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Ökumenisches Heiligenlexikon

Aemilianus von Cogolla

auch: Cucullatus
spanischer Name: Millán de la Cogalla
deutsch: Emil

Gedenktag katholisch: 12. November
gebotener Gedenktag im mozarabischen      Der mozarabische Ritus, auch „westgotisch” oder „altspanisch” genannt, ist eine Liturgie in der römisch-katholischen Kirche, die sich im 4./5. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel entwickelt hat und heute noch an einigen Orten in Spanien praktiziert wird. Der Name entstand nach dem Einfall der Mauren im Jahr 711, als die unter maurischer Herrschaft lebenden Christen – die „Mozaraber” – weiter ihren Glauben ausüben durften und damit auch diese Liturgie feierten. Ritus und im Bistum Calahorra y La Calzada - Logroño
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Santander
gebotener Gedenktag im Bistum Tarragona: 10. November

Name bedeutet: der Eifrige/aus dem Geschlecht der Ämilianer (latein.)

Priester, Einsiedler, Wundertäter
* 473 in Berceo in Spanien
† 12. November 574 (?) an der Stelle des heutigen Klosters Suso im nach ihm benannten San Millán de la Cogalla in Spanien


Kloster Suso in San Millán de la Cogalla
Kloster Suso in San Millán de la Cogalla

Aemilianus lebte fast 40 Jahre lang erst als Schafhirte, dann drei Jahre als Einsiedler bei dem gelehrten Einsiedler == Felix von Bilibio nahe Haro bei Miranda de Ebro, der ihn unterrichtete. Anschließend zog er sich wieder als Einsiedler zurück in eine Höhle des Distercio-Gebirges an der Stelle des heutigen Klosters Suso beim nach ihm benannten San Millán de la Cogalla nahe seines Geburtsortes; dort sammelte sich eine Mönchsgruppe um ihn. Nachdem der Bischof von Tarragona ihn zum Priester geweiht hatte, setzte er Aemilianus 509 als Pfarrer in seinem Heimatort ein; dort wurde er aber schon bald vertrieben, weil er zu viel Geld an Arme gegeben hatte. Deshalb ging er wieder zu seiner Mönchsgruppe, wirkte als ihr Lehrer, gab ihr die Benediktinerregel und leitete die Gruppe als Abt, bis er im Alter von über 100 Jahren starb.

Schon zu Lebzeiten verbreiteten sich Berichte über zahlreiche von Aemilianus gewirkte Wundertaten. Traditionell gehört er zusammen mit Jakobus dem Älteren zu den im Kampf gegen die Mauren siegreich Stürmenden in der Schlacht von Clavijo 844, was natürlich rein legendär ist. Aus seiner Grabinschrift geht die Anwendung der Benediktinerregel hervor, deshalb wird er im Benediktinerorden als erster Benediktiner in Spanien verehrt. Seine Lebensgeschichte verfasste schon bald Braulio von Saragossa.

Gemälde: Ämilius in der Schlacht von Clavijo, um 1675, in der Kirche San Salvador in Sevilla
Gemälde: Ämilius in der Schlacht von Clavijo, um 1675, in der Kirche San Salvador in Sevilla

Nach der Vertreibung der Mauren aus Nordspanien ließen sich im Jahr 923 wieder Mönche an der Stelle des heutigen Klosters Suso nieder; das kleine Kloster ist heute eine der historisch wertvollsten Klosteranlagen in Spanien, die Kirche wurde entworfen von einem Künstler aus dem Süden und 984 geweiht. 1001 wurde dieses Kloster durch die Mauren zerstört, deshalb wurde 1053 mit Unterstützung von König García III. Sánchez von Navarra unten im Tal das Kloster Yuso im Dorf San Millán de la Cogalla gebaut und Aemilianus' Gebeine, die zuvor im oberen Koster verehrt wurden, übertrug man in die neue Klosterkirche; auch das alte Kloster wurde aber wieder aufgebaut und zeigt nun westgotische, mozarabische und romanische Stilelemente und den Sarkophag für Aemilianus aus dem 11. Jahrhundert.

Das Kloster Yuso erhielt 1556 von König Karl V. umfangreiche Privilegien, es birgt bis heute Reliquien von Aemilianus und == Felix. Im 12./13. Jahrhundert lebte hier der Mönch Gonzalo aus dem Nachbardorf Berceo, der erste Dichter in kastilischer Sprache. 1835 verließen die Benediktiner dieses Kloster, 1878 übernahmen es Augustinermönche, die es bis heute besiedeln; außerdem ist ein Zentrum zur Förderung der spanischen Sprache und eine Pension untergebracht.

Aemilianus' Sarg im Kloster Yuso
Aemilianus' Sarg im Kloster Yuso

Attribute: als Hirt; als Abt auf Pferd mit Schwert in der Schlacht gegen Mauren

Martyrologium Romanum Flori-Legium

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Die beiden Klöster Suso und Yuso wurden 1997 ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Das Klosters Yuso kann täglich außer montags von 10 bis 13.30 Uhr und von 16 bis 18.30 Uhr besichtigt werden, der Eintrittspreis beträgt 6 €. Dieselben Zeiten gelten für das Kloster Suso dort gibt es nur Führungen, sie dauern 40 Minuten, der Eintritt beträgt 4 €; Suso kann zwar mit dem Auto oder nach einem Fußmarsch von einer halben Stunde bergauf erreicht werden, es gibt dort aber keine Parkplätze und die Eintrittskrte muss man am Kloster Yuso kaufen. Deshalb fährt zu den Öffnungszeiten halbstündlich ein Pendelbus ab dem Kloster Yuso ins Kloster Suso; für diesen wie für die Führung wird zudem vorherige Reservierung unter der Telefonnummer 941.37.30.82 empfohlen. (2014)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 07.06.2016

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München, 2001
• Erhard Gorys: Lexikon der Heiligen. dtv, München, 1997
• Otto Wimmer, Hartmann Melzer: Lexikon der Namen und Heiligen, bearb. u. erg. von Josef Gelmi. Tyrolia, Innsbruck, 1988
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 1. Herder, Freiburg im Breisgau 1993

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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