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Ökumenisches Heiligenlexikon

Adam Reusner

auch: Reißner, Reisner, Oryzius

Gedenktag evangelisch: 9. August

Name bedeutet: Mann aus Erde / Mensch (hebr.)

Reformator, Liederdichter
* 1496 (?) in Mindelheim in Bayern
1582 (?) daselbst


Adam Reusner war ab 1518 Schüler von Johannes Reuchlin in Ingolstadt, wo er eine solide Ausbildung in Griechisch und Latein erhielt. 1521 kehrte er in seine Heimatstadt zurück, 1523 kam er an die Universität in Wittenberg, wo er die Reformation kennenlernte und in Kontakt mit Martin Luther und Philipp Melanchthon kam. 1526 bis 1528 war er mit deutschen Landsknechten in Italien als Geheimschreiber bei deren Anführer Georg von Frundsberg, dem Stadtherrn von Mindelheim; in Ferrara lernte er den bayerischen Humanisten und Theologen Jakob Ziegler kennen. Nach der Rückkehr arbeitete Reusner ab 1531 als Privatgelehrter am Gymnasium in Straßburg; dort lernte er um 1531 Caspar Schwenkfeld von Ossig kennen, wurde Anhänger von dessen Spiritualismus, fertigte 1536 die erste Übersetzung für ihn an und wurde in der Folge bei wichtigen theologischen Fragen von den den Anhängern Schwenkfelds oft um sein Urteil gebeten, da nur er die Bibel im Urtext lesen konnte.

Von 1532 bis 1548 war Adam Reusner Stadtschreiber von Mindelheim; die Anstellung verlor er nach einigen Wochen im Gefängnis in Folge des Schmalkaldischen Krieges, weil die Mindelheimer Stadtherrn Frundsberg katholisch geblieben waren; die Freilassung verdankte er der Fürsprache von Johann Jakob Fugger. Hinfort als Privatgelehrter tätig, verfasste er historische und theologische Werke, darunter eine antipäpstliche Weltgeschichte, wo er mit biblischen Belegen die Zeit des Papsttums als die Erfüllung antichristlicher Prophezeihungen darstellt; Reusner sah das Jüngste Gericht als in Kürze bevorstehend. Nach Schwenkfelds Tod gab er zwischen 1564 und 1570 dessen Werke heraus. Bekannt wurde Reusner besonders als geistlicher Dichter, getrieben von mystischer Theologie und Bekehrungseifer. Seine Kirchenlieder wurden auch in Nordamerika und England in prostestantische Gesangbücher aufgenommen.

1965 wurde in der Bibliothek auf Schloss Harburg ein von Reusner selnst geschriebenes Gesangbuch mit Melodien aus dem Jahr 1554 entdeckt. Das Evangelische Gesangbuch enthält sein Lied In dich hab ich gehoffet, Herr (EG 275).





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 23.07.2018

Quellen:
• Evangelisches Gesangbuch. Gesangbuchverlag Stuttgart 1996
• Margit Ksoll-Marcon. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. VII, Herzberg 1994
• http://www.stadtlexikon-augsburg.de/index.php?id=114&tx_ttnews%5Btt_news%5D=5148&tx_ttnews%5BbackPid%5D=113&cHash=ea883cf23a

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.