Ökumenisches Heiligenlexikon

Fara

auch: Burgundofara
französischer Name: Fare


Statue in der Kathedrale in Meaux
Statue in der Kathedrale in Meaux

Fara, Tochter des adeligen Chagnerich von Meaux im im damaligen Schloss in Crisenoy bei Meaux - heute ein Landgut und Veranstaltungsort -, der enge Beziehungen zu König Theudebert II. von Austrasien hatte, und dessen Ehefrau Leodegund, war damit auch die Schwester von Cagnoald von Laon und Faro von Meaux, wurde der Überlieferung nach im Jahr 610 als junge Frau von Kolumban gesegnet, als der in ihrem Elternhaus in Poincy zu Gast war. Sie sollte 614 heiraten, doch sie entfloh und versteckte sich in einer Kapelle nahe Meaux, zudem wurde sie blind. Davon heilte sie dann Eustasius, der spätere Abt des Klosters in Luxeuil - dem heutigen heute Luxeuil-les-Bains bei Montbéliard. 614 segnete Bischof Gondoald von Meaux sie zur gottgesegneten Jungfrau ein. Nachdem er sich mit seiner widerspenstigen Tochter ausgesöhnt hatte, errichtete ihr Vater für Fara auf mit Unterstützung von Bischof Cagnoald und Abt Waldebert von Luxeuil auf seinem Besitz - Evoriacum genannt, den Resten einer ehemaligen römischen Siedlung - das Kloster Notre-Dame. Fara wurde die erste Äbtissin dieses Klosters, das das erste Doppelkloster - also für Frauen und Männer - in Frankreich war und die Regel Kolumbans befolgte.

Fara gründete offenbar auf den Besitztümern ihrer Familie auch das damalige Frauenkloster in Champeaux - an der Stelle der späteren Kollegiatskirche, denn das Kloster wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts in eines für Kanoniker umgewandelt.

Das Kloster Notre-Dame wurde nach Faras Tod nach ihr Faremoutiers - Faras Kloster - benannt. Der Name Burgundofara nimmt Bezug auf ihre Heimat Burgund. Manche Überlieferung nennt Fara eine Schwester von Cagnoald und Faro von Meaux. Der Gedenktag 7. Dezember ist möglicherweise der Tag der Übertragung ihrer Gebeine, die 1622 stattfand. Die blinde Nonne Carolina le Bret berührte der Überliieferung zufolge mit diesen ihre Augen und erhielt so ihre Sehkraft wieder.

Das Kloster in Faremoutiers wurde Ende 1792 in der Französischen Revolution aufgehoben, die Kirche Saint Sulpice wurde Pfarrkirche, die Abteigebäude Militärkaserne, danach verkauft. 1930 siedelten sich Benediktinerinnen wieder einem Gebäudekomplex an der Stelle der früheren Abtei an und errichteten die heutigen Abtei. Das Kapitel an der Kollegiatskirche in Champeaux wurde ebenfalls in der Französischen Revolution aufgehoben, die Kirche wurde Pfarrkirche.

Patronin der Blinden, gegen Augenleiden

Martyrologium Romanum Flori-Legium



Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 23.04.2026

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 2. Band: E-H. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1861
• Ekkart Sauser. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. XVI, Herzberg 1999
• https://de.wikipedia.org/wiki/Burgundofarones - abgerufen am 20.07.2023
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Abbaye_de_Faremoutiers - abgerufen am 22.02.2025
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Fare_(abbesse) - abgerufen am 17.04.2026
• Infotafel in der Kathedrale in Meaux
• Infotafel am Kloster in Faremoutiers
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Coll%C3%A9giale_Saint-Martin_de_Champeaux - abgerufen am 23.04.2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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