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Zeno. Detail aus der Bronzetür der Kirche San Zeno in Verona, Ende des 11. Jahrhunderts (?)
Zeno stammte wohl aus Afrika. Er wurde um 362 zum Bischof von Verona gewählt. Seine Legende rühmt an ihm die Fürsorge für Arme und Kranke. Zeno bestritt demnach seinen Unterhalt durch Fischfang aus der Etsch. So fanden ihn auch die Boten des Kaisers Gallienus, die ihn um Gebetsheilung für die besessene Tochter des Kaisers baten.
Eine Sammlung von 30 Predigten und über 60 weiteren Einladungen und Vorreden zur Tauf- und Osterliturgie, Kurzpredigten und Fragmenten wurde nach Zenos Tiod zusammengestellt. Sie weisen ihn aus als Bekämpfer des Arianismus und des Judentums und Vertreter der Theologie des 1. Konzils von Nicäa. Sie behandeln vorzugsweise Texte des Alten Testaments und bezeugen eine solide Bildung; die Personen und Ereignisse des AT werden konsequent als auf Christus hinführend interpretiert. Als einer der ersten in der abendländischen Kirche setzte er sich nachdrücklich für die Lehre von der Jungfräulichkeit der Gottesmutter Maria ein und er förderte das Jungfrauenwesen, deshalb gründete er eines der ersten Frauenklöster.
Nur legendarischen Wert hat die Überlieferung bei Gregor von Tours und die in einer um 800 verfassten Lebensgeschichte.
Über Zenos Grab entstand schon bald eine Kirche. Petronius von Bologna berichtete in einer Predigt von Wundern am Grab. Die Kirche soll einst auf wunderbare Weise von Überflutung verschont geblieben sein, weshalb Zeno Patron gegen Wasserschäden wurde. Nach einem Erdbeben wurde die Kirche zerstört, an derselben Stelle entstand zwischen 1118 und 1135 die prächtige heutige Kirche San Zeno. Schon zu Lebzeiten wurde Zeno wie ein Heiliger verehrt, Schwerpunkt der Verehrung ist noch heute Mais im heutigen Meran. Korbinian soll die von ihm erbaute Kapelle bei Mais Zeno geweiht haben, er brachte die Verehrung Zenos auch nach Bayern. Hrabanus Maurus überführte Reliquien nach Ulm und Fulda. Bischof Radulph von Verona gründete Anfang des 8. Jahrhunderts das Kloster in Radolfzell am Bodensee, Zenos Haupt wurde deshalb 830 dorthin gebracht.
Zeno befreit die Tochter von Kaiser Gallienus von bösen Geistern. Bronzetür der Kirche San Zeno in Verona, Ende des 11. Jahrhunderts (?)
In Radolfzell
wird Zeno zusammen mit Theopompus
und Synesius, von denen Radolfzell
ebenfalls je eine Kopfreliquie hat, als die Hausherren
verehrt; das wird seit
1725 bzw. 1806 jeweils am 3. Sonntag im Juli gefeiert.
Attribute:
Angel, Korb oder Buch mit zwei Fischen
Patron
von Verona,
Pistoia
und Radolfzell;
der Kinder, die schlecht Gehen und Sprechen lernen; bei Überschwemmungen; gegen
Wasserschäden
Das Hausherrenlied von Radolfzell
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
Zeno auf dem Siegel des Chorherrenstiftes Radolfzell

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