glossia zur Übung im Hesychasismus. Um 1325 zwangen türkische Überfälle ihn und andere Mönche, die außerhalb der befestigten Anlagen der großen Klöster lebten, den Athos zu verlassen. Gregor ging nach Thessaloniki, wurde dort 1326 zum Priester geweiht und zog sich mit zehn anderen Mönchen in eine Einsiedelei auf einem Berg bei Polidendro nahe Beröa - dem heutigen Veria - zurück, aus der das Kloster Metamorphosis, das Kloster der Verklärung Jesu wuchs.

Katholikon des kleinen Klosters Metamorphosis bei Polidendro
Katholikon des kleinen Klosters Metamorphosis bei Polidendro

Als serbische Überfälle das Leben dort unsicher machten, kehrte er auf den Athos zurück und lebte in der Sabas-Skete - der heutigen Karoulia-Skete - in hesychastischer Praxis, nur für einige Zeit unterbrochen, als Gregor HegumenosEin Hegumenos (griech.„ἡγούμενος”, ”Führer / Leiter”) ist in den orthodoxen Kirchen der Vorsteher eines Klosters, entsprechend etwa dem westlichen Prior / Probst. Er steht hierarchisch unter dem Archimandriten. des Klosters Esfigménou war, in dem damals 200 Mönche lebten. In den 1330er-Jahren verteidigte er die Praxis des Hesychasismus, so gegen Barlaam von Kalabrien, der bestritt, dass das Licht des Berges Tabor ein von Gott geschaffenes sei.

Gregor lehrte, dass man Gottes Energie durch die Sakramente und durch mystische Erfahrungen mitgeteilt bekommen kann, was durch die Menschwerdung Gottes in Christus möglich wurde. Obwohl das 8. Konzil von Konstantinopel 1341 Gregors Lehren ausdrücklich bestätigte, wurde er 1344 exkommuniziert.

Kirche Hagia Sophia in Thessaloniki, errichtet auf einem Ursprungsbau von 315, 1204 - nach der Besetzung der Stadt durch die Ritter des 4. Kreuzzuges katholische Kathedrale, 1246 wieder orthodox und Metropolitankirche, 1590 Moschee (vorne die Reste des Minaretts), 1890 abgebrannt, seit 1913 wieder orthodoxe Kirche
Kirche Hagia Sophia in Thessaloniki, errichtet auf einem Ursprungsbau von 315, 1204 - nach der Besetzung der Stadt durch die Ritter des 4. Kreuzzuges katholische Kathedrale, 1246 wieder orthodox und Metropolitankirche, 1590 Moschee (vorne die Reste des Minaretts), 1890 abgebrannt, seit 1913 wieder orthodoxe Kirche

Drei Jahre später wurde Gregor zum Erzbischof von Thessaloniki ernannt, die Metropoltankirche war damals die Kirche Hagia Sophia. Der Hesychasismus war auch eine politische Frage geworden, Gregor bestieg seinen Bischofsstuhl mit Hilfe des byzantinischen Kaisers. Die Türken nahmen ihn 1354 gefangen und sperrten ihn ein Jahr lang ein. Kurz vor seinem Tod bewog er die Geschwister Dorothea and Markos Vlates zur Gründung des nach ihnen benannten Vlatadon-Klosters.

Reliquien von Gregor werden in der heutigen, nach einem Brand der Vorgängerkirche 1891 bis 1914 erbauten und nun ihm geweihten Metropolitankirche verehrt.

  Schriften von Gregor und seine Lebensgeschichte gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.

  Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon

Das Kloster Metamorphosis bei Polidendro ist dienstags bis samstags von 10 Uhr bis 13 Uhr, sonntags schon ab 6.45 Uhr, und von 17 Uhr bis Sonnenuntergang geöffnet. (2019)
Das Vlatadon-Kloster in Thessaloniki ist täglich von von 7.30 Uhr bis 11 Uhr und von 17.30 Uhr bis 20 Uhr geöffnet. (2019)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 02.07.2019

Quellen:
• http://www2.evansville.edu/ecoleweb/glossary/palamas.html

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.