Gedenktag katholisch: 21. Juli
nicht gebotener Gedenktag
Regionalkalender deutsches Sprachgebiet
Diözesankalender Graz-Seckau
Fest im Kapuzinerorden
gebotener Gedenktag im Franziskanerorden
Todestag: 22. Juli
Name bedeutet: der Lorbeergeschmückte oder: Mann aus Laurentum (latein.)
Pietro Labruzzi: Authentisches Portrait, 1610, entstanden während einer Predigt von Laurentius
Julius Caesar Russo kam als Sohn wohlhabender Kaufleute zur Welt, die aus
Venedig
stammten. Nach dem frühen Tod seiner Eltern 1573 kam er zu seinem Onkel nach
Venedig; dort schloss er sich 1575 dem Kapuzinerorden
an mit dem Ordensnamen Laurentius. Er studierte in Padua,
lernte die Bibel in Griechisch und Hebräisch auswendig, sprach auch Deutsch,
Französisch, Spanisch und Tschechisch fließend. Sein Eifer galt aber vor allem
dem Studium der Bibel, die er als seine Braut
bezeichnete; ginge sie
durch einen Brand verloren, so könne er sie, sagte er, aus der Erinnerung
vollständig im Urtext rekonstruieren. 1581 wurde er Lektor in Venedig, 1583 zum
Priester geweiht.
Seine Predigten in Vicenza, Padua, Pavia und Venedig ließen ihn weithin bekannt werden; Papst Clemens VIII. beauftragte ihn nun, den Juden in Rom zu predigen. 1590 wurde Laurentius Provinzial seines Ordens in der Toskana, 1593 in Venedig, 1596 Generaldefinitor, d.h. engster Mitarbeiter des Generaloberen.
1599 sandte Papst Clemens VIII. den begnadeten Prediger nach Deutschland, um im Land der Reformation den Orden zu verbreiten. Auf seinen Reisen durch Deutschland entdeckte er seine Liebe zu diesem Land, dem er auf dem Sterbebett sein Herz vermachte In Österreich und Tschechien gelang es ihm, Ordensniederlassungen in Wien, Prag, Graz und Bruck an der Mur aufzubauen. Im Krieg gegen die Türken von 1601 begleitete er die kaiserlichen Truppen und hatte durch sein Mut machendes seelsorgerisches Wirken wesentlichen Anteil am Sieg bei Stuhlweißenburg - dem heutigen Székesfehérvár - am 11. Oktober.
Auf dem Besitz seiner Familie in Brindisi ließ Laurentius kurz vor seinem Tod für
die Klarissen die Kirche
Santa
Maria degli Angeli bauen 
1602 wurde Laurentius selbst Ordensgeneral der Kapuziner
mit Sitz in Rom.
Von dort visitierte er zu Fuß Klöster in Italien, Frankreich, Spanien und der Schweiz.
1608 gelang es ihm in Madrid,
Spanien zur Unterstützung der katholischen Liga
, dem Bündnis der deutschen
katholischen Fürsten gegen die protestantischen, zu bewegen. 1611 predigte er in Bayern,
der Pfalz und in Sachsen zur Stärkung der Katholiken; im Konflikt zwischen dem nicht an
der Liga beteiligten Erzbischof von Salzburg
und Bayernherzog Maximilian versuchte er zu vermitteln; der Erzbischof wurde bis an sein
Lebensende in strenger Einzelhaft eingesperrt. 1618 reiste er - schon schwer von Gicht
geplagt - noch einmal nach Madrid, um beim spanischen König die Absetzung des Vizekönigs
von Neapel zu
erreichen, der die Stadt tyrannisch regierte.
Laurentius verfasste umfangreiches Schrifttum: eine Fülle von Predigten, eine
vollständige Mariologie - die Zusammenfassung der Lehren über Maria
- sowie die Explanatio in Genesim
, Erklärung zu (dem biblischen Buch) Genesis
, eine
herausragende Erläuterung biblischer Kosmologie. 1610 schrieb er die Lutheranismi
Hypotyposis
, anschauliche Beschreibung des Luthertums
zur Widerlegung der
reformatorischen Theologie von Martin
Luther. Seine Treue zur Lehre der katholischen Kirche brachte Laurentius den Ehrentitel
Doctor apostolicus
ein.
Während einer diplomatischen Mission starb Laurentius an seinem 60. Geburtstag in Portugal. In Villafranca del Bierzo in der nordspanischen Provinz León wurde er auf dem Armenfriedhof beigesetzt.
Kanonisation:
1881 erfolgte Laurentius' Heiligsprechung durch Papst Leo XIII.; 1959 erhielt er von
Papst Johannes XXIII. den
Titel eines Kirchenlehrers.
Patron
von Brindisi
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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