Ökumenisches Heiligenlexikon

Stephan II. (III.)

1 Gedenktag katholisch: 26. April

Name bedeutet: die Krone (latein.)

Papst
* 714/715 in Rom
† 26. April 757 in Rom


Stephan, Sohn eines Adelsgeschlechts, verlor früh seine Eltern und wurde im damaligen Lateranpalast - dem heutigen Sanktuarium Scala Santa - aufgezogen. Papst Zacharias weihte ihn und seinen jüngeren Bruder Paulus - den späteren Papst Paul I. -, zu Diakonen. Beide nahmen an der SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. von 743 teil. 752 starb der zum Papst gewählte Priester und Kardinal Stephanus vier Tage nach seiner Wahl an einem Schlaganfall - noch bevor er geweiht worden war - am 26. März. Noch am selben Tag wurde Stephan in der Kirche Santa Maria Maggiore zum neuen Papst gewählt. Da der verstorbene Stephan noch nicht geweiht worden war, wurde dessen gleichnamiger Nachfolger als Stephan II. in die Papstlisten eingetragen. 1.

Stephan II. nimmt 756 von Abt Fulrad von Saint-Denis Pippins Schenkungsurkunde über die „Pippinsche Schenkung” entgegen, um 1600, im Geheimarciv des Vatikan
Stephan II. nimmt 756 von Abt Fulrad von Saint-Denis Pippins Schenkungsurkunde über die Pippinsche Schenkung entgegen, um 1600, im Geheimarciv des Vatikan

In Stephans Amtszeit wurde Rom wiederholt von den Langobarden bedroht, die schon Ravenna erobert hatte. Stephans Versuche, eine Waffenruhe zu erreichen und die Langobarden zur Aufgabe der eroberten Gebiete zu bewegen, blieben erfolglos, ebenso ein Hilfegesuch an Kaiser Konstantin V. in Konstantinopel. Stephan wandte sich deshalb an Frankenkönig Pippin: Nachdem Stephan - über den Großen St. Bernhard-Pass - als erster Papst die Alpen überquert hatte, traf er Pippin am 6. Januar 754 in der damaligen Pfalz in Ponthion, warf sich dem König im Büßergewand zu Füßen und bat ihn um Beistand. Sie verhandelten bis in den April, Pippin und seine Söhne verpflichteten sich zur Sicherung Roms und weiterer Gebiete und bestätigten diese als Eigentum des Papstes; damit wurde der Kirchenstaat begründet; in Anlehnung an die - gefälschte - Konstantinische Schenkung wird das die Pippinsche Schenkung genannt. 2 Pippin erfüllte seine Verpflichtungen, besiegte im August 754 die Langobarden und schloss mit ihnen den Frieden von Pavia, der die bedingungslose Herausgabe der Ländereien an Papst Stephan vorsah. Stephan salbte zum Dank Pippin, dessen Frau sowie deren Söhne Karl und Karlmann am 28. Juli 754 in der Kirche - der heutigen Kathedrale - in Saint-Denis bei Paris. Bei seiner Rückkehr nach Rom wurde Stephan wie ein Held gefeiert.

Stephan restaurierte die Kirche San Lorenzo fuori le Mura und ließ den Glockenturm des Petersdoms errichten. Er gründete ein Netz von Pilgerherbergen, das dem Vatikan wichtige Einnahmen brachte, und stiftete auf seinem Familienbesitz ein Kloster.

Stephan wurde im Petersdom bestattet.

1 ▲ Er wird oft auch als Stephan II. (III.) bezeichnet. Im päpstlichen Jahrbuch wird seit der Ausgabe von 1961 der nicht Geweihte als Papst aufgeführt und als Stephan II. bezeichnet, sein Nachfolger damit als Stephan III.; seitdem sind zwei Nummerierungen für alle weiteren Päpste mit dem Namen Stephan üblich, wobei die Zählung in den Klammern die neuere Meinung wiedergibt.

2 ▲ Das Dokument der Pippinschen Schenkung ist verloren, überhaupt ist seine Existenz umstritten.


Worte von Stephan II.

Papst Stephan II. gibt Rechenschaft über seine Heilung von einer tödlichen Krankheit:
Bischof Stephanus, Diener der Diener Gottes.
Wie sich niemand seiner Verdienste rühmen darf, so darf er die Werke Gottes, die in ihm durch seine Heiligen geschehen ohne seine eigenen Verdienste, verschweigen, sondern er soll sie verkünden, weil so der Engel den Tobias mahnt (Tobit 12, 18 - 20). Daher [berichte ich folgendes:] Wegen der Unterdrückung der heiligen Kirche durch den äußerst grausamen und gotteslästerlichen unsagbaren Aistulph [König der Langobarden, 749 - 756] kam ich zum besten, dem heiligen Petrus treuen Herrn, dem im höchsten Maß christlichen König Pippin nach Frankreich. Dort erkrankte ich auf den Tod und ich blieb einige Zeit im ehrwürdigen Kloster des seligen Märtyrers Dionysius im Bezirk von Paris. Da sah ich vor dem Altar den guten Hirten, den Herrn Petrus, und den Lehrer der Völker, den Herrn Paulus, und diese erkannte ich mit kundigem Sinn wieder an ihren Gewändern und zur Rechten des Herrn Petrus den dreimal seligen Herrn Dionysius, von feingliedriger und etwa größerer Gestalt, mit schönem Gesicht; weißen Haaren, einem völlig purpurnem mit Gold durchwirktem Pallium. Sie unterhielten sich fröhlich miteinander. Und da sagt der gute Hirte, der Herr Petrus: Dieser unser Bruder verlangt nach Heilung; und da sagte der selige Herr Paulus: Er wird gleich geheilt werde; und er näherte sich und legte freundschaftlich seine Hand auf die Brust des Herrn Dionysius und er blickte auf den Herrn Petrus und der Herr Petrus sagte zum Herrn Dioysius heiter: Deinetwegen wird er geheilt. Und sogleich kam der selige Dionysius mit einem Rauchfass und einem Palmzweig in der Hand zusammen mit einem Priester und einem Diakon, die seitlich standen, zu mir und sagte zu mir: Der Friede sei mit dir, Bruder, fürchte dich nicht, du wirst nicht sterben, bis du wohlbehalten zu deinem Wohnsitz zurückkehrst. Steh geheilt auf und weihe diesen Altar zur Ehre Gottes und seiner Apostel Petrus und Paulus, die du siehst und feiere zur Danksagung Messen! Es herrschte hier eine unschätzbare Klarheit und Wonne.
Bald darauf durch Gottes Gnade gesundet wollte ich erfüllen, was mir aufgetragen worden war, und die, die dabei anwesend waren, sagten, dass ich von Sinnen war. Deshalb berichtete ich ihnen und dem König und seinem Hofstaat, was ich gesehen hatte und wie ich geheilt worden bin, und erfüllte, was mir befohlen worden war. Gesegnet sei Gott!

Quelle: Revelatio Stephani Papae II. In: Patrologia Latina89., Sp. 1022 f; eigene Übersetzung

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 31.10.2026

Quellen:
• https://de.wikipedia.org/wiki/Stephan_II._(Papst) - abgerufen am 30.10.2026
• https://it.wikipedia.org/wiki/Papa_Stefano_II - abgerufen am 30.10.2026
• https://www.kirchenbote-sg.ch/artikel/wie-faelschungen-geschichte-schrieben - abgerufen am 30.10.2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.