Ökumenisches Heiligenlexikon

Zeno von Verona

Gedenktag katholisch: 12. April
     nicht gebotener Gedenktag im Bistum München-Freising
     in Chur: 2. September
     in Radolfzell: 3. Sonntag im Juli
Gedenktag orthodox: 12. April
Name: nach dem Göttervater Zeus (griech.)
Bischof von Verona
* 1. Hälfte des 4. Jahrhunderts, in Mauretanien, heute Marokko (?)
† 12. April um 380 in Verona in Italien
Kartenskizze Kartenskizze

Zeno stammte wohl aus Afrika. Er wurde um 362 zum Bischof von Verona gewählt. Seine Legende rühmt an ihm die Fürsorge für Arme und Kranke. Zeno bestritt demnach seinen Unterhalt durch Fischfang aus der Etsch. So fanden ihn auch die Boten des Kaisers Gallienus, die ihn um Gebetsheilung für die besessene Tochter des Kaisers baten.

Eine Sammlung von 30 Predigten und über 60 weiteren Einladungen und Vorreden zur Tauf- und Osterliturgie, Kurzpredigten und Fragmenten wurde nach Zenos Tiod zusammengestellt. Sie weisen ihn aus als Bekämpfer des Arianismus und des Judentums und Vertreter der Theologie des 1. Konzils von Nicäa. Sie behandeln vorzugsweise Texte des Alten Testaments und bezeugen eine solide Bildung; die Personen und Ereignisse des AT werden konsequent als auf Christus hinführend interpretiert. Als einer der ersten in der abendländischen Kirche setzte er sich nachdrücklich für die Lehre von der Jungfräulichkeit der Gottesmutter Maria ein und er förderte das Jungfrauenwesen, deshalb gründete er eines der ersten Frauenklöster.

Nur legendarischen Wert hat die Überlieferung bei Gregor von Tours und die in einer um 800 verfassten Lebensgeschichte.

Über Zenos Grab entstand schon bald eine Kirche. Petronius von Bologna berichtete in einer Predigt von Wundern am Grab. Die Kirche soll einst auf wunderbare Weise von Überflutung verschont geblieben sein, weshalb Zeno Patron gegen Wasserschäden wurde. Nach einem Erdbeben wurde die Kirche zerstört, an derselben Stelle entstand zwischen 1118 und 1135 die prächtige heutige Kirche San Zeno. Schon zu Lebzeiten wurde Zeno wie ein Heiliger verehrt, Schwerpunkt der Verehrung ist noch heute Mais im heutigen Meran. Korbinian soll die von ihm erbaute Kapelle bei Mais Zeno geweiht haben, er brachte die Verehrung Zenos auch nach Bayern. Hrabanus Maurus überführte Reliquien nach Ulm und Fulda. Bischof Radulph von Verona gründete Anfang des 8. Jahrhunderts das Kloster in Radolfzell am Bodensee, Zenos Haupt wurde deshalb 830 dorthin gebracht.

Zeno befreit die Tochter von Kaiser Gallienus von bösen Geistern. Bronzetür der Kirche San Zeno in Verona, Ende des 11. Jahrhunderts (?)

Zeno befreit die Tochter von Kaiser Gallienus von bösen Geistern. Bronzetür der Kirche San Zeno in Verona, Ende des 11. Jahrhunderts (?)

In Radolfzell wird Zeno zusammen mit Theopompus und Synesius, von denen Radolfzell ebenfalls je eine Kopfreliquie hat, als die Hausherren verehrt; das wird seit 1725 bzw. 1806 jeweils am 3. Sonntag im Juli gefeiert.

Attribute: Angel, Korb oder Buch mit zwei Fischen
Patron von Verona, Pistoia und Radolfzell; der Kinder, die schlecht Gehen und Sprechen lernen; bei Überschwemmungen; gegen Wasserschäden

Das Hausherrenlied von Radolfzell

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

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Quellen:
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 10.: Thomaschristen - Zytomyr. Herder, Freiburg im Breisgau 2001
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
• http://www.muenster-ulf-radolfzell.de/Unsere_Kirchen/Munster_ULF/munster_ulf.html


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