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Pietro Labruzzi: Authentisches Portrait, 1610, entstanden während einer Predigt von Laurentius
Julius Caesar - italienisch Giulio Cesare - Russo kam als Sohn wohlhabender
Kaufleute zur Welt, die aus Venedig
stammten. Nach dem frühen Tod seiner Eltern schloss er sich im Alter von 16
Jahren dem Kapuzinerorden an mit dem Ordensnamen Laurentius
studierte in Padua
und wurde Lektor in Venedig. Er sprach mehr als sechs Sprachen fließend, sein
Eifer galt aber vor allem dem Studium der Bibel, die er als seine Braut
bezeichnete; ginge sie durch einen Brand verloren, so könnte er sie, sagte er,
aus der Erinnerung vollständig im Urtext rekonstruieren. Laurentius wurde
Provinzial seines Ordens in der Toskana,
in Venedig,
in Genua,
dann in der Schweiz, schließlich Stellvertreter des Generaloberen.
1602 wurde Laurentius selbst Ordensgeneral der Kapuziner. 1599 sandte Papst Clemens VIII. den begnadeten Prediger nach Deutschland, um im Land der Reformation den Orden zu verbreiten. Auf seinen Reisen durch Deutschland entdeckte er seine Liebe zu diesem Land, dem er auf dem Sterbebett sein Herz vermachte. In Österreich und Ungarn gelang es ihm, Ordensniederlassungen zu gründen. Im Krieg gegen die Türken von 1601 begleitete er die kaiserlichen Truppen und hatte durch seine Mut machendes seelsorgerisches Wirken wesentlichen Anteil am Sieg bei Stuhlweißenburg - dem heutigen Székesfehérvár - am 11. Oktober.
Auf dem Besitz seiner Familie in Brindisi ließ Laurentius kurz vor seinem Tod für
die Klarissen die Kirche
Santa
Maria degli Angeli bauen ![]()
Laurentius verfasste umfangreiches Schrifttum: eine Fülle von Predigten, eine
vollständige Mariologie - die Zusammenfassung der Lehren über Maria
- sowie die Lutheranismi Hypotyposis
zur Widerlegung der reformatorischen
Theologie von Martin Luther;
seine Treue zur Lehre der katholischen Kirche brachte ihm den Ehrentitel Doctor
apostolicus
ein.
Während einer diplomatischen Mission starb Laurentius an seinem 60. Geburtstag in Portugal. In Villafranca del Bierzo in der nordspanischen Provinz Léon wurde er auf dem Armenfriedhof beigesetzt.
Kanonisation:
1881 erfolgte Laurentius' Heiligsprechung durch Papst Leo XIII.; 1959 erhielt er von
Papst Johannes XXIII. den
Ehrentitel eines Kirchenlehrers.
Patron
von Brindisi
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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