Ökumenisches Heiligenlexikon

Caedmon von Whitby

Gedenktag katholisch: 11. Februar

Name bedeutet: ?

Mönch, Dichter
† zwischen 670 und 680

Kartenskizze

Caedmon war nach dem Bericht von Beda als Laienbruder und Viehhirte im Doppelkloster Whitby tätig. Um 657 wurde er demnach durch einen wunderbaren Traum erleuchtet und nun seine außerordentliche Begabung zur Gestaltung poetischer Verse und für Gesang entdeckt. Er wurde von der Äbtissin Hild als Mönch ins Kloster aufgenommen und in den biblischen Geschichten ausgebildet, damit er daraus Verse schmiede. Beda schreibt ihm viele - mündlich entstandene - Gedichte mit Geschichten und Lehren von der Genesis bis zur Apostelgeschichte, den Schrecken des Jüngsten Gerichts und den Freuden des Himmelreichs zu. Caedmons Verse waren demnach von höchster sprachlicher Qualität und gebrauchten ausdrucksvolle Bilder aus dem Alltagsleben zum verständlich Machen der Geschichten.

Aus dem „Caedmon Manuscript” mit angelsächsischer Bibel-Poesie: ein Engel bewacht das Paradies, spätes 10. oder frühes 11. Jahrhundert, in der Bodleian Library der Universität in Oxford

Aus dem Caedmon Manuscript mit angelsächsischer Bibel-Poesie: ein Engel bewacht das Paradies, spätes 10. oder frühes 11. Jahrhundert, in der Bodleian Library der Universität in Oxford

Von Caedmons Versen ist nur der Hymnus zum Preis des Schöpfers überliefert, andere ihm zugeschriebene Dichtungen stammen von anonym gebliebenen Dichtern, die seine Tradition fortgeführt haben. Die Annahme, Caedmon sei der Verfasser der in der Junius-Handschrift überlieferten Texte, gilt heute als unhaltbar.

Catholic Encyclopedia





Quellen:
• http://www.newadvent.org/cathen/03131c.htm
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
• Friedrich-Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990