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Ökumenisches Heiligenlexikon

Kanut IV. von Dänemark

auch: Knud, Canutus
auch: der Heilige

Gedenktag katholisch: 10. Juli
nicht gebotener Gedenktag im deutschen Sprachgebiet
Diözesankalender Hamburg und Osnabrück
Gedenktag IV. Klasse      Im alten Messbuch entspricht die IV. Klasse einem nichtgebotenen Gedenktag. Grundsätzlich werden offiziell alle Klassen als „Feste” bezeichnet, da der Rang ja nicht durch das Wort „Fest”, sondern durch die Klasse gekennzeichnet wird.
Feste der IV. Klasse können außerhalb der geprägten Zeiten (Advent, Weihnachtsoktav, Fastenzeit, Osteroktav) statt der Tagesliturgie gefeiert werden, müssen aber nicht gefeiert werden, sondern können stattdessen auch nur kommemoriert werden (dann wird das zweite oder dritte Gebet von dem Gedenktag IV. Klasse genommen, während die übrigen Texte vom Tag sind).
: 19. Januar, Todestag: 10. Juli
in Odense: Übertragung der Gebeine: 19. April
in Schleswig und Skandinavien: Übertragung der Gebeine: 25. Juni

Name bedeutet: der Adelige/der Freie (dänisch - althochdt.)

König von Dänemark, Märtyrer
* um 1040 in Dänemark
† 10. Juli 1086 in Odense auf Fünen in Dänemark


Fresko in der Stehags-Kirche in Skåne, wohl aus den Jahren 1182 - 1202
Fresko in der Stehags-Kirche in Skåne, wohl aus den Jahren 1182 - 1202

Kanut, der dritte von dreizehn Söhnen des dänischen Königs Sven II. Estridsson, wurde nach dem Tod seines Bruders Harald Hen 1080 König - ohne Wahl und ohne die übliche Zustimmung der Untertanen auf dem Landesthing. Im selben Jahr heiratete er die fünfzehnjährige Adela, Tochter des Grafen Robert I. von Flandern; aus dieser Ehe ging der Sohn Karl der Gute hervor.

Kanut hatte schon als Prinz im Namen des Vaters erfolgreich Außen- und Machtpolitik getrieben und die Kreuzzüge gegen die heidnischen WendenDie Wenden sind die Westslawen, die vom 7. Jahrhundert an große Teile Nord- und Ostdeutschlands bewohnten. Höhepunkt ihrer Geschichte war die Staatsbildung der Abodriten im heutigen Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg im 11. Jahrhundert. Sie kämpften gegen Dänen und Deutsche um die Vorherrschaft im südlichen Ostseeraum. Durch die fränkische Kolonisation des Ostens ab dem 11. Jahrhundert verloren sie ihre Herrschaft und es kam zur Verschmelzung mit den zugewanderten deutschen Siedlern. und im Baltikum geleitet, außerdem 1069 den Englandfeldzug seines Onkels begleitet. Zugunsten seines politischen Ziels, die Macht des Königs zu stärken, gab er sich als die Kirche fördernder Herrscher. Deshalb brach er - im Widerspruch zu seinen Vorgängern - mit dem Papst in Rom, begab sich aber damit in die Abhängigkeit des deutschen Erzbistums Hamburg.

Nach seinem Regierungsantritt brachte er Kurland - das heutige Kurzeme - und Livland unter seine Herrschaft und führte dort das Christentum ein. Als König förderte er die Kirche durch großzügige Schenkungen, besonders an das spätere Erzbistum Lund, wo er 1085 den Bau einer Kathedrale ermöglichte, sowie an Roskilde und Dalby. Er unterstellte die Bischöfe direkt seiner Herrschaft und förderte den KlerusEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien., reformierte das Sklavenrecht, beendete das Faustrecht und erließ Vorschriften zur Einhaltung der Fastenzeiten. Sein Versuch, mit dem Zehnten eine Art Kirchensteuer einzuführen, um der Kirche finanzielle Unabhängigkeit zu garantieren, scheiterte am Widerstand des Adels. Insgesamt vollzog er den Übergang von der germanischen Kirche zu einer im Sinne von Papst Gregor VII. reformierten Kirche.

Ein von Kanut geplanter Feldzug gegen Wilhelm den Eroberer zur Eroberung Englands scheiterte 1085 an der unsicheren Lage im Süden von Dänemark, die ihn zwang, nach Schleswig zu fahren. Als er 1086 im Limfjord in Jütland eine Flotte für einen Feldzug nach England zusammenstellte, führte die Unzufriedenheit der Schiffsmannschaft und der unter der Steuerlast leidenden Bauern und die Rivalität seines Halbbruders Olaf - dem späteren König Olaf I. Hunger - zu einem Aufstand. Kanut musste sich nach Fünen absetzen. In Odense wurde er zusammen mit seinem Bruder Benedikt und siebzehn Gefährten umzingelt und starb, von einem Speer getroffen, auf den Stufen des Altars der Kirche des heiligen Alban, die er hatte bauen lassen und dessen Reliquien er selbst aus England mitgebracht hatte.

Die infolge einer Agrarkrise ausgebrochene Not in den Jahren nach 1090 wurde als Strafe für den Mord gedeutet; 1095 nahm der Odenser DomklerusEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. im Auftrag von König Erich Ejegod, einem Bruder Kanuts, die Erhebung der Gebeine von Kanut vor, 1100 fand ihre feierliche Überführung im Dom in Odense statt, der jetzt die evangelische Knudskathedrale ist. Zugleich wurde von dem englischen Mönch Ailnoth die Passio S. Canuti, der Bericht über sein Leben und Leiden, verfasst; deren dänische Fassung, um 1124, stellt den Beginn der dänischen Literatur dar. Bei Papst Urban II. warb König Erich - erfolglos - um die Kanonisierung, weil er nach angelsächsischem und norwegischem Vorbild einen heiligen Stammvater des Königshauses anstrebte. Die Gebeine waren einer Feuerprobe unterzogen worden, die sie nicht bestanden. Unter Papst Paschalis II. gelang dann die Heiligsprechung.

Kanuts Person ist in der Geschichtswissenschaft umstritten: Die einen sehen ihn als Gewaltherrscher, dessen Tyrannei von der kirchlichen Überlieferung verschleiert worden sei, andere heben seine Leistungen hervor.

Kanuts Verehrung war im späten Mittelalter verbreitet. Zusammen mit Olaf von Norwegen und Erik von Schweden war er einer der großen Könige und Missionare Nordeuropas. Seine Ehefrau == Adela von Flandern, sein Sohn Karl I. von Flandern der Gute und sein Neffe Knud Lavard wurden ebenfalls heiliggesprochen.

König Knut ordnete an, dass die Weihnachtszeit 20 Tage lang dauert, also erst am 13. Januar endet. In Skandinavien wird bis heute praktiziert, dass am 13. Januar, der deshalb Knuts-Tag genannt wird, die Christbäume abgeleert, aus den Wohnungen befördert und oft gemeinsam verbrannt werden. Der Brauch wurde vom schwedischen Möbelkonzern IKEA in der Werbung benützt und hat sich nun auch in Norddeutschland verbreitet.

Kanonisation: Kanut wurde am 19. April 1101 auf Ersuchen seines Bruders Erik Ejegod, des zweiten Nachfolgers auf dem Thron, von Papst Paschalis II. heiliggesprochen.
Attribute: Lanze oder Pfeile
Patron von Dänemark

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 08.08.2016
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://www.newadvent.org/cathen/03306c.htm
• Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken (Hg.): Heilige in Nordeuropa. Paderborn 2000
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000
• http://www.donaukurier.de/lokales/schrobenhausen/leserbriefe/art75665,2236976
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 6. Herder, Freiburg im Breisgau 1997
• Wolfdietrich v. Kloeden. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. IV, Herzberg 1992