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Ökumenisches Heiligenlexikon

Homobonus von Cremona


Homobonus, Sohn eines Schneiders und Kleiderhändlers, war ein frommer Kaufmann, verheiratet und Vater vieler Kinder. Seine Zeitgenossen rühmen, wie er sich in seinem Gewerbe Bedürftigen gegenüber als sehr großzügig erwies und sanftmütig und selbstlos Armen und Kranken half. Als Mann der Laienbewegung des 12. Jahrhunderts verkörperte er das Ideal des christlichen Bürgers mit starkem religiösem Antrieb: Er gab dann auch seine Arbeit auf, lebte in keuscher Ehe und verwendete seinen Reichtum für die Pflege Armer und Kranker, errichtete Spitäler, sorgte für Waisen. Erzählt wird, dass er den Armen sein letztes Brot gab, dann aber mittags in seinem Korb sogar besseres fand. Er widmete sich auch der Bekehrung von Irrlehrern und der Befriedung von Streitigkeiten in seiner Stadt.

Homobonus starb während der Frühmesse. Nach seinem Tod bildeten sich zahlreiche Bruderschaften von Kaufleuten und Handwerkern, die nach seinem Vorbild den Liebesdienst an Armen und Kranken und die Förderung der religiösen Unterweisung, besonders innerhalb der Familie, zum Ziel hatten.

Reliquiar, in der Marienkirche in Krakau
Reliquiar, in der Marienkirche in Krakau

Auf Betreiben von Sicardus, dem Bischof von Cremona, wurde Homobonus schon bald kanonisiert, nachdem sich viele Wunder an seinem Grab ereigneten. 1201 wurden seine Gebeine nach Cremona übertragen. Die Verehrung setzte sich allerdings nur langsam durch, obwohl Homobonus' Vorbild dem spirituellen Bedürfnis der Zeit entsprach. 1357 kamen seine Reliquien in die Kathedrale in Cremona; sein Kopf liegt in der Ägidiuskirche.

Kanonisation: Homobonus wurde schon gut ein Jahr nach seinem Tod, am 13. Januar 1199, durch Papst Innozenz III. heiliggesprochen.
Patron von Cremona, Modena und Lyon; der Schneider, Schuhmacher, Kaufleute und Schmiede

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 02.04.2016

Quellen:
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000
• Friedrich-Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. II, Hamm 1990
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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