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Ökumenisches Heiligenlexikon

Zwentibold

Gedenktag katholisch: 13. August

Name bedeutet: ?

König von Lothringen
* 870 (oder 871)
† 13. August 900 bei Susteren in den Niederlanden


Zwentibold war ein illegitimer Sohn des Königs von Ostfranken und Lotharingien - dem heutigen Lothringen - und späteren Kaisers Arnulf von Kärnten. Zwentibolds exotischer Name rührt daher, dass der Mährenfürst Swatopluk I. sein Taufpate war.

Zwentibold war von seinem Vater zunächst für die Nachfolge im Reich vorgesehen; nachdem Arnulf aber Vater eines legitimen Sohnes - Ludwig IV. das Kind - geworden war, setzte er gegen Widerstände des Adels die Königswahl seines Erstgeborenen Zwentibold in Lotharingien - durch; Lotharingien war das nach der Aufteilung des Frankenreiches 843 entstandene Mittelreich zwischen Westfranken (Frankreich) unter Karl dem Kahlen und Ostfranken (Deutschland) unter Ludwig dem Deutschen, benannt nach seinem Herrscher Lothar I. Hoffnungen auf die Einbeziehung auch von Burgund erfüllten sich nicht. 895 wurde Zwentibold in Worms zum König von Lotharingien gekrönt.

Zwentibolds Herrschaft wurde von den lotharingischen Grafen immer wieder in Frage gestellt, aber unterstützt von Erzbischof Hermann I. von Köln und dem als Kanzler amtierenden Erzbischof Radbod von Trier. Zeitgenössische Quellen bezeichnen Zwentibold als staatsmännisch unbegabt, hemmungslos und grausam. Er versuchte zwar, den Wiederaufbau seines durch Normanneneinfälle erheblich geschädigten Landes mit Unterstützung der Kirche und des einheimischen Adels zu bewerkstelligen, was ihm aber durch manche Gegnerschaft schwer gemacht wurde. Zwentibold förderte das Christentum durch den Bau von Kirchen und Klöstern, er ist Vater von Benedikta und Cäcilia, die in Susteren Äbtissinen wurden, und von Relind, die als Reklusin bei Lüttich lebte.

Statute von Theodor Heiermann, 1982, auf dem Zwentiboldbrunnen am Markt von Münstereifel
Statute von Theodor Heiermann, 1982, auf dem Zwentiboldbrunnen am Markt von Bad Münstereifel. 898 verlieh König Zwentibold dem Kloster Münstereifel das Markt-, Münz- und Zollrecht, daraus wuchs die Stadt Bad Münstereifel, die Zwentibold deshalb als ihren Gründer verehrt.

Nach dem Tod seines Vaters wurde der Streit Zwentibolds mit dem Adel des Lotharreiches unversöhnlicher, auch der neue Kaiser Ludwig der Blinde stellte sich gegen ihn. Der Adel unterstützte nun Zwentibolds jüngeren Halbbruder Ludwig das Kind, den legitimen Sohn von Arnulf, der dann 900 in Forchheim zum König erhoben und gekrönt wurde; die lotharingischen Fürsten riefen den neuen König in ihr Land und huldigtem ihm im März in der Pfalz Diedenhofen - dem heutigen Thionville in Frankreich. Von all seinen Bischöfen und Grafen verlassen, fiel Zwentibold bei einem Gefecht gegen die abtrünnigen Grafen Gerhard, Matfrid und Stephan; noch im selben Jahr heiratete einer seiner entschiedensten Widersacher Zwentibolds Witwe Oda.

In der von ihm geförderten Abtei in Susteren fand Zwentibold seine letzte Ruhestätte. Bald schon wurde der letzte autonome Herrscher Lotharingiens als Heiliger verehrt; dies erstaunt in Anbetracht des äußerst negativen Bildes von Zwentibold in den Berichten über ihn, wird aber erklärbar als lotharingisches Selbstbewusstsein: Man bewahrte in Susteren die Erinnerung, den Kult und die Überreste des zweiten und zugleich letzten Königs.

  Mit ausführlichen Darstellungen der Geschichte, Tabellen und Landkarten wird die Geschichte des Frankenreiches und Lotharingiens dargestellt auf der englischsprachigen Seite der Friesischen Schule.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 14.08.2016

Quellen:

• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.