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Ökumenisches Heiligenlexikon

Lucia de Jesus

Taufname: Lúcia Rosa dos Santos
Ordensnamen: Maria Lúcia von den Schmerzen
und: Maria Lúcia vom Unbefleckten Herzen

Gedenktag katholisch: 13. Februar

Name bedeutet: die Beleibte / die Schöne / die Bittere / die von Gott Geliebte (aramäisch)
L: die Leuchtende (latein.)

Seherin, Nonne
* 22. März 1907 in Aljustrel bei in Portugal
† 13. Februar 2005 in Coimbra in Portugal


Am 13. Mai 1917 hüteten drei Kinder eine kleine Herde in der Nähe von Fátima: die 10 Jahre alte Lúcia de Jesus, Tochter von António dos Santos und seiner Frau Maria Rosa, ihr neunjähriger Vetter Francisco Marto und dessen siebenjährige Schwester Jacinta Marto. Die Kinder besuchten keine Schule, Lúcia musste schon seit einem Jahr die kleine Schafherde hüten, nachdem ihr alkoholabhängiger Vater einen Teil des Vermögens seiner achtköpfigen Familie verbraucht hatte.

Jacinta und Francisco schlossen sich mit ihren Schafen der größeren Lúcia an. Nachdem sie schon 1916 drei Erscheinungen eines Engels erlebt hatten, wurde ihnen eine erste Marienerscheinungen zuteil.

Lúcias Geburtshaus in Aljustrel, heute Museum, in dem auch ihr Geburtszimmer und im Garten der Ort der zweiten Engelserscheinung gezeigt wird
Lúcias Geburtshaus in Aljustrel, heute Museum, in dem auch ihr Geburtszimmer und im Garten der Ort der zweiten Engelserscheinung gezeigt wird

Um die Mittagszeit, als sie wie gewöhnlich den Rosenkranz gebetet hatten, sahen sie plötzlich ein strahlendes Licht, das sie für einen Blitz hielten. Sie wollten fliehen, aber sogleich erhellte ein zweiter Blitz die Stelle in der kleinen Senke Cova da Iria, und über einer kleinen Steineiche sahen sie eine Dame, strahlender als die Sonne, die einen weißen Rosenkranz in Händen hielt. Die Dame ermahnte die Kinder, viel zu beten, und lud sie ein, in den fünf folgenden Monaten jeweils am 13. zur selben Stunde wieder zur selben Stelle zu kommen. Tatsächlich erschien ihnen die Dame jeweils am 13. Juni, Juli, September und Oktober erneut und sprach mit ihnen. Am 19. August hatten sie die Erscheinung etwa 500 m von ihrem Heimatort Aljustrel entfernt an der Valinhos genannten Stelle, weil die Kinder am 13. August und die folgenden zwei Tage vom Bezirkskommisar in Ourém festgehalten wurden.

70.000 Menschen versammelten sich zur letzten Erscheinung am 13. Oktober 1917
70.000 Menschen versammelten sich zur letzten Erscheinung am 13. Oktober 1917

Bei der letzten Erscheinung am 13. Oktober, als rund 70.000 Menschen anwesend waren, sagte ihnen die Dame, dass sie Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz sei und dass man ihr zur Ehre eine Kapelle an dieser Stelle bauen solle. Nach der Erscheinung konnten alle Anwesenden das den Kindern schon im Juli und September versprochene Wunder sehen: die Sonne, die einer Silberscheibe ähnlich wurde, konnte man ohne Schwierigkeit ansehen. Sie drehte sich um sich selbst wie ein Feuerrad, und es schien, als würde sie auf die Erde herabstürzen. Drei Offenbarungen wurden den Kindern zuteil, deren letzte als Geheimnis von Fátima Jahrzehnte lang auch zu vielen Spekulationen Anlass gab.

Unter dem Pseudonym Visconde de Montelo verfasste der Lissaboner Theologieprofessor Nuñes Formigão 1927 eine Zusammenfasung der Protokolle der Marienbotschaften von Fátima. Der Schweizer Theologe Otto Karrer beurteilt diese Botschaften als Projektion der Kinder auf Grund der ihnen von ihrer Mutter erzählten Berichte der Marienerscheinung von La Salette in Frankreich, wo Maria schon 1846 zwei Hirtenkindern erschienen war.

Haus der Dorotheenschwestern</a> in Porto
Haus der Dorotheenschwestern in Porto

Nach dem frühen Tod von Francisco und Jacinta trat Lúcia 1921 in Porto in das Kollegium der Dorotheenschwestern ein, später schloss sie sich in Tui in Spanien den Dorotheenschwestern an, wo sie 17 Jahre lang lebte und Maria Lúcia von den Schmerzen genannt wurde. Danach erschien ihr Unsere Liebe Frau noch drei Mal: am 10. Dezember 1925 und am 15. Februar 1926 im Konvent in Pontevedra in Spanien sowie in der Nacht vom 13. auf 14. Juni 1929 in der Kapelle des Konvents in Tui. Sie erbat die Andacht der fünf ersten Samstage: den Rosenkranz beten, die 15 Geheimnisse des Rosenkranzes betrachten, die Beichte und die Kommunion zur Sühne für die Sünden, die gegen das Unbefleckte Herz Mariä begangen werden sowie die Weihe Russlands an das Unbefleckte Herz Mariens. Diese Bitte hatte die Erscheinung schon am 13. Juli 1917 ausgesprochen im sogenannten Geheimnis von Fátima.

1948 ging Maria Lúcia nach Coimbra und wurde Unbeschuhte Karmeliterin im dortigen Kloster, wo sie den Namen Maria Lúcia vom Unbefleckten Herzen annahm. Als Papst Paul VI. 1967 zum 50. Jahrestag der Erscheinungen in Fátima weilte, durfte auch Maria Lucia bei den Feierlichkeiten zugegen sein, ebenso als Papst Johannes Paul II. am 13. Mai 1982 in Fátima weilte. Zum 100. Jahrestag der Erscheinungen 2017 besuchte Papst Franziskus Fátima, im Jubiläumsjahr kamen zudem 9,4 Millionen Pilger.

Der 13. Mai wurde im Jahr 2002 ins neue Missale Romanum aufgenommen als nicht gebotener Gedenktag Unserer Lieben Frau in Fátima. Der Leichnam von Lúcia, wurde 2006 in Fátima neben dem ihrer Kusine Jacinta beigesetzt. Im Karmelitinnenkloster in Coimbra wurde ihr eine Gedenkstätte eingerichtet, die Straße nach ihr benannt und ein Denkmal aufgestellt.

Maria Lucia 1982 mit Papst Johannes Paul II. in Fátima
Maria Lúcia 1982 mit Papst Johannes Paul II. in Fátima

Papst Pius XII. vollzog 1942 die Weihe der Welt an das Unbefleckte Herz Mariä, die Unsere Liebe Frau von Fátima ausdrücklich gewünscht hatte. Zwei Jahre später ordnete er für die ganze katholische Kirche das Fest vom Unbefleckten Herzen Mariä am 22. August an und im Heiligen Jahr 1950 verkündete er das Dogma von der leiblichen Aufnahme der Maria in den Himmel.

Kanonisation: An Lúcias drittem Todestag erteilte Papst Benedikt XVI. 2008 sein Einverständnis für die Einleitung des Seligsprechungsprozesses und setzte damit eine Regelung des Kirchenrechtes außer Kraft, wonach ein Seligsprechungsverfahren frühestens fünf Jahre nach dem Tod einer Person eröffnet werden darf; dennoch ist auch fast zehn Jahre später und auch im Zuge der Heiligsprechung von Francisco und Jacinta noch keine Seligsprechung in Aussicht. Manche Beobachter erkennen an dieser Tatsache, dass zwar die Volksfrömmigkeit mit Akten wie der Heiligsprechung der beiden als Kinder Gestorbenen anerkannt wird, aber der Überbringerin der Botschaftenseitens des Vatikan mit Skepsis begegnet wird, um nicht weitere ähnlich Erlebnisse zu befördern. Alle Erscheinungen oder angeblichen Erscheinungen sind Privatoffenbarungen, sie sind nicht Teil des offiziellen Lehramtes der Kirche, erklärte Papst Franziskus anlässlich der Heiligsprechung von Francisco und Jacinta bei einer Pressekonferenz in Fátima auf eine Frage nach den (angeblichen) Erscheinungen in Medjugorje / Međugorje

Worte von Lúcia

Lúcia schrieb eine Vision nieder, die am 13. Juni 1929 nur sie hatte – Francisco und Jacinta waren schon zehn Jahre tot. Die Seherin hielt im Rückbick fest:

Ich hatte meine Oberinnen und meinen Beichtvater um Erlaubnis gebeten und sie auch erhalten, von elf Uhr bis Mitternacht, von Donnerstag auf Freitag die Heilige Stunde zu halten. Als ich eines Nachts alleine war, kniete ich mich innerhalb der Balustrade, inmitten der Kapelle nieder und betete hingestreckt die Gebete des Engels. Ich fühlte mich müde, erhob mich und setzte sie fort mit gekreuzten Händen. Das einzige Licht war das der Lampe.
Plötzlich wurde die ganze Kapelle mit einem übernatürlichen Licht erleuchtet, und über dem Altar erschien ein Lichtkreuz, das bis zur Decke reichte. In einem noch helleren Licht war auf dem oberen Teil des Kreuzes das Gesicht eines Menschen zu sehen mit einem Leib bis zur Taille, über der Brust eine Taube auch aus Licht, und, ans Kreuz genagelt, der Körper eines anderes Menschen. Ein wenig unterhalb der Taille, in die Luft erhoben, sah man einen Kelch und eine große Hostie, über der einige Blutstropfen herabtropften, die über das Gesicht des Gekreuzigten und aus einer Brustwunde strömten. Über die Hostie gleitend fielen sie in einen Kelch.
Unter dem rechten Arm des Kreuzes stand Unsere Liebe Frau mit ihrem Unbefleckten Herzen in der Hand. … Unter ihrem linken Arm formten einige große Buchstaben, wie aus kristallklarem Wasser, das auf die Oberfläche des Altars floss, folgende Worte: Gnade und Barmherzigkeit.
Ich verstand, dass mir das Geheimnis der Heiligsten Dreifaltigkeit gezeigt wurde, und ich empfing Licht über dieses Geheimnis, das ich aber nicht enthüllen darf.
Darauf sagte Unsere Liebe Frau zu mir: Der Augenblick ist gekommen, in dem der Gott den Heiligen Vater bittet, in Einheit mit allen Bischöfen der Welt, Russland meinem Unbefleckten Herzen zu weihen, und er verspricht, das Land durch dieses Mittel zu retten. Es gibt so viele Seelen, die die Gerechtigkeit Gottes verurteilt wegen der Sünden, die mir gegenüber begangen wurden, so dass ich komme, um Wiedergutmachung zu bitten: Opfere dich für dieses Anliegen und bete!
Ich gab dies meinem Beichtvater bekannt, der mich aufforderte niederzuschreiben, was nach dem Willen Unserer Lieben Frau getan werden sollte.
Später sagte Unsere Liebe Frau in einer inneren Mitteilung, indem sie sich beklagte: Sie wollten nicht auf meine Bitte hören! … Sie werden sich bekehren und es tun, aber es wird spät der Fall sein. Russland wird seine Irrtümer schon über die Welt verbreitet haben, Kriege hervorrufen und Verfolgungen der Kirche: Der Heilige Vater wird viel zu leiden haben.

Memórias da irmã Lucia, compilação do Padre Luis Kondor. Fátima - Portugal, Bd. 1, S. 197f (eigene Übersetzung)

Worte an die Seherkinder im Jahr 1917:

Betet den Rosenkranz alle Tage, um Frieden zu erreichen für die Welt und das Ende des Krieges! (13. Mai)
Jacinta und Francisco nehme ich in Kürze [in den Himmel] auf. Aber du [Lúcia], bleibst länger hier [auf Erden]. Jesus will sich deiner bedienen, um meine Bekanntheit und die Liebe zu mir zu fördern. Er will in der Welt die Andacht zu meinem Unbefleckten Herzen einrichten. (13. Juni)
Opfert euch für die Sünder und sagt oftmals, besonders wenn ihr ein Opfer bringt: O Jesus, das ist aus Liebe zu dir und für die Bekehrung der Sünder und zur Wiedergutmachung wegen der Sünden, die sich gegen das Unbefleckte Herz Marias richteten! (13. Juli)
Betet, betet viel und bringt Opfer für die Sünder, da viele Seelen in die Hölle kommen, da sie niemand haben, der für sie Opfer bringt und betet! ( 13. August)
Betet weiter den Rosenkranz, um das Ende des Krieges zu erreichen! (13. September)
Errichtet hier [in der kleinen Senke Cova da Iria] eine Kapelle zu Meiner Ehre; denn ich bin die Herrin des Rosenkranzes, und betet weiter alle Tage den Rosenkranz! (13. Oktober)

Memórias da irmã Lucia, compilação do Padre Luis Kondor. Fátima - Portugal, Bd. 1, S. 165 - 171 (eigene Übersetzung)

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

Die vollständigen Texte der Engels- und Marien-Botschaften von Fátima

Die Gedenkstätte im Karmelitinnenkloster in Coimbra mit Objekten aus dem Leben von Lúcia, Fotos und Handarbeiten ist täglich außer montags von 15 Uhr bis 18 Uhr - zwischen November und März nur bis 17 Uhr, von Dienstag bis Freitag auch von 10 Uhr bis 12 Uhr, geöffnet, der Eintritt ist frei. (2015)
Im Konvent der Dorotheenschwestern in Pontevedra ist eine Gedenkstätte für die Erscheinungen eingerichtet, sie ist täglich von 9 Uhr bis 13.20 Uhr und von 17.30 Uhr bis 20 Uhr geöffnet.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 18.09.2019

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korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.