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Ökumenisches Heiligenlexikon

Maria Bernarda Bütler

Taufname: Verena

Gedenktag katholisch: 19. Mai
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Basel und im Bistum Feldkirch

Name bedeutet: M: die Beleibte / die Schöne / die Bittere / die von Gott Geliebte (aramäisch)
B: der Bärenstarke (althochdt.)
V: die Behutsame (latein.)

Nonne, Missionarin, Ordensgründerin
* 28. Mai 1848 in Auw im Aargau in der Schweiz
† 19. Mai 1924 in Cartagena in Kolumbien


Verena Bütlers Geburtshaus in Auw
Verena Bütlers Geburtshaus in Auw

Verena Bütler wurde als viertes von acht Kindern eines großen Bauern in Auw, trat 1867 ins Kapuzinerinnenkloster Maria Hilf in Altstätten bei St. Gallen ein und erhielt den Ordensnamen Maria Bernarda. Sie wurde dort bald schon Novizenmeisterin und 1880 Oberin. 1888 ging sie zusammen mit sechs Gefährtinnen, darunter Charitas Brader, nach Chone in Ecuador zur Arbeit als Missionarin und gründete die Kongregation der Franziskaner-Missionsschwestern von Maria Hilf mit Aufgaben in der Erziehung von Kindern und in der Krankenpflege. Die Revolution trieb die Gemeinschaft 1895 nach Cartagena in Kolumbien.

das 1522 gegründete Kapuzinerinnenkloster Maria Hilf in Altstätten
das 1522 gegründete Kapuzinerinnenkloster Maria Hilf in Altstätten

Schwester Maria Rosa Holenstein, ihre engste Mitarbeiterin, gab 1933 zu Protokoll, Mutter Bernarda beklage sich oft, dass der Glaubensgeist abnehme in der Welt, auch bei Klosterleuten und Priestern, welche sich dem Rationalismus näherten. Dagegen stand Bernardas Glaubenspraxis: ihre Mitschwester hat sie wiederholt beim vierzigstündigen Gebet, den ganzen Tag in der Kapelle auf dem Boden kniend beobachtet; Blutspuren an der Wand rührten wohl von ihren Disciplinen her.

Wenn die Generaloberin nicht betete oder Kranke pflegte, schrieb sie. Tausende von Seiten sind im Ordensarchiv überliefert, Briefe an die Filialen ihres Ordens und unter Anleitung ihres Beichtvaters entstandene Tagebücher. Die nur zu einem kleinen Teil veröffentlichten Schriften geben einen tiefen Einblick in ihren Mystizismus:

O mein Jesus, ich liebe dich über alles, … ich sehne mich nach dir, ich schmachte nach dir, dich in mein Herz aufzunehmen. Komm, o Jesus, komm! … Tag für Tag, Stunde um Stunde sehne ich mich nach der Stunde, wo ich bei dir bin, o Jesus, für immer bei dir in der himmlischen Vereinigung. … O guter Jesus, dein Herz wird genannt ein Gefäss, das von Honig träufelt; so komme, eile zu uns, um mit diesem himmlischen Balsam die schrecklichen Seelenwunden zu heilen!

Die Missionsschwestern von Maria Hilf haben sich im 20. Jahrhundert in Südamerika und im deutschsprachigen Europa, hauptsächlich in Österreich - dort mit dem ersten Kloster in Gaissau in Vorarlberg 1 -, ausgebreitet, sie sind vorwiegend in der Krankenpflege tätig. Der Orden zählt heute rund 840 Schwestern, in Europa sind es noch etwa 70. In Auw betreibt der Orden das Altersheim Maria Bernarda. Anlässlich der Heiligsprechung wurde eine Reliquie in die Pfarrkirche nach Auw gebracht; dort beginnt der neu eingerichtete Besinnungsweg, der auch an ihrem Geburtshaus vorbeiführt.

Kanonisation: Der Seligsprechungsprozess wurde 1948 eingeleitet, die Seiligsprechung erfolgte am 29. Oktober 1995 durch Papst Johannes Paul II.; am 12. Oktober 2008 wurde sie als erste Schweizerin 2 von Papst Benedikt XVI. heiliggesprochen.
Patronin von Cartagena

Reliquie in der Pfarrkirche in Auw
Reliquie in der Pfarrkirche in Auw

1 An der Stelle dieses Klosters steht in Gaissau heute ein Altenheim.

2 Katholiken aus St. Gallen sehen die 1047 als erste Frau der Kirchengeschichte heiliggesprochene Wiborada als erste Schweizer Heilige an; aber sie stammte aus schwäbischem Adel und damals gehörte St. Gallen nicht zur Schweiz, weil es diese noch gar nicht gab.

  Die Franziskaner Missionsschwestern von Maria Hilf informieren auf ihrer Homepage über Maria Bernardas Wirken.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 06.10.2017

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 10. Herder, Freiburg im Breisgau 2001
• http://www.nzz.ch/nachrichten/medien/himmlischer_balsam_schreckliche_seelenwunden_1.1037123.html
• http://bazonline.ch/schweiz/Die-erste-Heilige-der-Schweiz/story/14924820
• Faltblatt Schwester Maria Bernarda Bütler, o. O. o. J. (2015)

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.