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Ökumenisches Heiligenlexikon

Rosalia von Palermo

auch: Rusalia
auch: La Santuzza

Gedenktag katholisch: 4. September
Überführung der Gebeine: 15. Juli
4. September (Todestag), 15. Juli (Auffindung der Gebeine)

Name bedeutet: die Rose (latein.)

Einsiedlerin, Nonne
* um 1130 in Palermo in Italien
† 4. September 1170 (?) auf dem Monte Pellegrino bei Palermo in Sizilien in Italien


Rosalia war der erst spät entstandenen Überlieferung zufolge Tochter des Grafen Sinibald, des Herren von Quisquina und Monte delle Rose, eines Nachfahren von Karl I. „dem Großen”, nach anderer Überlieferung griechischstämmig. Ihre Mutter Maria Guiscardi, war demnach eine Enkelin von König Roger I. von Sizilien. Sie verbrachte ihre Jugend am Hof von König Roger II. von Sizilien als Hofdame bei Beatrix von Rethel. * Die Legende erzählt dann, dass ein Mann namens Baldwin eines Tages den König vor einem diesen angreifenden Tiger rettete und der König ihm zur Belohnung die Ehe mit Rosalia versprach; am Tag vor der Hochzeit aber sah Rosalia in ijhrem Spiegel das Bild Jesu Christi, erinnerte sich an ihren schon in der Kindheit praktizierten Glauben und verließ deshalb im Alter von 15 Jahen den Palast und ihr Elternhaus, um der Hochzeit zu entgehen. Sie wurde dann Nonne im Basilianerkloster Santissimo Salvator in Palermo. Weil ihre Eltern und der Bräutigam ständig versuchten, sie zurückzuholen, zog Rosalia sich als Einsiedlerin in eine Höhle des Berges Monte delle Rose bei Bivona zurück, begab sich dann auf Wanderschaft und lebte schließlich ab 1160 bis zu ihrem Tod in einer Grotte auf dem Monte Pellegrino bei Palermo.

Wahrscheinlicher ist, dass Rosalia sich um 1160 als Einsiedlerin zurückzog, weil sie zu dieser Zeit vom Hof fliehen musste, nachdem König Wilhelm I. von Sizilien einen Aufstandes des normannischen Adels mit scharfen Starfmaßnahmen beantwortete, in denen ihr Vater wegen Verschwörung hingerichtet und die Familie enteignet wurde.

Bartolomé Esteban Murillo: Rosalia vor Maria und dem Jesuskind, um 1670, im Museum Thyssen-Bornemisza in Madrid
Bartolomé Esteban Murillo: Rosalia vor Maria und dem Jesuskind, um 1670, im Museum Thyssen-Bornemisza in Madrid

Erste Zeugnisse der Verehrung von Rosalia finden sich im 12. Jahrhundert in Kalabrien. Eine Ikone des 13. Jahrhunderts aus Palermo zeigt Rosalia neben == Oliva von Anagni; deren Lebensgeschichte könnte Vorbild für die von Rosalia gewesen sein.

1625 fanden zwei Männer den unverwesten und mit einem Rosenkranz gekrönten Leichnam Rosalias auf dem Monte Pellegrino bei Palermo; zuvor war sie ihnen erschienen und hatte sie zum Ort ihres Todes geführt. Die Gebeine wurden am 15. Juli in den Dom von Palermo überführt; währenddessen kam eine die Stadt belastende Pestepidemie zum Stillstand. Erzbischof Kardinal Doria betrieb nun energisch ihre Kanonisation. Die Grotte auf dem Monte Pellegrino wurde zur bis heute vielbesuchten Wallfahrtsstätte, auch Johann Wolfgang von Goethe besuchte sie und bezeichnete die Gegend als das schönste Vorgebirge der Welt. An der - angeblichen Stelle - von Rosalias Elternhaus stand eine ihr geweihte Kirche, die 1638 durch das heutige Oratorium Sta Caterina ersetzt wurde; im Hof kann man Rosalias Brunnen und die damalige Wasserversorgungsanlage sehen. Auch Rosalias Grab im Dom von Palermo ist Ziel vieler Pilger. In Palermo wird jedes Jahr von 10. bis 15. Juli das Fest zu Ehren der Schutzheiligen der Stadt gefeiert; in der Nacht vom 14. zum 15. Juli ist die Stadt mit unzähligen bunten Lichtern geschmückt, die meisten Frauen tragen Blumenkränze, wie es auch Rosalia getan habe; um Mitternacht wird ein großer Wagen in Form eines Schiffes mit der Statue der Rosalia durch den Corso Vittorio Emanuele zum Meer hinuntergefahren und wenn dieser das - Foro Italico erreicht hat, beginnt ein einstündiges großes Feuerwerk.

In Bivona wird Rosalia seit dem 14. Jahrhundert aufgrund der Lokaltradition vom Aufenthalt in der dortigen Höhle verehrt. Am Eingang der Höhle wird eine angeblich von Rosalia angebrachte Inschrift in lateinischer Sprache gezeigt. Das Rosaliengebirge südlich von Wiener Neustadt in Österreich ist nach Rosalia benannt.

Kanonisation: Rosalia wurde 1630 durch Papst Urban VIII. ins Martyrologium Romanum aufgenommen.
Attribute: als Einsiedlerin, Kette, Kranz von Rosen, Totenkopf
Patronin von Palermo, Bivona und Sizilien; gegen Pest

* Manche Überlieferung berichtet, sie habe bei Margarete von Navarra, der Frau von König Wilhelm I. von Sizilien, gelebt. Das ist unrichtig und eine Verwechslung mit der Frau von König Roger II. von Sizilien, Beatrix von Rethel.

Catholic Encyclopedia

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 02.08.2016
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 8. Herder, Freiburg im Breisgau 1999
• https://it.wikipedia.org/wiki/Chiesa_di_Sant%27Ignazio_all%27Olivella
• https://it.wikipedia.org/wiki/Santa_Rosalia
• https://www.youthreporter.eu/de/beitrag/das-fest-der-heiligen-rosalia.12438