Plato
auch: Platon
Gedenktag katholisch: 4. April
Gedenktag orthodox: 4. April, 5. April
Name bedeutet: der Gestaltete (griech.)
Plato, Sohn der vornehmen und reichen Eltern Sergius und Euphemia, wurde im Alter von zehn Jahren Waise und dann von einem Verwandten erzogen, der kaiserlicher Großschatzmeister war und ihm eine gute Ausbildung ermöglichte. Plato beschäftigte sich dann mit der Verwaltung des ererbten Besitzes, den er im Alter von 24 Jahren verschenkte und sich zurückzog ins Kloster Symbolon, das am bithynischen Olymp - dem heutigen Uludağ - bei Bursa lag. Dort kopierte er Messbücher und stellte Sammlungen von Werken der Kirchenväter zusammen. Als ArchimandritEin Archimandrit (aus griech.„αρχή, Anfang” und „μάνδρα, Unterkunft”) ist in den östlichen und orthodoxen Kirchen der vorgeordnete Vorsteher eines oder mehrer Klöster, entsprechend etwa dem westlichen Erzabt. Er steht hierarchisch über dem Hegumen. Der Begriff wird auch als besonderer Ehrentitel für orthodoxe Priestermönche verwendet. Theosteriktos 770 starb, wurde Plato sein Nachfolger, obwohl er erst 35 Jahre alt war. 775 sollte Plato zum Bischof von Nikomedia - dem heutigen Ízmit - ernannt werden, aber er lehnte das Amt ab. Stattdessen zog er sich mit seinen Neffen Theodor und Joseph auf das Landgut Sakkudion am Fuß des bithynischen Olymps zurück; dort errichteten sie eine Johannes geweihte Kirche und gründeten ein Kloster, dessen HegumenosEin Hegumenos (griech.„ἡγούμενος”, ”Führer / Leiter”) ist in den orthodoxen Kirchen der Vorsteher eines Klosters, entsprechend etwa dem westlichen Prior / Probst. Er steht hierarchisch unter dem Archimandriten. Plato 782 wurde.
Als Patriarch Tharasius von Konstantinopel und Kaiserin Eirene 787 das 2. Konzil in Nicäa einberiefen, das die Verehrung der Ikonen wieder erlaubte, beteiligte sich Plato aktiv an dessen Arbeit, konnte den Irrtum des Bilderstreits erfolgreich entlarven und die Verehrung der Ikonen verteidigen. 794 übergab Plato die Leitung des Klosters Sakkudion an Theodor.
795 zwang Kaiser Konstantin VI. seine Frau, in ein Kloster einzutreten, und heiratete daraufhin seine Verwandte Theodota, wobei ein Priester Joseph trotz Verbot des Patriarchen Tarasius die Trauung vollzog. Plato und Theodor exkommunizierten deshalb den Kaiser und sandten einen Brief an alle Mönche. Der erzürnte Kaiser befahl, Plato einzusperren und Theodor nach Thessaloniki zu verbannen; nach dem Tod des Kaisers wurden sie 797 freigelassen. Theodor ließ sich wegen der Sarazeneneinfälle in der Gegend um Bursa in Konstantinopel nieder und wurde Hegumenos des um 453/454 gegründeten damaligen Klosters Studion, Plato lebte dort dann als einfacher Mönch unter der Aufsicht seines Neffen.
Als der 802 ins Amt gekommene neue Kaiser Nikephoros den exkommunizierten Priester Joseph eigenmächtig wieder in die Kirche
aufnahm, prangerten Plato und Theodor diese unrechtmäßige Handlung des
Kaisers an, deshalb wurden sie 807 abermals bestraft und zur Verbannung auf der Prinzeninsel
Chalki - der heutigen Insel
Heybeliada - verurteilt. Nach dem Tod des Kaisers
811 konnte Plato ins Studion-Kloster zurückkehren.
Theodor hielt die Trauerrede bei Platos Bestattung, sie ist die Hauptquelle der Nachrichten über ihn.
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 01.02.2026
Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 4. Band: M-P. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, Fortgesetzt von
J. N. Ginal, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1875
• https://www.oca.org/saints/lives/2026/04/05/101004-saint-plato-the-confessor-of-studion
• https://catholicsaints.info/saint-plato/
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.