Silvinus von Thérouanne
auch: Silvanus, französisch: Sylvain
von Auchy
Gedenktag katholisch: 17. Februar
Niederlegung der Gebeine in Toulouse: 26. März
Öffnung des Reliquiariums: 5. August
Name bedeutet: Mann vom Wald (latein.)
Silvinus war er Edelknabe am Hof der Könige von Neustrien, Childerich II. und Theuderich III. in Toulouse. Dann wurde er Mönch; die Legende berichtet, dass er als Bußübung eine Wallfahrt zu den sieben Pilgerkirchen in Rom machte mit einem Tragkorb voll Steinen auf dem Rücken und den Korb erst vor dem Portal der Peterskirche niedersetzte. Auch ins Heilige Land habe er eine Wallfahrt unternommen. Dann missionierte er als Bischof in der Gegend um Thérouanne und gründete als Stützpunkt 710 mit Hilfe von Graf Adalscar von Hesdin - einem Bruder der Austreberta von Pavilly -, dessen Frau Aneglia und deren Tochter Sicherdre das damalige, Georg dem Märtyrer geweihte Frauenkloster mit der später auch ihm geweihten Kirche in Auchy.
Silvinus wurde in der später ihm geweihten Kirche des damaligen Frauenklosters in Auchy am 17. Februar bestattet. Sein Grab, an dem sich Wunder ereigneten, wurde zum <Wallfahrtsort. 881 kamen seine Gebeine ins Schloss Herstal bei Lüttich / Liège in Belgien und 951 ins damalige Kloster Sithiu nach Saint-Omer; von dort kamen 1516 wenige Reliquien nach Auchy zurück..
Das Frauenkloster in Auchy wurde 1072 zum Kloster der Benediktiner für Männer. 1791 wurde es in der Französischen Revolution aufgelöst und 1805 verkauft, die Kirche wurde Pfarrkirche. Im 11. Jahrhundert wurde das Kloster Sithiu in Saint-Omer nach Abt Bertin in Saint-Bertin umbenannt. Im 12. Jahrhundert wurde es dem Verband der Benediktinerklöster von Cluny angegliedert und reformiertDie Reformen von Cluny gingen im 10. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Cluny in Burgund. Ziel war die strenge Beachtung der Benediktinerregel und Vertiefung der Frömmigkeit des einzelnen Mönches sowie eine neue Gewissenhaftigkeit bei der Feier des täglichen Gottesdienstes. Die Klosterwirtschaft sollte selbständig zum Erhalt des Klosters dienen können und die Klöster aus dem Herrschaftsanspruch der weltlichen Herren aber auch der Bischöfe herausgenommen und direkt dem Schutz des Papstes unterstellt werden.. Im Mittelalter stand es in hoher Blüte, seine Kirche war ein herausragendes Bauwerk der Gotik des 14. Jahrhunderts. 1791 wurde das Kloster in der Französischen Revolution aufgelöst und verfiel, die Steine wurden zum Bau des Rathauses verwendet. Heute sind Mauerreste erhalten und der Grundriss der Klosterkirche ist im Boden markiert.
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 08.06.2026
Quellen:
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Stefan Burghardt. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon,
Bd. X, Herzberg 1995
• Infotafel in der Stiftskirche in Auchy-lès-Hesdin
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Abbaye_d%27Auchy-l%C3%A8s-Hesdin - abgerufen am 29.05.2026
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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