Ökumenisches Heiligenlexikon

Simon von Collazzone

italienischer Name: Simone
auch: della Contessa, Sohn der Gräfin

1 Gedenktag katholisch: 24. April

Name bedeutet: Er (Gott) erhört (hebr.)

Ordensmann, Priester
* um 1200 in Collazzone in Italien
24. April 1250 in Spoleto in Italien


Simon, Sohn einer adeligen Familie, wurde im ehemaligen Schloss - dem heutigen Rathaus - in Collazzone geboren. Seine Mutter Matilde war befreundet mit der Frau von Kaiser Otto IV. 1; sein Vater starb wohl schon bald. Im Alter von 12 Jahren erhielt Simon eine Einladung nach England an die berühmte Schule von Stephen Langton, des Erzbischofs von Canterbury, die er jedoch ablehnte; offenbar war er schon damals fasziniert durch die Armutsbewegung des Franziskus von Assisi. Im Alter von 14 Jahren verzichtete er auf seinen Besitz und schloss sich dem neuen Orden an. 1221 nahm er teil an der Versammlung in Santa Maria degli Angeli, wo die neue Missionsarbeit des Ordens besprochen wurde. Zusammen mit 25 Gefährten - darunter Thomas von Celano - wurde er dabei nach Deutschland - dem Land, das er aufgrund der Beziehungen seiner Mutter wohl schon als Kind besucht hatte - ausgesandt und arbeitete dort am Aufbau des Ordens. 1223 kehrte er nach erfolgreichem Wirken nach Italien zurück. Auch seine Mutter und seine Schwester Emilia traten nun den Klarissen bei.

Bild auf der Gedenktafel in Collazzone
Bild auf der Gedenktafel in Collazzone

Simon wurde 1244 Ordensprovinzial für die Marken, 1248 für Umbrien. Der Chronist des Franziskanerordens, Salimbene de Adam, der 1248 mit Simone in Marseille 2 weilte, beschrieb seine wundertätigen Fähigkeiten.

Simon starb bei einer Visitationsreise im Kloster Sant'Elia in Spoleto - es stand dort, wo heute die päpstliche Festung Rocca Albornoz steht.

Schon bald nach Simons Tod ereigneten sich viele Wunder, die seiner Fürsprache zugeschrieben wurden; Bartholomäus von Pisa zählte 174 davon auf. 1252 beauftragte Papst Innozenz IV. die Bischöfe von Spoleto und von Gubbio sowie den Abt des damaligen Benediktinerklosters San Pietro in Valle in Ferentillo bei Spoleto - heute ein Hotel -, einen Heiligsprechungsprozess durchzuführen, der aber wohl durch den Tod des Papstes nicht abgeschlossen wurde. 1260 wurden die Reliquien in die den Aposteln Simon und Judas geweihte Kirche San Simone (e Giuada) in Spoleto übertragen; der Name wurde bald schon auf Simon von Collazzone bezogen. Nachdem diese Kirche 1863 aufgegeben wurde, wurden die Gebeine in den Dom von Spoleto überführt. 2000 wurden sie in die Franziskanerkirche San Ansano in Spoleto übertragen und unter dem Hochaltar in einen Sarkophag aus dem 19. Jahrhundert gelegt, den Papst Pius IX. für Isaak von Syrien gespendet hatte.

Kanonisation: Simon wurde 1296 durch Beschluss der Statuten von Spoleto als heilig anerkannt, ein formeller Heiligsprechungsprozess scheiterte auch 1747.

1 Prof. Helmut Bouzek weist darauf hin, dass dies wohl nicht - wie verschiedentlich dargestellt - Otto IV.' erste Ehefrau Beatrix von Schwaben sein kann, weil diese, als der Sohn der Gräfin von Collazzone zur Welt kam, erst 10 Jahre alt war. Zwei Jahre danach, am 22. Juli 1212 fand in Nordhausen die Hochzeit zwischen dem damals 37-jährigen römisch-deutschen Kaiser und der 14-jährigen Beatrix statt, die aber schon am 11. August 1212 starb. Gemeint ist also wohl Ottos zweite Ehefrau Maria von Brabant, die er am 19. Mai 1214 in Maastricht heiratete.

2 Das Franziskanerkloster in Marseille stand nahe der damaligen Porte de l'Ourse - später Porte Gallica, heute eine Kreuzung an der Avenue Robert Schuman.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 14.05.2024

Quellen:
• http://www.ktucitywalks.co.uk/477.html nicht mehr erreichbar
• http://www.conventosantansano.it/simone.htm nicht mehr erreichbar
• https://www.ibs.it/beato-simone-da-collazzone-libro-lorenzo-romagna/e/9788866715740 - abgerufen am 02.05.2023
• https://www.sanpietroinvalle.com - abgerufen am 02.05.2023
• http://provenceetmoi.canalblog.com/pages/le-couvent-de-l-observance/38329225.html - abgerufen am 22.04.2024

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.


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