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Ökumenisches Heiligenlexikon

Korbinian von Freising

auch: Corbinian, Corbinianus

Gedenktag katholisch: 8. September
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Bozen-Brixen: 9. September
nicht gebotener Gedenktag für das deutsche Sprachgebiet: 20. November
Hochfest im Erzbistum München-Freising: 20. November
Übertragung der Gebeine: 6. November

Gedenktag evangelisch: 8. September

Name bedeutet: berühmter Walter (althochdt.)

erster Bischof von Freising
* um 680 in Arpajon bei Évry in Frankreich
† 8. September um 729 in Freising in Bayern


Korbinian, Sohn von Waltekis und dessen Frau Corbiniana, einer vornehmen Familie, verlor kurz nach der Geburt seinen Vater und wurde von der Mutter erzogen. Er baute sich im Alter von 22 Jahren neben seinem Elternhaus eine Zelle, um als Einsiedler zu leben. Sein Ruf eilte weit ins Land und bis zu Pippin dem Mittleren, dem Hausmeier von Austrasien und Neustrien. Als immer mehr Ratsuchende Korbinian bedrängten, pilgerte er vor 714 nach Rom zu Papst Konstantin I., der ihn zum Priester und Bischof weihte und mit Missionsarbeit beauftragte. Wie Kilian wurde er vom Bayernherzog Theodo, den er um 716 in Regensburg aufsuchte, und von dessen Sohn und Mitregenten, Herzog Grimoald aus Freising ,bei der Missionierung unterstützt; er arbeitete in der Schweiz, in Bayern und im damals bayrischen Norditalien. Bei der Alpenüberquerung - offenbar mit großem Gefolge - zu einem zweiten Besuch in Rom überfiel ihn, so wird überliefert, ein Bär und tötete sein Maultier, woraufhin dieser Bär Korbinians Gepäck nach Rom tragen musste.

Die Korbinian und Mauritius geweihte Pfarrkirche in Kuens
Die Korbinian und Mauritius geweihte Pfarrkirche in Kuens

In Rom erteilt der Papst ihm die Erlaubnis, ein Kloster zu gründen und von dort aus zu wirken. Korbinian erhielt von Theodos Sohn, Bayernherzog Grimoald, das Gebiet Cainina - das heutige Kuens / Caines - übertragen, Korbinian gründete dort um 718 ein Kanonikerstift mit Meierhof und Kirche, die Zeno von Verona und Valentin von Rätien geweiht wurde *. Er kultivierte das Gebiet, ließ Weinberge anlegen und Obstbäume pflanzen und förderte so das Wohlergehen der Menschen.

Aus dieser Zeit stammt die Erzählung, dass Korbinians Klösterchen eines Tages ein Fässchen Wein geschenkt wurde. Da der Wein noch gärt, flog in der Nacht der Zapfen mit lautem Knall aus dem im Keller gelagerten Fass; nur das sofortige Eingreifen würde den kostbaren Inhalt am Ausfließen hindern. Korbinian hört das Geräusch durchaus, aber es berührte ihn nicht, denn er war mitten im Gebet. Am nächsten Morgen sahen die Klosterbrüder, dass der Wein aber trotz des geöffneten Spundloches nicht ausgelaufen war.

Jan Polack: Das Bärenwunder, aus dem Weihenstephaner Altar, 1489, Diözesanmuseum in Freising
Jan Polack: Das Bärenwunder, aus dem Weihenstephaner Altar, 1489, Diözesanmuseum in Freising

Schließlich wurde er von Grimoald wieder nach Bayern zurückgerufen, denn Bonifatius hatte im Auftrag von Papst Gregor III. ein Bistum vorbereitet und ihm eine rechtliche Struktur gegeben, das nun um 720 mit Korbinian an der Spitze errichtet wurde. In Freising errichtete er eine Kirche zu Ehren von Stephanus - Vorläufer der heutigen Abtei Weihenstephan.

Korbinian warf dann seinem Förderer Grimoald dessen illegitime Ehe mit Plektrudis, der Witwe seines Bruders, vor; die Ehe mit der verwitweten Schwägerin war zwar nach römischen Recht erlaubt, nach kirchlichem aber verboten. Grimoald trennte sich von seiner Frau, diese aber plante ein Attentat gegen den Bischof, der deshalb um 724 in sein Stift nach Kains - floh. Grimoalds Nachfolger im Amt des Herzogs, Hugibert, holte später Korbinian zurück, der vom Volk begeistert begrüßt wurde, doch er starb bald darauf. Sein Gefährte Ermbert wurde Nachfolger als Bischof in Freising.

Korbinians Leichnam wurde in der Zeno von Verona geweihten Kapelle am Platz der heutigen Zeno-Burg in Meran bestattet, am 20. November 765 aber wieder nach Freising zurück gebracht. Bald schon begann dann die Wallfahrt zu seinem Grab. Eine Predigt zu seinem Fest aus dem 10. Jahrhundert weist auf Wunder am Grab hin, aus dem 12. Jahrhundert liegt ein Wunderbericht vor. Bis ins 16. Jahrhundert wurde die Berührung des Grabes praktiziert, die Hilfe in Nöten versprach. Der Dom von Freising ist neben Maria Korbinian geweiht und beherbergt seine Reliquien in einem wertvollen Schrein.

Hochaltar und Volksaltar mit Korbinian-Reliquiar, in der Pfarrkirche in Kuens
Hochaltar und Volksaltar mit Korbinian-Reliquiar, in der Pfarrkirche in Kuens

1899 schenkte der Erzbischof von München-Freising der Pfarrkirche in Kains eine Reliquie von Korbinian, nun begann auch dort die Verehrung des Heiligen und wurde ein neuer Hochaltar aufgestellt. 1901 wurde Kobinian zum Ortspatron ernannt. In Évry wurde Korbinian die Kathedrale geweiht, er ist Diözesanpatron.

Korbinians Lebensgeschichte verfasste um 770 Bischof Arbeo von Freising.

1942, aus der Kriegsnot geboren, unternahmen vier junge Frauen eine Wallfahrt nach Freising; nach dem Krieg nahm die diözesane Jugendkorbinians-Wallfahrt einen rasanten Aufschwung.

Attribute: mit Gepäck beladener Bär
Patron der Diözese München-Freising und der Diözes Évry

* Dass Korbinian tatsächlich eine Kirche in Kains bauen ließ, konnte archäologisch nicht nachgeweisen werden; die erste urkundliche Erwähnung der Kirche stammt aus dem Jahr 1291.

Catholic Encyclopedia

  Die Jugendkorbinians-Wallfahrt hat eine eigene Homepage.

  Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon




Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 20.11.2015
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• http://www.autobahnkirche.de/dc/hk/FMPro?-db=namenstag.fp5&-format=record%5fdetail.htm&-lay=layout &Name=korbinian&-recid=34195&-find=
• http://www.marktplatz-oberbayern.de/regionen/ebersberg/art1583,224192.html?fCMS=781a34555004b433c7153b5f3e4a46ba
• E-Mail Gabriele Modlmair vom 1. Januar 2005
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 6. Herder, Freiburg im Breisgau 1997
• Friedrich Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990
• http://www.geschichte-tirol.com/orte/suedtirol/bezirksgem-burggrafenamt/1224-kuens.html
• http://www.muenchner-kirchennachrichten.de/meldung/article/ein-eindrucksvoller-heiliger.html
• http://www.muenchner-kirchennachrichten.de/meldung/article/ein-eindrucksvoller-heiliger.html