Ökumenisches Heiligenlexikon

Johannes Prassek

Gedenktag katholisch: 10. November
nicht gebotener Gedenktag im Erzbistum Hamburg und im Bistum Osnabrück: 25. Juni

Name bedeutet: Gott ist gnädig (hebr.)

Priester, Märtyrer
* 13. August 1911 in Hamburg
10. November 1943 daselbst


Johannes Prassek wurde 1937 zum Priester geweiht, er war als KaplanEin Kaplan (von lateinisch capellanus, „der einer Hofkapelle zugeordnete Kleriker”) ist im deutschen Sprachraum ein römisch-katholischer Priester in den ersten Jahren nach seiner Weihe, der in der Regel noch einem erfahrenen Pfarrer unterstellt ist. In manchen Bistümern wird er Vikar genannt - dies ist die Bezeichnung des kanonischen Kirchenrechts von 1983 - in anderen Kooperator. zusammen mit Eduard Müller und Hermann Lange an der Herz-Jesu-Kirche in Lübeck eingesetzt. Er war als begabter, mitreißender Prediger und als politisch denkender Intellektueller bekannt. In Soldaten- und Jugendgruppen kritisierte er offen die Erschießung von Gefangenen und Juden. Um polnischen Zwangsarbeitern helfen zu können, lernte er Polnisch. Zusammen mit seinen Kollegen vervielfältigte und verteilte Prassek Predigten des Bischofs Graf von Galen, in denen der sich gegen die Vernichtung psychisch und physisch Kranker durch die Nationalsozialisten wandte. Auf Gruppenabenden in der Herz-Jesu-Kirche war offen über die Sinnlosigkeit des Krieges diskutiert worden.

Nach der Verhaftung des evangelischen Lübecker Pfarrers Karl Friedrich Stellbrink wurden auch die drei katholischen Geistlichen und weitere 18 Laien verhaftet und im Juni 1943 vom eigens aus Berlin angereisten Volksgerichtshof wegen landesverräterischer Feindbegünstigung, Wehrkraftzersetzung, Vergehen gegen das Rundfunkgesetz und das Heimtückegesetz zum Tode verurteilt und im Gefängnis Holstenglacis in Hamburg mit dem Fallbeil zusammen hingerichtet; die Laien bekamen Zuchthausstrafen.

Kanonisation: Das Verfahren zur Seligsprechung wurde 2003 eingeleitet. Die Seligsprechung fand am 25. Juni 2011 durch den Präfekten der Heiligsprechungskongregation, Angelo Kardinal Amato - auch für die beiden anderen katholischen Geistlichen - in Lübeck statt; dabei wurde auch des protestantischen Geistlichen Karl Friedrich Stellbrink gedacht.

Worte des Seligen

Johannes Prassek an seine Familie am 10. November 1943:
Ihr Lieben! Heute Abend ist es nun so weit, dass ich sterben darf. Ich freue mich so, ich kann es Euch nicht sagen, wie sehr. Gott ist so gut, dass er mich noch einige schöne Jahre als Priester hat arbeiten lassen. Und dieses Ende, so mit vollem Bewusstsein und in ruhiger Vorbereitung darauf sterben dürfen, ist das Schönste von allem.

Angesichts des Todes sind für Johannes Prassek gerade die Kindheitsgebete eine große Hilfe:
Diese scheinbar so blöden Worte und Reime, die aber voll sind von kindlichem Vertrauen, sind dann das Einzige, was sich in solchen Stunden aus der Seele zu Ihm herausquält. Bis dann unter seinem Schweigen auch diese Worte versiegt sind, bis alles im Menschen Stille, ruhige, sehnsüchtig verlangende Stille geworden ist, und in diese Stille hinein kann er dann die Worte sprechen, die immer nur Worte einer unsagbaren, oft unverstandenen, aber dann auch unverständlich großen Liebe sind.

Quelle: Abschiedsbriefe der Lübecker Märtyrer - https://www.luebeckermaertyrer.de/de/geschichte/abschiedsbriefe/index.html; abgerufen am 3. Dezember 2019
Isabelle Spolovjnak und Helmut Siepenkort (Hrsg.): Ökumene im Widerstand - Der Lübecker Christenprozeß 1943. Lübeck 2006, S. 105f

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 03.12.2019

Quellen:

• Thomas Morell: Die Lübecker Märtyrer. Evang. Pressedienst, 9. November 2001
• http://www.ln-online.de/nachrichten/3154922/Tausende_bei_Seligsprechung_von_Nazi-Widerst%C3%A4ndlern_in_L%C3%BCbeck
• Ekkart Sauser. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. XIV, Herzberg 1998

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.








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