Ökumenisches Heiligenlexikon

Roberto Bellarmin

Gedenktag katholisch: 17. September
     n.g. Gedenktag
     in Mailand: 20. September
Name bedeutet: der ruhmreich Glänzende (germanisch - althochdt.)
Jesuit, Kardinal, Kirchenlehrer
* 4. Oktober 1542 in Montepulciano in Italien
† 17. September 1621 in Rom
Kartenskizze Kartenskizze

Roberto Francesco Romolo Bellarmino hatte eine fromme Mutter, eine begeisterte Anhängerin des neu gegründeten Jesuitenordens, die keinen größeren Wunsch hatte, als dass ihr Sohn Mitglied dieser ehrenwerten Gesellschaft werde. Roberto trat 1560 dem Jesuitenorden bei und studierte 1560 bis 1563 in Rom, 1563 bis 1564 in Florenz und 1564 bis 1567 in Mondovi Philosophie, dann 1567 bis 1569 in Padua und anschließend in Löwen Theologie. 1570 wurde er zum Priester geweiht und wirkte dann als Theologieprofessor und Prediger in Löwen. Hier kommentierte er die Summa theologica des Thomas von Aquin - die Veröffentlichung untersagte er streng -, verfasste Schriften über zeitgenössische, auch protestantische, Theologen und erwarb sich den Ruf eines brillanten Wissenschaftlers.

1576 wurde Roberto Professor an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom und dort Begründer der Studienrichtung Kontroverstheologie. Frucht seiner Vorlesungen war sein mehrbändiges Hauptwerk Disputationes de Controversiis Christianae Fidei, Dispute über die Kontroversen des christlichen Glaubens, erschien 1588 bis 1593.

Der hochbegabte und fleißige Roberto geriet zeitweise in Konflikt mit dem Vatikan, denn er hatte zu deutlich die irdische Machtfülle des Papstes kritisiert; der erste Band seiner Disputationes wurde von Papst Sixtus V. kurze Zeit auf den Index gestzt - also mit Leseverbot für Katholiken belegt. Roberto selbst verlor 1588 seine Professorenstelle; er wirkte in verschiedenen Aufgaben in seinem Orden, zuletzt ab 1594 als Ordensprovinzial in Neapel. Papst Clemens VIII. holte ihn 1597 zurück nach Rom, ernannte ihn zu seinem theologischen Berater und 1599 zum Kardinal. Roberto wirkte als Richter im Inquisitionstribunal und war u.a. an der Verurteilung von Giordano Bruno beteiligt und er verfasste auf Wunsch des Papstes zwei Katechismen.

Nach einer persönlichen Intervention bei Papst Clemens VIII., in der er vor voreiligen Urteilen gewarnt hatte, wurde Roberto 1602 erneut - als Erzbischof - nach Capua weggelobt. Dort zeigte er sich als weitblickender Oberhirte, vor allem in sozialer Hinsicht, und setzte die Beschlüsse des Konzils von Trient um.

Papst Clemens' Nachfolger Paul V. holte Roberto Bellarmin 1605 als theologischen Berater nach Rom zurück. Bellarmin galt nun als Faktotum der Kurie und war engagiert in Konflikten mit dem Bischof von Venedig und König Jakob I. von England. Er galt als Verehrer Galileo Galileis und setzte sich für die Veröffentlichung von dessen Thesen über das Sonnensystem ein, musste ihm aber 1616 seine Verurteilung mitteilen; den Weg für weitere Forschungen wollte er gleichwohl offen halten.

Bellarmin war der führende Kopf der Gegenreformation, seine Darlegung des katholischen Standpunktes wurde von sämtlichen Lehrwerken über mehrere Jahrhunderte hinweg übernommen. Er band die Heilige Schrift und die katholische Kirche eng zusammen: erst das päpstliche Lehramt sichere die rechte Auslegung der Bibel. Die Kirche basiere auf dem Amt, auch Konzilien benötigen die Zustimmung des Papstes. Sein 1597 veröffentlichter Kleiner Katechismus erreichte 400 Auflagen, wurde in 60 Sprachen übersetzt und ist in Italien bis heute in Gebrauch.

Roberto Bellarmins Grab befindet sich in der Jesuitenkirche S. Ignazio in Rom am Altar für den von Bellarmin hoch verehrten für Aloisius Gonzaga, dessen Seligsprechung er betrieben hatte.

Kanonisation: Der Seligsprechungsprozess für Roberto Bellarmin wurde 1627 eingeleitet, erst 1923 wurde er selig, 1930 heilig gesprochen und 1931 zum Kirchenlehrer erhoben.
Patron der Katecheten und Katechumenen

Catholic Encyclopedia

Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 8. Herder, Freiburg im Breisgau 1999



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