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Ökumenisches Heiligenlexikon

Regina Maria Vattalil

indischer Name: Rani Mariam

Gedenktag katholisch: 25. Februar

Name bedeutet: R: die Königin (latein.)
M: die Beleibte / die Schöne / die Bittere / die von Gott Geliebte (aramäisch)

Ordensfrau, Märtyrerin
* 29. Januar 1954 in Pulluvazhy bei Ernakulam in Kerala in Indien
† 25. Februar 1995 am Hügel Nachanbore bei Indore in Madhya Pradesh in Indien


Mariam Vattalil war das zweite von sieben Kindern von Paily und Eliswa Vattalil, sie wurde in ihrem Heimatort in der Thomas-Kirche der mit Rom unierten Syro-Malabarischen Kirche getauft. Nach Abschluss der Sekundarschule trat sie 1971 in Kidangoor ins Kloster der Klarissen ein und erhielt zu Beginn ihres Noviziats am 1974 den Ordensnamen Rani Maria. 1980 legte sie in der Hormisdas-Kirche in Angamaly ihre ewigen Gelübde ab. Im Kloster in Odagady bei Satna in Madhya Pradesh war sie dann als Sozialkoordinatorin tätig, anschließend im Kloster in Aluva in Kerala, wo sie von 1989 bis 1992 Superiorin war. An der Universität in Reva in Madhya Pradesh studierte sie dann Soziologie, 1992 kam sie als Lehrerin nach Uday Nagar bei Jabalpur in Madhya Pradesh, das in einem überwiegend hinduistischen Bezirk liegt. Neben dem Unterricht und der katechetischen Ausbildung engagierte sie sich besonders in Fragen der sozialen Gerechtigkeit und bei Aktivitäten, um Armen und Unterdrückten zu helfen. Sie gründete Selbsthilfegruppen für Frauen, kämpfte für die Möglichkeit des Schulbesuchs der Kinder und half Bauern, moderne Anbaumethoden in der Landwirtschaft einzuführen.

Nachdem Regina Maria vor dem Frühstück und vor allen anderen Schwestern die Kapelle ihres Klosters in Uday Nagar besucht hatte, fuhr sie mit dem Omnibus in die Bischofsstadt Indore in Madhya Pradesh. Kurz vor Erreichen ihres Ziels wurde sie während einer Fahrtpause von dem Hindu Samandar Sing mit 54 Messerstichen getötet; den Auftrag dazu hatten Landbesitzer gegeben, die über ihren Einsatz für landlose Arme empört waren; die anderen Fahrgäste hatten Angst, ihr zu helfen. Nachdem die Polizei das Kloster in Indore über das Verbrechen informiert hatte, verständigten die Ordensschwestern Bischof George Anathil, der mit einigen Priestern den noch am Straßenrand liegenden blutverschmierten Leichnam barg und dann zunächst in seiner Residenz aufbahrte. Nach ihrer Beerdigung gingen Tausende, auch Nicht-Christen, auf die Straße, öffentliche Institutionen blieben zum Zeichen der Trauer geschlossen.

Samandar Singh wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Regina Marias leibliche Schwester Celine, die ebenfalls Klarissen war, besuchte ihn 2002 im Gefängnis und vergab ihm seine Tat, die er ausdrücklich bereute. Nachdem die Familie der Ermordeten sich für seine Freilassung eingesetzt hatte, wurde er 2006 begnadigt und aus dem Gefängnis entlassen. Seitdem besucht er am Jahrestag des von ihm begangenen Mordes Regina Marias Grab und ehrt es mit Weizenähren als Zeichen eines erneuerten Lebens. Die Gebeine von Regina Maria wurden 2016 in Indore erhoben. In Pulluvazhy gibt es ein Museum zu ihren Ehren.

Kanonisation: Regina Maria Vattalil wurde am 4. November 2017 in Indore durch Kardinal Angelo Amato im Auftrag von Papst Franziskus seliggesprochen.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 26.11.2017

Quellen:
• Klemens Hogen-Ostlender, E-Mail vom 15. November 2017
• http://www.syromalabarchurch.in/parish.php?id=4416
• https://en.wikipedia.org/wiki/Mariam_Vattalil

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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