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Ökumenisches Heiligenlexikon

Agatho

auch: Agathon

Gedenktag katholisch: 10. Januar

Gedenktag orthodox: 20. Februar

Name bedeutet: der Gute (griech.)

Papst
* 577 (?) in Palermo (?) auf Sizilien in Italien
10. Januar 681 in Rom


Agatho, Sohn griechischstämmiger Eltern, wurde Benediktinermönch in dem von Gregor „dem Großen” - wohl 581 - gegründeten Kloster an der heutigen Kirche San Giovanni degli Eremiti in Palermo. Er trug drei Jahre lang einen Stein im Mund, um schweigen zu lernen, und übte sich unablässig in Geduld gegen den Zorn, der ihn zu überwältigen drohte. Er wurde Abt seines Klosters und später Schatzmeister der Kirche von Rom. Als er 678 zum Papst gewählt wurde, war er nach zuverlässigen Quellen schon mehr als 100 Jahre alt. Er bewog den Kaiser zum Verzicht auf die Zahlung, die bislang für die Bestätigung des Papstes zu entrichten war und erreichte, dass Erzbischof Theodor von Ravenna und auch der Bischof von Mailand die Abhängigkeit ihrer Kirchen von Rom anerkannten. Auf einer SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Rom 679 setzte er den zu Unrecht amtsenthobenen Wilfrid wieder in sein Amt als Bischof von York ein. Gerühmt wurde er für seine Freundlichkeit und die vielen vollbrachten Wunder, die ihm den Beinamen Wundermacher einbrachten.

Agatho. Fresko aus dem 15. Jahrhundert in der Oberen Kirche des Klosters Subiaco
Agatho. Fresko aus dem 15. Jahrhundert in der Oberen Kirche des Klosters in Subiaco

Aufgrund seiner Gelehrsamkeit und diplomatischen Kunst gelang es ihm, die Grundlage für eine Einigung der zerstrittenen Ost- und Westkirche zu schaffen. Der Streit um die sowohl menschliche als auch göttliche Natur Christi war 633 mit der Erklärung beigelegt worden, Christus habe beide Naturen gehabt, dennoch sei nur ein Willensakt für Gottvater und Sohn leitend gewesen. Darin sah die Westkirche einen unzureichenden Kompromiss. Agatho ließ die auf einer SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Rom im Frühjahr 680 versammelten Bischöfe der Kirche im Westen den Monotheletismus verurteilen und wandte sich damit auch mit einem Brief an den byzantinischen Kaiser Konstantin IV.; nachdem auch dieser sich vom Monotheletismus abgewandt hatte, war der Weg frei für eine gemeinsame Erklärung: das 3. Konzil von Konstantinopel 680/81, an dem Agatho mit einer großen Delegation zeitweise teilnahm, anerkannte aufgrund des Lehrbriefes von Agatho an den Kaiser die Willensfreiheit Christi.

Agatho hatte ausgeführt, dass zwei natürliche Wollungen oder Willen in Christus und zwei natürliche Energien ungetrennt und unverwandelt, ungeteilt und unvermischt nach der Lehre der heiligen Väter verkündigt werden, und zwar diese natürlichen Willen nicht als im Gegensatz zueinander befindlich, sondern so, dass der menschliche Wille dem göttlichen und alles vermögenden nicht widerspricht oder widerstreitet, vielmehr sich ihm unterordnet. Damit hatte sich die Zweinaturenlehre des Abendlandes auch in ihren Einzelheiten durchgesetzt.

Statue vor der Kathedrale in Palermo
Statue vor der Kathedrale in Palermo

Das Konzil verdammte zum einen den Monotheletismus, wonach Christus ausschließlich den väterlichen Willen gehabt habe, zum anderen mit Zustimmung der päpstlichen Gesandten auch ausdrücklich Papst Honorius I., der nach 633 weiteren Streit hatte beenden wollen, indem er die Auseinandersetzung verbot; damit hatte er aber die Position der Westkirche aufgegeben - dieser Irrtum des Papstes Honorius war ein wichtiges Argument der Opposition beim 1. Vatikanischen Konzil gegen den Beschluss über die Unfehlbarkeit der Päpste. Einige Christen in Syrien trugen den Beschluss nicht mit und trennten sich von der byzantinischen Reichskirche: so entstand die maronitische Kirche. Agatho hatte die Kirchengemeinschaft zwischen Ost- und Westkirche einstweilen gerettet, starb jedoch, noch bevor die Nachricht von den Konzilsbeschlüssen in Rom eintraf.

In den Acta Sanctorum der Bollandisten trägt Agatho das Prädikat Thaumaturgus, Wundertäter.

Bauernregel: Agatho' Sonnenschein / bringt viel Korn und Wein.

Worte des Heiligen

Zwei Briefe von Agatho an Kaiser Konstantin IV. sind erhalten. Im ersten schreibt Agatho:

Dies ist also der Stand des evangelischen und apostolischen Glaubens und die Norm der Überlieferung, dass wir die heilige und untrennbare Dreieinigkeit bekennen, das heißt, dass Vater und Sohn und Heiliger Geist Anteil haben an einer Gottheit, an einer Natur und Substanz oder Wesenheit und dass wir verkünden, dass sie einen natürlichen Willen, eine Kraft, Wirksamkeit, Herrschaft, Majestät, Macht und Herrlichkeit besitzen. Und was wesenhaft von derselben Heiligen Dreieinheit ausgesagt wird, das wollen wir auch so von ihrer Einzigkeit wie von der einen Natur der drei Personen gleicher Substanz verstehen, da wir durch die vernünftige [Glaubens-] Regel so unterwiesen wurden.
Wenn wir aber ein Bekenntnis ablegen bezüglich einer der drei selben Personen der Heiligen Dreieinigkeit, nämlich vom Sohn Gottes, vom Göttlichen Wort und vom Geheimnis seiner anbetungswürdigen Fleischwerdung, so erklären wir gemäß der evangelischen Überlieferung auch, dass alles doppelt ist in dem einen und selben Herrn und Heiland Jesus Christus, das heißt, wir bekennen seine zwei Naturen, nämlich die göttliche und die menschliche, aus welchen und in welchen er auch nach der wunderbaren und untrennbaren Einheit besteht. Und wir bekennen, dass eine jede von diesen Naturen ihre eigene natürliche Beschaffenheit hat und dass die göttliche Natur alles besitzt, was göttlich ist ohne jede Sünde. Und wir bekunden, dass eine jede von den zwei Naturen des einen und selben fleisch-, das heißt menschgewordenen Wortes Gottes in ihm unvermischt, ungetrennt und unwandelbar ist. …
Wenn wir aber zwei Naturen und zwei natürliche Willen und zwei natürliche Energien in unserem einem Herrn Jesus Christus bekennen, behaupten wir damit nicht, dass sie einander völlig entgegengesetzt sind (wie es solche, die vom Pfad der Wahrheit abirren, der apostolischen Überlieferung unterstellen; ein solcher Frevel sei den Herzen der Gläubigen fern!) und auch nicht, dass sie gleichsam getrennt in zwei Personen oder Substanzen seien. Sondern wir sagen, dass unser selber Herr Jesus Christus, wie er zwei Naturen hat, so auch in sich zwei natürliche Willen und Energien besitzt, nämlich die göttliche und die menschliche: dass er nämlich den göttlichen Willen und die göttliche Energie von Ewigkeit mit dem gleichwesentlichen Vater gemeinsam hat, die menschliche, die er von uns auf Zeit zusammen mit unserer Natur empfangen hat.
Dies ist die apostolische und evangelische Überlieferung, die die geistliche Mutter eures überaus glücklichen Reiches, die apostolische Kirche Christi, festhält.

Quelle: S. Agathonis Papae ep. prima ad Augustos imperatores.In: Migne Patrologia Latina t. 87, Sp. 1165 - 68; eigene Übersetzung

Zitat von Agatho:

Es ist sonnenklar, dass wir bekennen müssen, dass in unserem Herrn Jesus Christus zwei Naturen und Substanzen sind, das heißt die göttliche und die menschliche, geeint in einer Substanz oder Person, und dass wir weiter bekennen müssen, dass in ihm ein zweifacher natürlicher Wille ist, nämlich der göttliche und der menschliche; denn von der Gottheit kann man nicht in Bezug auf ihre Natur sagen, dass sie einen menschlichen Willen besaß, noch kann man der Ansicht sein, seine Menschheit habe einen göttlichen Willen besessen. Und wiederum, von keiner der beiden Substanzen Christi kann man behaupten, sie sei ohne einen natürlichen Willen gewesen, wenn auch sein menschlicher Wille durch die Allmacht seiner Göttlichkeit erhoben wurde und sein göttlicher Wille den Menschen durch seine Menschlichkeit offenbart wurde. Deshalb ist es nötig, das, was göttlich ist, auf ihn als Gott zurückzuführen, und das, was menschlich ist, auf ihn als Mensch; und beides ist durch die hypostatische (das heißt substanzhafte, personale) Union des einen und selben Herrn Jesus Christus wahrhaft erkennbar.

Quelle: S. Agathonis Papae ep. prima ad Augustos imperatores.In: Migne Patrologia Latina t. 87, Sp. 1181f; eigene Übersetzung

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

Catholic Encyclopedia

Acta Sanctorum

  Briefe von Agatho über den Monothelitismus und das 3. Konzil zu Konstantinopel gibt es in englischer Sprache online.

Das Museum von San Giovanni degli Eremiti in Palermo ist täglich außer sonntags von 9 Uhr bis 18.30 Uhr zur Besichtigung geöffnet, der Eintritt beträgt 6 €. (2017)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 11.10.2019

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München, 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Erhard Gorys: Lexikon der Heiligen. dtv, München, 1997
• Otto Wimmer, Hartmann Melzer: Lexikon der Namen und Heiligen, bearb. u. erg. von Josef Gelmi. Tyrolia, Innsbruck, 1988
• Karl Heussi: Kompendium der Kirchengeschichte. Tübingen 1976
• http://www.newadvent.org/cathen/01204c.htm
• Acta Sanctorum, Bd. I, Antwerpen 1643
• Friedrich-Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 1. Herder, Freiburg im Breisgau 1993
• Gaspare Palermo: Guida istruttiva per potersi conoscere … della Città di Palermo", Bd. III. Reale Stamperia, Palermo 1816
• https://it.wikipedia.org/wiki/Concilio_di_Roma_(680)

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.