Anthousa von Mantinea
auch: die Ältere, die Bekennerin
Gedenktag katholisch: 27. Juli
Gedenktag orthodox: 27. Juli
Name bedeutet: die Blühende (griech.)
Anthousa, Tochter der frommen Eltern Strategios und Febronia, begegnete dem Mönch und Priester Sisinnios, der sie
stark beeindruckte. Sie zog sich schon in jungen Jahren als Einsiedlerin zurück und lebte in völliger Einsamkeit in den Bergen.
Später gründete sie in Honorias - östlich von Klaudiopolis, dem heutigen
Bolu in
Paphlagonien - die Klöster Mantineion für Männer und unweit
davon für Frauen, in dem 90 Nonnen lebten und dessen Äbtissin Anthousa war. Sie förderte die spirituelle Disziplin. Zusammen
mit ihren 90 Nonnen widersetzte Anthousa sich offen der ikonenfeindlichen Politik von
Kaiser Konstantin V. Kopronymos
1 und wurde deshalb
zusammen mit ihren Nonnen und ihrem Neffen - dem Abt des Männerklosters - verhaftet und gefoltert. Als Irene, die Frau des
Kaisers, im Kindbett im Sterben lag, rief sie Anthousa zu sich an den Hof nach
Konstantinopel und der gelang, dass die Zwillinge
Leo - später als Leo IV. Nachfolger seines Vaters - und Anthusa
gesund zur Welt kamen. Aus Dankbarkeit sorgte die Kaiserin dafür, dass Anthusas Leben verschont wurde und sie in ihr Kloster
zurückkehren konnte.
Anthousa wurde in ihrer Zelle im Kloster in Honorias bei Klaudiopolis bestattet.
1 ▲ Kaiser Konstantin V.
setzte die ikonenfeindliche Politik seines Vaters Leo III. fort. Die moderne Forschung
hält das allein aus christlichen Quellen stammende Urteil - aus denen auch sein Beiname Kopronymos
, der
Mistnamige
, stammt - für in seiner Schärfe nicht zutreffend; es habe ihm mehr an der außenpolitischen Sicherung des
Reiches gelegen, als an einer vollständigen Durchsetzung der ikonenfeindliche Religionspolitik.
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Titus Zeman
Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 13.07.2026
Quellen:
• https://en.wikipedia.org/wiki/Anthusa_of_Mantinea - abgerufen am 12.07.2026
• https://telota.bbaw.de/pmbz/scripts/browse.xql?position=509 - abgerufen am 12.07.2026
• Ekaterini Mitsiou: Frauen als Gründerinnen von Doppelklöstern im byzantinischen Reich. In: Wiener Jahrbuch für
Kunstgeschichte 60. Wien, Dezember 2012, S. 338
https://www.johnsanidopoulos.com/2013/07/saint-anthousa-confessor-of-mantineou.html - abgerufen am 12.07.2026
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der
Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über
https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.