Gedenktag katholisch: 30. Januar
Name bedeutet: mutige Kämperin (althochdt.)
V. Thérasse: Bathilde-Statue, 1848, im Jardin du Luxembourg in Paris
Bathilde wurde als kleines Mädchen von den Wikingern aus ihrer Heimat verschleppt und 641 als Sklavin an Erchinoald, den Hausmeier von Neustrien, verkauft. Hoch geschätzt ob ihrer Klugheit, wurde König Chlodwig II., der sie bei einem Besuch kennengelernt hatte, auf sie aufmerksam und heiratete sie um 649. Ihr Aufstieg machte sie nicht hochmütig, sie war Armen fürsorglich zugetan. Nach dem Tod ihres Mannes 656 wurde Bathilde Regentin für den fünfjährigen Thronfolger Chlodwig II. Mit Hilfe des neuen Hausmeiers Ebroin und der Bischöfe Aldowin von Rouen, Eligius von Noyon und Genesius von Lyon betrieb sie energisch ihre Politik. Sie schaffte den Sklavenhandel ab, bekämpfte die Simonie, stiftete Krankenhäuser und gründete Klöster, darunter Corbie für Mönche und Chelles für Nonnen. Durch die Einführung der Regel des Klosters Luxeuil - im heutigen Luxeuil-les-Bains - in den Klöstern und Kirchen sorgte sie für eine Stärkung des kirchlichen Lebens durch mönchische Regeln und zugleich für eine Vereinheitlichung und dadurch Stärkung des Königtums.
662 sicherte Bathilde ihrem jüngsten Sohn Childerich II. das Königtum in Austrasien, zugleich gab es heftige Konflikte mit Burgund, v.a. mit Bischof == Aunemund von Lyon - deshalb wurde Bathilde sie später auch als bischofsmordende Isebel * gezeichnet. Um 675 wurde sie nach einer Intrige des Adels verbannt und zog sich nach der Übernahme der Regierungsgeschäfte durch ihre erwachsenen Söhne ins Kloster Chelles zurück, wo sie noch 15 Jahre lang dienend und mit harter Arbeit wie alle Nonnen lebte.
Kleid der Bathilde, Leinen mit Silberstickereien im byzantinischen Stil, im Museum in Chelles
Kanonisation:
Bathilde wurde durch Papst Nikolas I. kanonisiert.
* Isebel, Frau des Königs Ahab von Israel im 9. Jahrhundert v. Chr., verführte ihren Mann nach 1. Könige 16, 29 - 34 dazu, sich vom Gott der Väter Israels ab- und ihren phönizischen Göttern zuzuwenden. Sie gilt als verantwortlich für die Ermordung zahlreicher Propheten und war die Gegenspielerin von Elija. Ihr Name wurde zum Synonym für eine boshafte und gewalttätige Frau.
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