Ökumenisches Heiligenlexikon

Simon Fidati da Cascia

Gedenktag katholisch: 2. Februar
gebotener Gedenktag im Orden der Augustiner-Eremiten: 16. Februar

Name bedeutet: Er (Gott) erhört (hebr.)

Priester, Mönch
* um 1285 in Cascia in Umbrien in Italien
2. Februar 1348 in in Italien


Simon wurde im Alter von etwa 20 Jahren Augustiner-Eremit. Ab 1318 wirkte er als brillianter Prediger u. a. in Perugia, Bologna, Siena und , zugleich war er Autor geistlicher Werke, verfasst in Latein und der Volkssprache. Seine hohe Wertschätzung der Bibel und der Kirchenväter bewahrte ihn vor manchen Tendenzen spekulativer Theologie seiner Zeit. Sein Buch De Gestis Domini Salvatoris, Von den Werken des göttlichen Erlösers war im Mittelalter weit verbreitet. Seinen Predigthörern stellte er den armen und demütigen Jesus Christus als Vorbild für ihr Leben dar.

Die Bluthostie von Cascia im Reliquarium von 1930
Die Bluthostie von Cascia im Reliquarium von 1930

Martin Luther wurde in seiner Kritik an Aristoteles und der Philosophie und in seiner Treue zur Bibel wohl von Simons Werken beeinflusst.

In Florenz gründete Simon das Frauenkloster Sant'Elisabetta delle Convertite und ein Heim für ledige Mütter.

Simon ist auch der Zeuge für ein eucharistisches Wunder, das im Jahre 1330 in Siena geschah: Ein Priester nahm, um einem kranken Bauern die Sterbesakramente zu spenden, eine konsekrierte Hostie und legte sie ehrfurchtslos zwischen die Seiten seines Breviers. So ging er in das Haus des kranken Mannes, öffnete das Buch und fand zu seinem Erstaunen, dass die Hostie rot geworden war mit frischem Blut - so sehr, dass die beiden Buchseiten, zwischen denen sie lag, gefärbt waren. Verwirrt und reuig ging der Priester nach Siena zum Augustinerkloster und beschrieb dort das Ereignis Simon Fidati. Dieser gab ihm die Lossprechung und bat ihn um Erlaubnis, die zwei blutgetränkten Brevierseiten behalten zu dürfen. Eine davon nahm er später mit nach Perugia, die andere - an welcher die konsekrierte Hostie haftet - nach Cascia in die Augustinuskirche. Dort wird die Reliquie mit großer Hingabe verehrt.

Papst Bonifatius IX. hat das Wunder anerkannt, er und weitere Päpste haben den Kult mit vielen besonderen Ablässen gefördert. Zum 600. Jubiläum wurde 1930 eine kostbare Monstranz für die Verehrung der Reliquie geschaffen. Heute wird die Reliquie zusammen mit denen von Simon in der Unterkirche des Santuario Santa Rita in Cascia verehrt. Das wunderbare Ereignis wird besonders am Fronleichnamsfest gefeiert, wenn die Reliquie öffentlich in der Prozession mitgetragen wird.

Worte des Seligen

Unser Hoffnung sollen wir wahrhaft und fest auf Gott richten in allem und bezüglich allem, was er selbst angeordnet hat. Und wir sollen an Gott glauben und keinesfalls zweifeln, dass er selbst, wenn wir am Ende unseres Lebens ohne Todsünde befunden werden, schließlich das ewige Leben geben wird. …
Ebenso sollen wir die Hoffnung auf Gott setzen, dass er selbst niemals die Seele eines Menschen verlässt, wenngleich er einmal den Körper den Strafen überlassen hat. Denn der gütige Gott lässt keinen versucht werden über das hinaus, was er nicht [tragen] kann, er kennt ja ganz klar unsere geistigen körperlichen Kräfte und auch, wie vielen und wie großen Versuchungen und Gefahren wir in diesem Leben voll Schatten unterworfen sind.
Ebenso sollen wir unsere Hoffnung auf die Sakramente setzen, denn sie gewähren uns die Vergebung der Sünden, auch ruht in ihnen die Verheißung, dass unser sittliches Handeln mit der Seligkeit belohnt wird.
Ebenso sollen wir wegen der Hoffnung auf ewiges Leben im Ganzen, wer es vermag, oder doch wenigstens zum Teil alles Irdische verschmähen, verachten und verlassen.
Und auch das ist ein offensichtliches Zeichen derer, die eine feste Hoffnung auf das zukünftige Leben haben, nämlich, dass sie in Bezug auf dieses irdische Leben ganz wenig oder gar keine Sorge haben. Ein Beispiel dafür sind uns die Martyrer, die ihren eigenen Körper verachtet haben. Ein Beispiel sind uns auch die Bekenner, die die Welt verlassen haben, die Eltern, Freunde und die alle Vergnügungen für nichts erachteten.
Und kurz zusammengefasst, auf uns selbst und alle unsere guten Werke sollen wir keinerlei Hoffnung setzen, vielmehr soll unsere ganze Hoffnung auf der Güte und Barmherzigkeit Christi und seinem für uns vergossenen Blut ruhen!

Quelle: Simon Fidati de Cassia OESA: L'ordine della vita cristiana. Tractatus de vita christiana. = CASSICIACUM, Suppl. 19, hrsg. von Willigis Eckermann O.S.A. Augustinus-Verlag, Würzburg 2006, S. 151; eigene Übersetzung

Zitate von Simon Fidati:

Über das ewige Leben kann und soll man nicht zu ausführlich reden, denn die mehr darüber zu sagen versuchen, sind eher Schwätzer als Redner zu nennen.
Jede christliche Seele wisse und zweifle keinesfalls, dass jede Tugend ein einzigartiges Geschenk Gottes ist, das über unseren Verdienst hinausgeht. Dies gilt besonders vom Glauben, der nicht durch unsere eigenen Verdienste gegeben oder eingegossen wird, sondern allein durch die Gnade Christi. Für eine solches große Gabe sollen wir nicht undankbar sein.
Du Seele, lass nur dann über etwas und mit etwas Freude aufkommen, wenn es dem Wohlgefallen Gottes, dem sittlichen Verhalten und dem Gott wohlgefälligen Wirken entspricht und [dafür] Zeit geopfert wurde. Und im Gegensatz dazu lass nur dann über etwas und in etwas und mit irgendeiner Person Trauer aufkommen, wenn es Gott missfällt und es mit Laster oder Sünde verbunden ist und die guten Werke unterlassen und Zeit sinnlos vergeudet wurde.

Quelle: Simon Fidati de Cassia OESA: L'ordine della vita cristiana. Tractatus de vita christiana. = CASSICIACUM, Suppl. 19, hrsg. von Willigis Eckermann O.S.A. Augustinus-Verlag, Würzburg 2006, S. 146f, 162; eigene Übersetzung

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

Catholic Encyclopedia

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 23.09.2020

Quellen:
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 9. Herder, Freiburg im Breisgau 2000

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.








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