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Ökumenisches Heiligenlexikon

Nonius von der heiligen Maria Álvares Pereira

portugiesischer Name: Nuño de Santa Maria

Gedenktag katholisch: 1. November
gebotener Gedenktag in Portugal: 6. November
gebotener Gedenktag im Orden der Karmeliten und im Malteserorden: 1. April
nicht gebotener Gedenktag im Orden der Unbeschuhten Karmeliten: 1. April

Name bedeutet: N: der Mönch (latein.)
A: der ganze Wärter (althochdt. - spanisch)

Laienbruder
* 24. Juni 1360 in Flor da Rosa * bei Crato in Portugal
† am 1. April oder - eher - 1. November 1431 in Lissabon in Portugal


Nonius Alvares Pereira
Nonius de Santa Maria Álvares Pereira

Nonius stammte aus dem Hochadel. Er war der Sohn von Álvaro Gonçalves Pereira, welcher Prior des Johanniterordens in Portugal war und in seinem Heimatort 1356 selbst ein Kloster stiftete. Er diente am Königshof bei Ferdinand in Lissabon; als dessen spanische Tochter Erbansprüche stellte und damit die Eigenständigkeit Portugals gefährdet war, wurde Johann I., der Großmeister der Johanniter war, zum König ausgerufen. Als Oberbefehlshaber der portugiesischen Armee erstritt nun Nonius in den Auseinandersetzungen um die Thronfolge 1385 in der Schlacht von Aljubarrota den Sieg und damit die Unabhängigkeit Portugals; eigentlich war der Gegner Kastilien den Portugiesen zahlenmäßig und in der Ausrüstung überlegen, dennoch gelang es Dank des militärisch-taktischen Genies von Nonius, Kastilien zu schlagen; zum Dank wurde er zum Grafen ernannt.

Nonius war der mächtigste Vertreter des portugiesischen Adels und ein geschätzter Ratgeber des Königs. Zugleich war er von tiefer Frömmigkeit erfüllt, besonders in der Verehrung von Maria.

Das von Nonius' Vater 1356 gestiftete Kloster der Johanniter in Flor da Rosa
Das von Nonius' Vater 1356 gestiftete Kloster der Johanniter in Flor da Rosa

Nach dem Tod seiner Frau, mit der zusammen er Ahnherr der portugiesischen Braganza-Dynastie wurde, aus der mütterlicherseits auch die letzte österreichische Kaiserin Zita stammte, trat Nonius 1423 als Laienbruder in das von ihm 1389 gestiftete Kloster des Karmeliterordens in Lissabon ein. Dort verrichtete er die einfachsten Arbeiten und führte ein Leben der Buße und des Gebetes.

Nonius starb entweder am Ostersonntag oder an Allerheiligen. Sein Grab war zunächst in dem von ihm gestifteten Kloster der Karmeliter in Lissabon; es wurde ein Wallfahrtsort, in Liedern und Gedichten wurde der Conde Santo, der heilige Graf, besungen; er wurde dann in einen prächtigen Sarg in der Kirche São Vicente de Fora in Lissabon übertragen, der beim Erdbeben 1755 zerstört wurde; dessen Nachbildung steht heute im ehemaligen Karmeliterkloster. Reliquien werden auch im Kloster in seiner angeblichen Geburtstatdt Cernache do Bonjardim verwahrt.

Nachbildung des Sarkophags aus der Kirche São Vicente de Fora in Lissabon, heute im ehemaligen Kloster der Karmeliter in Lissabon
Nachbildung des Sarkophags aus der Kirche São Vicente de Fora in Lissabon, heute im ehemaligen Kloster der Karmeliter in Lissabon

Kanonisation: Nonius' Seligsprechung erfolgte am 23. Januar 1918 durch Papst Benedikt XV., die Heiligsprechung am 26. April 2009 durch Papst Benedikt XVI.

* Gelegentlich wird auch Cernache do Bonjardim als Geburtsort angegeben, das sich seiner rühmt und eine Straße, in der er geboren worden sei nach ihm benannte, nicht aber das Geburtshaus benennt; dies wird von der Forschung inzwischen aber bezweifelt.

Die Kirche des Klosters in Flor da Rosa, heute Pousada, das portugiesische Äquivalent zu den spanischen Paradore, ist täglich von 10 Uhr bis 12.30 Uhr und von von 14 Uhr bis 17.30 zur Besichtigung geöffnet; am Wochenende liegen alle Zeiten ½ Stunde später; der Eintritt beträgt 2 €. (2015)
Die Ruine der ehemalgen Karmeliterkirche in Lissabon - zerstört beim Erdbeben 1755 und nicht wieder aufgebaut - ist heute archäologisches Musem - ein stimmunsvoller Ort im Herzen der Stadt; es ist täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr - von Juni bis September bis 19 Uhr - geöffnet, der Eintritt beträgt 3,50 €. (2015)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 12.09.2015
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:

• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 7., Herder, Freiburg im Breisgau 1998
• http://pt.wikipedia.org/wiki/Mosteiro_de_Flor_da_Rosa
• Boletim da Academia Portuguesa de História. Lisboa, 1960. Pág. 106