Petrus II. von Alexandria
Gedenktag orthodox: 14. Februar
Gedenktag koptisch: 14. Februar
Gedenktag äthiopisch-orthodox: 14. Februar
Name bedeutet: der Fels (latein.)
Petrus war Priester in Alexandria unter Patriarch Athanasius dem Großen. In dessen Auftrag reiste er nach Antiochia - dem heutigen Antakya, um in den Konflikten um die Besetzung des dortigen Patriarchenstuhls zu vermitteln zwischen dem von Basilius „dem Großen” unterstützten Meletios I. und Paulinus, den Athanasius unterstützte. 373 wurde Petrus Athanasius' Nachfolger als Patriarch von Alexandria. Ihm gegenüber stand aber der die Beschlüsse des 1. Konzils von Nicäa ablehnende Bischof Lucius; der ägyptische Präfekt Aelius Palladius stand auf Seiten von Lucius und ließ Petrus gefangen nehmen; diesem gelang aber die Flucht und er reiste nach Rom. Währenddessen amtierte Lucius 375 bis 378 als Patriarch und ließ Bischöfe und Mönche Anhänger verhaften, die Abhänger der Beschlüsse des Konzils von Nicäa waren. Kurz vor dem Tod von Kaiser Valens, der die Gegener der Beschlüsse des Konzils von Nicäa unterstützt hatte, im August 378 kehrte Petrus nach Alexandria zurück und konnte dann mit Unterstützung von Theodosius I., der nun Kaiser im Ostteil des Reiches war, wieder sein Amt als Patriarch ausüben.
Über Petrus berichtete Theodoret von Kyrrhos in seinem Geschichtswerk.
Worte des Heiligen
Ohne Gott ist in allem zu missbilligen, wer nicht bekennt, dass der
Heiland durch seine Ankunft den ganzen Menschen geheilt hat; und wenn
er ihn ganz heilt, hat er ihn auch ganz angenommen, nicht [nur] zur Hilfe für die Heilung, sondern zur Heilung des ganzen
[Menschen]. Niemand also halte dafür, dass er fromme Gedanken hege, vielmehr erweist er sich als ungläubig. Wenn aber
einer nachzuforschen strebt, [wie es sich wirklich verhält,] der lerne aus dem Brief, den Bischof
Athanasius seligen Angedenkens an die Bewohner von
Antiochia schreibt, wo er alles sorgfältig
darlegt: Die Rechtgläubigen, die ihn zu lesen beginnen, bestätigen, dass [auch sie] so denken und unterschrieben hätten.
Jesus Christus gestern und heute und in Ewigkeit (Hebräerbrief 13, 8): Gestern bedeutet die Ewigkeit vor den
Zeiten, heute aber die irdische Zeit, in Ewigkeit aber nach diesem vergänglichen Leben. Jesus Christus aber ist als
menschlicher Heiland verstanden nicht [immer] derselbe: Er, der im Alter fortgeschritten ist, der einmal Kind war und
einmal im beginnenden Mannesalter von 30 Jahren, wie Lukas (3, 23) sagt, kann nicht [immer] derselbe sein.
Der Heilige Geist des Lebens geht mit dem Vater und dem Sohn in den einzelnen Propheten durch die Schöpfung, er
zeigt an, was sein wird und was war, hat seine Augen vorher und nachher, d.h. wie wir sagten, die Kenntnis des Zukünftigen
und Vergangenen, dies berichtet er aus der Person des Menschensohns aus Maria und
des Gottessohns, des Wortes, das von Anfang an beim Vater war und zwei Personen 1
bedeutet, eine vom Menschen, der aus Maria geschaffen und gebildet ist, und eine von jenem wahren [Sohn], der vor den
Zeiten ist ohne Anfang und von ewiger Geburt.
Es sei also zu unterscheiden, welche Person mit prophetischem
Geist aus dem Leib des Herrn redet und welche aus seiner ewigen Zeugung aus dem Vater.
1 ▲ Petrus schreibt noch in einer Zeit begrifflicher Unklarheit. So verwechselt er gemäß dem Konzil von Ephesus und dem Konzil von Chalkedon Person und Natur: Danach vereint Jesus Christus die göttliche und die menschliche Natur, also zwei Naturen, ungetrennt und unvermischt in einer Person.
Quelle: In: Patrologia Graeca 33, Sp. 1291 - 1294; eigene Übersetzung
zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 06.11.2026
Quellen:
• https://de.wikipedia.org/wiki/Petros_II._von_Alexandria - abgerufen am 06.11.2026
• https://copticchurch.net/synaxarium/6_20#1 - abgerufen am 06.11.2026
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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